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Superstar Zlatan Ibrahimovic: "Guardiola hat keine Eier"

Egozentrisch und selbstbewusst: Fußballer Zlatan Ibrahimovic ist einer der besten Angreifer der Welt -seine Zeit beim FC Barcelona unter Trainer Pep Guardiola aber hat er noch nicht verkraftet.

Zlatan Ibrahimovic ist, keine Frage, ein faszinierender Fußballer. Der 31-jährige Schwede, Sohn eines Bosniers und einer Kroatin, kam in Malmö zur Welt und wuchs im Problemviertel Rosengård auf. Von dort hat es Ibrahimovic weit gebracht. Der Stürmer gehört zu den besten Spielern der Welt. Aktuell ist er in seiner zweiten Saison bei Paris Saint-Germain unter Vertrag, zuvor spielte er für Ajax Amsterdam, Juventus Turin, AC Mailand, Inter Mailand und den FC Barcelona. Mit allen Clubs gewann er Meistertitel.

Und Ibrahimovic ist für seine Sprüche, seine Egozentrik und sein überbordendes Selbstbewusstsein bekannt. In Schweden ist der Mann ein Idol, seine Biografie "Ich bin Zlatan", die am 1. Oktober auch in Deutschland erscheint, verkaufte sich 675.000 Mal. Es gibt sogar ein Verb, dass jetzt offiziell zur schwedischen Sprache gehört: "zlatanera". Es bedeutet "dominieren, etwas auf die eigene Art tun".

Der wunde Punkt heißt Guardiola

Allerdings gibt es einen wunden Punkt in Leben und Karriere des Stürmers. Das ist das eine Jahr beim FC Barcelona, als er unter dem heutigen Bayern-Coach-Pep Guardiola spielte. Der ließ ihn am Ende nur noch auf der Bank schmoren – für den Schweden war das zu viel. Er verließ die Katalanen im Streit und ging zum AC Mailand.

Jetzt hat Ibrahimovic in einem ausführlichen Interview mit dem "Spiegel" zum Rundumschlag gegen seinen früheren Coach ausgeholt. "Guardiola ist ein phantastischer Trainer. Aber als Mensch? Er ist feige. Er ist kein Mann." Später setzt er hinzu: "Guardiola hat keine Eier." Ibrahimovic wirft dem Trainer vor, ihn für Messi "geopfert" zu haben, ohne es ihm jemals persönlich gesagt zu haben. Guardiola habe ihm immer nur erzählt: "Ibra, du bist super, du machst alles richtig". Trotzdem sei er aus der Startelf geflogen. Das ist eine Wunde, die offensichtlich noch nicht verheilt ist.

Deutsche Elf ist ein "Bugatti"

Auch über die Ex-Kollegen beim FC Barcelona findet er deutliche Worte: "Das sind gute Jungs, ich habe nichts gegen sie, aber sie haben immer nur genickt, wenn Guardiola etwas gesagt hat." Ibrahimovic scheint ein Trainertyp wie José Mourinho mehr zu liegen. Guardiolas Intimfeind lobt er: "Für José Mourinho wäre ich gestorben. Er ist herausragend. Sehr intelligent, ein unglaublicher Motivator. Guardiolas philosophische Ansprachen in der Kabine aber – das ist Scheiße für Fortgeschrittene."

Von der deutschen Nationalmannschaft ist Ibrahimovic beeindruckt. Sie sei nicht mehr "diese deutsche Maschine", kein "Mercedes mehr, sie ist jetzt ein Bugatti. Kreativ. Elegant. Verspielt". Die Chancen der Löw-Elf bei der Weltmeisterschaft in Brasilien beurteilt Ibrahimovic gut: "Ihr könnt das Ding sogar gewinnen."

Tim Schulze

Wissenscommunity