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Fankurven-Jubel nach Porto-Spiel: Muss Müller für seine Megaphon-Aktion Strafe zahlen?

Nach dem Sieg über den FC Porto heizte Thomas Müller die Fangesänge mit einem Megaphon an. In der Münchener Arena ist das allerdings offiziell nicht erlaubt. Wird er deshalb nun zur Kasse gebeten?

Abschluss einer magischen Champions-League-Nacht: Thomas Müller in der Fankurve

Abschluss einer magischen Champions-League-Nacht: Thomas Müller in der Fankurve

Auf dem Platz war Thomas Müller beim triumphalen 6:1 über den FC Porto im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League der überragende Mann. Aber auch nach dem Spiel stand der Krummbein-Superstar im Mittelpunkt: Mit dem gleichen Enthusiasmus wie in den 90 Minuten zuvor kletterte er auf den Zaun der Südkurve und dirigierte mit einem Megaphon die Jubelgesänge der Anhänger. Kein ungewöhnliches Bild in einem Fußballstadion, dumm nur: In der Münchener Arena ist der Einsatz eines Megaphons aus Lärmschutzgründen nicht erlaubt - mit einer Ausnahme.

Sondergenehmigung für Bayern-Ultras

Uneingeschränkt gilt das Verbot für Fans des TSV 1860 München und für Gästefans. Nur die Vorsänger der FC-Bayern-Südkurve dürfen mit dem Megaphon Stimmung machen - eine Sonderregelung, die von der "Schickeria München" erwirkt wurde. Die Ultra-Gruppierung des FC Bayern setzt sich seit Eröffnung der Arena im Jahr 2005 gegen das Verbot ein.

Pikant an der Geschichte: Der Vorsänger von Eintracht Braunschweig hatte wegen Einsatz eines Megaphons während des DFB-Pokalspiels beim FC Bayern 178,50 Euro Strafe an das Kreisverwaltungsreferat München zahlen müssen. "Bekommt Herr Müller jetzt auch einen Bußgeldbescheid?", fragt sich deshalb die Braunschweiger Organisation "Blau-Gelbe-Hilfe", die sich für die Rechte der Eintracht-Fans einsetzt. Ein Vorsänger der "Schickeria" ist der Weltmeister schließlich nicht. Gemäß der Stadionordnung hat Müller einen unerlaubten Gegenstand benutzt. Und wie die "Blau-Gelbe-Hilfe" in einem Schreiben auf ihrer Homepage anmerkt: "Damit nicht genug, der gute Herr Müller beging diesen Verstoß sogar vor laufenden Fernsehkameras."

Lärmschutzmaßnahme im Fußballstadion?

Theoretisch müsste Müller also zahlen. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass er für sein euphorisches "Vergehen" tatsächlich belangt wird. Das ist auch nicht das Ziel der Braunschweiger. Vielmehr möchten sie mit der Debatte auf ein ziemlich unsinniges Verbot hinweisen: Die Lärmschutzmaßnahme in einem Fußballstadion - das im Niemandsland des Münchener Nordens an einem Autobahnkreuz liegt.

tim

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