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Sonntagsspiele: Glänzendes Lehmann-Comeback

Jens Lehmann hat seine Rückkehr aus der englischen Premier League in die Bundesliga mit einem Sieg gefeiert: Der Ex-Nationaltorwart erteilte mit dem VfB Stuttgart Aufsteiger Gladbach eine Lehrstunde im eigenen Stadion. Im zweiten Sonntagsspiel beendete Hertha BSC seinen Auftaktfluch.

Beim eindrucksvollen Bundesliga-Comeback von Jens Lehmann hat der VfB Stuttgart Aufsteiger Borussia Mönchengladbach eine Lehrstunde erteilt. Die Schwaben gewannen ihre Saison-Ouvertüre mit 3:1 (3:0) und demonstrierten in der Offensive eine beachtliche Frühform. Kapitän Thomas Hitzlsperger (14. Minute), Ciprian Marica (26.) und Nationalstürmer Mario Gomez (44.) erzielten die VfB-Treffer vor 47.028 Zuschauern im Borussia-Park. Für die Hausherren, die zum Auftakt bitteres Lehrgeld bezahlen mussten, war 455 Tage nach dem zuvor letzten Auftritt in der 1. Fußball-Bundesliga nur Rob Friend (60.) erfolgreich.

Im zweiten Sonntagsspiel beendete Hertha BSC seinen Auftaktfluch und startete erstmals seit neun Jahren wieder mit einem Sieg in die Bundesliga. Die Berliner gewannen bei Eintracht Frankfurt verdient mit 2:0 (1:0) und revanchierten sich damit zugleich für die 0:1-Niederlage zum Saisonstart an gleicher Stelle vor einem Jahr. Vor 44.900 Zuschauern in der Frankfurter Commerzbank-Arena erzielten Raffael (43. Minute) und Patrick Ebert (60.) die Tore für die Hauptstädter, die letztmals am 15. August 1999 eine Spielzeit mit drei Punkten eröffnet hatten. Damals besiegten die Berliner Hansa Rostock mit 5:2.

VfB macht Auswärtssieg früh perfekt

Drei Tage nach dem dürftigen 2:1-Hinspiel in der Uefa-Cup-Qualifikation gegen den FC ETO Györ machte der VfB Stuttgart den Auswärtssieg gegen die Borussia schon im ersten Durchgang perfekt. Dabei konnte sich das Team von Trainer Armin Veh auf Lehmann verlassen, der nach seinem Rücktritt aus der Nationalelf stets Sicherheit ausstrahlte und seine Vorderleute dirigierte. Auch bei der ersten Bewährungsprobe war der 38-Jährige auf dem Posten, als er einen Schuss des starken Borussen-Neuzugangs Karim Matmour (18.) abwehrte. In der Folgezeit war Lehmann zweimal (34./48.) gegen den Kanadier Friend, mit 18 Treffern Mönchengladbachs Toptorjäger in der Aufstiegssaison, zur Stelle.

Sein Gegenüber Christofer Heimeroth konnte dagegen kein Selbstvertrauen tanken. Gleich die ersten beiden Stuttgarter Torschüsse saßen - und zumindest bei Hitzlspergers Führungstreffer sah der Keeper schlecht aus. Den 20-Meter-Schuss des Nationalspielers ließ Heimeroth zum 2000. Borussen-Gegentor in der Bundesliga-Geschichte unglücklich passieren.

Anschließend bemühten sich die Hausherren - angetrieben von Matmour und Jung-Nationalspieler Marko Marin - um ein geordnetes Offensivspiel, doch Marica machte den Plänen früh einen Strich durch die Rechnung. Einen Pass von Stuttgarts neuem Regisseur Jan Simak drückte der Rumäne aus kurzer Distanz über die Linie. Wenig später durfte sich dessen Sturmpartner Gomez über sein 40. Ligator freuen, als er Heimeroth den Ball durch die Beine schob. "Wir haben unsere Chancen genutzt. Mit der ersten Halbzeit kann man zufrieden sein", sagte VfB-Sportdirektor Horst Heldt in der Pause.

Im zweiten Durchgang schnürten die Borussen, bei denen sechs Bundesliga-Debütanten in der Startformation standen, den VfB teilweise in der eigenen Hälfte ein. Nach dem Premierentor von Friend verpasste Marin (65.) den Anschlusstreffer, doch das Team von Trainer Jos Luhukay ließ sich nicht beirren und drückte weiter aufs Tempo. Mit dem Kern der Aufstiegs-Stammelf, die um die Neuzugänge Jean-Sebastien Jaures, Gal Alberman und Matmour ergänzt wurde, gelang es den Mönchengladbachern aber nicht mehr, die VfB-Auswahl noch einmal ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Mit Routine und einem starken Lehmann sicherte sich der deutsche Meister von 2007 den verdienten Auftakterfolg.

Hertha erwischt besseren Start gegen Frankfurt

Drei Tage nach dem 2:0-Erfolg in der Uefa-Cup-Qualifikation in Ljubljana erwischte Hertha den besseren Start gegen die Frankfurter Eintracht. Raffael (9.) und Marko Pantelic (11.) hatten die Gäste-Führung auf dem Fuß, scheiterten aber jeweils am gut reagierenden Oka Nikolov im gegnerischen Tor. Der mazedonische Keeper zeigte wie schon in der Vorbereitung eine Klasse-Partie und ließ den verletzten Markus Pröll vergessen.

Abgesehen von Nikolov liefen die Frankfurter Akteure zunächst ihrer Form noch hinterher. Erst in der 26. Minute kamen die Hessen zum ersten Mal gefährlich vor das Tor der Gäste, der aufgerückte Verteidiger Marco Russ traf aus kurzer Distanz aber nur das Außennetz. Als die Gastgeber etwas besser ins Spiel fanden und durch Ioannis Amanatidis (40.) und Nikos Liberopoulos (41.) zu ersten ernsthaften Chancen kamen, schlugen die Gäste zu. Nach schönem Zuspiel von Pantelic traf Raffael aus spitzem Winkel zum 1:0.

Auch nach dem Seitenwechsel erstickten die Berliner die Angriffsbemühungen der Gastgeber bereits im Keim. Kurz nachdem erneut Liberopoulos per Kopf nach Flanke von Amanatidis (57.) die bis dato beste Chance der Hausherren vergeben und Funkel mit der Einwechslung des Tschechen Martin Fenin voll auf Offensive gesetzt hatte, erzielte der starke Ebert das 2:0 für die Gäste. Wieder kam die exzellente Vorarbeit von Pantelic. Frankfurt steckte zwar auch in der Folgezeit nicht auf, insgesamt zeigten die Gäste aber die reifere Spielanlage.

DPA / DPA

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