Sonntagsspiele Kartenflut in Hamburg und Mainz


Zum Abschluss des dritten Spieltages hat es in beiden Partien hart umkämpfte Unentschieden gegeben. Hertha BSC Berlin verpatzte mit einem 1:1 beim HSV den Sprung an die Tabellenspitze. Eintracht Frankfurt beendete das Derby gegen Mainz 05 mit neun Spielern.

Der Hamburger SV hat den Schub der Champions League-Qualifikation nicht nutzen können und seinen Fehlstart in der Fußball-Bundesliga perfekt gemacht. Gegen Hertha BSC kamen die Hanseaten am Sonntagabend über ein mageres 1:1 (1:0) nicht hinaus und warten damit nach drei Punktspielen weiter auf den ersten Sieg. Vor 53 989 Zuschauern in der nicht ganz ausverkauften AOL-Arena brachte Boubacar Sanogo (18.) den HSV in Führung, der Berliner Christian Gimenez (64.) erzielte den Ausgleich.

Während die Norddeutschen zum ersten Mal in der Bundesliga-Geschichte mit drei Unentschieden überaus enttäuschend in die Saison starteten, verpasste die Hertha den Sprung an die Tabellenspitze. Beide Teams beendeten die Partie zu zehnt: Der Berliner Sofian Chahed sah wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte (84.), Hamburgs Collin Benjamin wegen eines groben Fouls glatt Rot (90.).

Premiere von HSV-Neuzugang Joris Mathijsen

Fünf Tage nach dem Einzug in die Champions League bei CA Osasuna (1:1) feierte der niederländische Neuzugang Joris Mathijsen seine Premiere im HSV-Trikot. Auf dem neuen Rasen der AOL-Arena brachte eine Standardsituation den HSV in Führung. Ein Freistoß von Spielmacher Rafael van der Vaart wurde von Collin Benjamin mit dem Kopf in den Fünfmeterraum befördert, wo Sanogo sein drittes Saisontor köpfte. Nach derselben Freistoß-Variante hatte in Spanien Nigel de Jong für den wichtigen Ausgleich und den Einzug in Europas Meisterliga gesorgt. "Mit Sanogo haben wir einen guten Fang gemacht", urteilte HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann zur Pause. Gleichzeitzig bestätigte er Kontakte zum Argentinier Juan Pablo Sorin, den der HSV noch holen möchte, "aber perfekt ist noch nichts."

Erst jetzt wachten die Herthaner auf, denen Nationalspieler Arne Friedrich und Ellery Cairo (beide Magen-Darm-Grippe) fehlten. Der erstmals von Beginn an eingesetzte Patrick Ebert (23.) prüfte Sascha Kirschstein, der gegen Marko Pantelic in höchster Not rettete, indem er den Schuss des Serben an die Latte lenkte (25.). Der starke HSV-Keeper war der Garant der Pausenführung, denn er parierte auch gegen Ebert (37.) und Christian Gimenez (45.).

Van der Vaart verletzt sich

Nach Wiederanpfiff gab es dann die Schrecksekunde für den HSV, als Spielmacher van der Vaart (Verdacht auf Adduktorenzerrung) gegen Piotr Trochowski ausgewechselt werden musste (54.). Das sorgte für einen Bruch im HSV-Spiel. Die Norddeutschen machten den Fehler, sich weit zurückdrängen zu lassen. Der bis dahin kaum in Erscheinung getretene Gimenez staubte dann zu seinem ersten Bundesliga-Tor und dem verdienten 1:1 ab. Die Chance zum Sieg der Hertha vergab Pantelic, der die Flanke des frechen Youngsters Ebert fast unbedrängt über das Tor drosch. Auf der anderen Seite rettete Keeper Christian Fiedler bei Trochowski Freistoß (88.) und Guerrero zielte freistehend über den Kasten (90.+2).

Im zweiten Sonntagsspiel trennten sich der FSV Mainz 05 und Eintracht Frankfurt ebenfalls 1:1. Ioannis Amanatidis (25. Minute) brachte mit seinem zweiten Saisontor die Führung für die Gäste aus Frankfurt. Ranisav Jovanovic (84.) gelang aber noch der Ausgleich. Die Eintracht beendete das Spiel in Unterzahl, denn nach der Gelb-Roten Karte gegen Christoph Spycher (64.) sah auch noch Alexander Vasoski (88.) die Rote Karte. Die Mainzer verpassten zwar den möglichen Sprung an die Tabellenspitze, blieben aber auch im dritten Saisonspiel ungeschlagen.

Thurk wurde ausgepfiffen

Vor 20 300 Zuschauern im ausverkauften Mainzer Bruchwegstadion - 4000 davon kamen aus Frankfurt - stand die Rückkehr von Eintrachts Offensivmann Michael Thurk an seine alte Wirkungsstätte im Mittelpunkt. Von den Mainzer Fans wurde er lautstark ausgepfiffen, Akzente setze er nur wenige.

In hitziger Atmosphäre leisteten sich beide Teams viele kleine Fouls. Die Mainzer verloren darüber ihre Linie und die Gäste aus Frankfurt kamen besser ins Spiel. Allerdings war Mainz der Führung ganz nahe: Ein Kopfball von Milorad Pekovic (22.) nach einem Freistoß von Markus Feulner sprang gegen den Pfosten. Mehr Erfolg hatte drei Minuten später auf der anderen Seite Amanatidis. Der Grieche setzte sich im Kopfballduell gegen Nationalspieler Manuel Friedrich durch und nutzte eine Flanke von rechts.

Überraschendes Gegentor

Mainz brauchte einige Zeit, um sich von dem etwas überraschenden Gegentor zu erholen, bekam aber vor dem Seitenwechsel die Chance zum Ausgleich. Schiedsrichter Florian Meyer piff eine Schwalbe des Maizers Feulner. Azaouagh (42.) scheiterte mit seinem anschließenden Freistoß an Pröll.

Als Spycher nach Foulspiel mit der Ampelkarte bestraft wurde, setzten die Mainzer in Überzahl noch mehr auf Angriff. Bei Feulners Distanzschuss war der souveräne Pröll wieder da (70.), gegen Jovanocvics Kopfball war er aber machtlos. Kurz darauf musste Vasoski nach groben Foulspiel vom Platz. Die Eintracht rettete einen Punkt.

Jens Marx und Britta Körber/DPA DPA

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