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Fußballnationalmannschaft: Iran-Kapitän fordert Aufhebung von Stadionverbot für Frauen

Der Iran hat sich frühzeitig für die Fußball-WM 2018 qualifiziert. Auf den Straßen Teherans wird der Erfolg von allen gefeiert - in die Stadien dürfen aber nur Männer. Der Spielführer der Nationalelf fordert von Präsident Ruhani, das zu ändern.

Ein iranische Frau feiert mit der Nationalflagge die Qualifikation des Herren-Fußballteams zur WM 2018 in Russland

Ein iranische Frau feiert mit der Nationalflagge die Qualifikation des Herren-Fußballteams zur WM 2018 in Russland

Der Spielführer der iranischen Fußballnationalmannschaft hat von Präsident Hassan Ruhani den Zugang von Frauen in die Fußballstadien gefordert. Der Präsident müsse das seit fast 38 Jahren geltende Verbot aufheben, sagte Kapitän Massud Schodschaei laut dem Nachrichtenportal Varzesh3 bei einem Treffen mit Ruhani am Mittwoch. "Sie sollten die Weichen dafür stellen, dass auch Frauen künftig in die Stadien kommen können." Der Mittelfeldspieler ist beim griechischen Erstligisten Panionios Athen unter Vertrag.

Schodschaeis Forderung wird als ein Tabubruch angesehen. Noch nie hat ein iranischer Fußballer sich getraut, die Aufhebung des Stadionverbots offiziell zu fordern. Seit der islamischen Revolution von 1979 dürfen Frauen nicht mehr in Fußballstadien.

Daher konnten weibliche Fans am vergangenen Montag im Asadi Stadion auch nicht die frühzeitige Qualifikation Irans für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland mitfeiern. Dafür waren aber Hundertausende von ihnen nach dem Spiel auf die Straßen um den Sieg zu feiern.

Iran: Regierung kann sich nicht gegen Klerus durchsetzen

Zwar ist auch die moderate Regierung von Präsident Ruhani gegen das Verbot, konnte sich aber bisher gegen den einflussreichen Klerus nicht durchsetzen. Der ist der Auffassung, dass islamische Frauen in Stadien - besonders im Asadi Fußballstadion - mit frenetischen männlichen Fans und deren vulgären Anfeuerungen nichts zu suchen haben. Islamistische Gruppen warnten sogar, notfalls mit Gewalt den Besuch von Frauen zu verhindern.

Ruhani hatte am Mittwoch die Nationalmannschaft und ihren portugiesischen Coach Carlos Queiroz ins Präsidialamt eingeladen. "Ihr habt mit eurem Sieg (gegen Usbekistan) und der frühzeitigen Qualifikation das ganze Land glücklich gemacht", sagte Ruhani. Ganz Iran sei stolz auf die Mannschaft. Der Iran hat sich - nach Gastgeber Russland und Brasilien - als drittes Land für die WM qualifiziert. 

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fin / DPA

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