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Urteil gegen Hooligan: Stadionverbot missachtet: 23-Jähriger muss jahrelang ins Gefängnis

Weil er es trotz richterlicher Anordnung nicht schaffte, sich von seinen Hooligan-Kumpels und dem Stadion fernzuhalten, muss ein 23-Jähriger nun ins Gefängnis. Der Problem-Fan war im Mai zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Fortuna Düsseldorf Fans

Fans von Fortuna Düsseldorf beim Spiel gegen den VfB Stuttgart im September (Symbolbild)

Picture Alliance

Die Liebe zu seinem Verein kostet einen 23-jährigen Anhänger von Fortuna Düsseldorf nun seine Freiheit. Der junge Mann war im Oktober beim Bundesliga-Heimspiel der Fortunen gegen den FC Schalke 04 inmitten einer Anhäufung von Ultras in Stadionnähe aufgegriffen worden. Das Problem: Damit hatte der als Problemfan bekannte Mann gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen. Wie regionale Medien berichten, schickte ihn ein Richter des Landgerichts Düsseldorf daher nun ins Gefängnis

Die Vorgeschichte zu diesem Fall beginnt schon in der Kindheit des Angeklagten: Seit er zehn war, besuchte er Fortuna-Spiele, schloss sich später der Hooligan-Gruppierung "Bushwhackers" an. Immer wieder wurde er bei Fan-Ausschreitungen auffällig. In der Saison 2014/2015 wurde ein bundesweites Stadionverbot gegen ihn ausgesprochen. Er hielt sich nicht daran.

Brutaler Hooligan-Angriff auf Fans in Café

Stattdessen griff er zum Beispiel bei einem Auswärtsspiel in Bielefeld gemeinsam mit anderen Hools andere Düsseldorf-Fans im eigenen Fanblock an, wie auf Videoaufnahmen zu erkennen war. In Remscheid soll er wiederum ein Pferd der Reiterstaffel der Polizei geschlagen haben.

Den negativen Höhepunkt erreichte die Hool-Karriere des Meerbuschers im Juli 2018. Gemeinsam mit anderen gewaltbereiten Fans überfiel er in der Düsseldorfer Altstadt Fans des englischen Klubs Aston Villa in einem Café. Bei dem Angriff wurden mehrere Menschen verletzt, eine Frau lag wochenlang im Krankenhaus. 

Gegen Bewährungsauflagen verstoßen

Nach dem Vorfall wurde der 23-Jährige verhaftet und vor Gericht gestellt. Die Anklagepunkte umfassten gefährliche Körperverletzung, Landfriedensbruch, Beleidigung und Sachbeschädigung. Am Ende des Prozesses wurde er Anfang des Jahres zu drei Jahren Jugendhaft verurteilt. Der Angeklagte gab sich reuig. Der Richter setzte die Strafe im Mai unter strengen Auflagen zur Bewährung aus, auch weil der junge Mann schon monatelang in Untersuchungshaft gesessen hatte. 

Allerdings gab ihm das Gericht mit, dass er sich von der Düsseldorfer Altstadt, dem Stadion und extremen Fan-Gruppierungen fernzuhalten habe. Das schaffte der 23-Jährige nicht. Er wurde bei besagtem Spiel gegen Schalke unweit des Stadions in einer Fankneipe gesehen, später inmitten von Fortuna-Fans an einer Tankstelle aufgegriffen. Die Polizei hatte das Gelände abgeriegelt, weil sich Fans beider Lager bedenklich zusammenrotteten. Vor Gericht versuchte der Fortuna-Fan noch, die Situation zu so zu erklären, dass er ohne Verschulden hineingerutscht wäre. Es half ihm nicht. Den Rest seiner Strafe muss er im Gefängnis absitzen.

Quellen: "RP Online", "Westdeutsche Zeitung", "Kölner Express"

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