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UEFA-Pokal: Bundesligisten tun sich schwer

Im UEFA-Pokal hat sich nur der VfB Stuttgart das Weiterkommen vorzeitig gesichert. Der Hamburger SV und Hertha BSC konnten sich dagegen nicht durchsetzen.

Danijel Ljuboja hat dem VfB Stuttgart den Weg in die K.o.-Runde des UEFA-Pokals geebnet. Mit zwei Treffern in der Schlussphase sicherte der Serbe dem Tabellen-Achten der Fußball- Bundesliga am Donnerstag den 2:1 (0:0)-Sieg bei PAOK Saloniki. Erst in der 85. Minute war Ljuboja in einem Spiel der verpassten Gelegenheiten der Ausgleich für die Schwaben gelungen. In der Nachspielzeit traf er per Foulelfmeter zum 2:1. Vor 28.000 Zuschauern hatte den Stuttgartern nach der Führung der Griechen durch Christos Karipidis (48.) die zweite Niederlage in der Vorrunden-Gruppe G gedroht.

Durch eine katastrophale Chancenverwertung brachte sich die Elf von Trainer Giovanni Trapattoni um einen deutlich höheren Sieg. Einziger Wermutstropfen für die Schwaben war die Gelb-Rote Karte für Silvio Meißner (76.) wegen wiederholten Foulspiels, der im letzten Gruppenspiel am 14. Dezember gegen Rapid Bukarest zuschauen muss.

"Das ist ein absolutes Glücksgefühl"

"Das war über 90 Minuten unser bestes Saisonspiel. Ich mache der ganzen Mannschaft mein Kompliment. Nach dem 0:1 haben wir eine gute Reaktion gezeigt", sagte Trapattoni. Auch VfB-Sportdirektor Herbert Briem freute sich über den glücklichen Ausgang: "Das ist ein absolutes Glücksgefühl. Es war eine Superleistung der Mannschaft. Wir hätten das Ding aber schon in der ersten Halbzeit entscheiden müssen."

Bei Dauerregen und kühlen Temperaturen bestimmte der VfB gegen die harmlosen Griechen von Beginn an das Spielgeschehen, zeigte aber eine geradezu katastrophale Chancenverwertung. Tomasson (9.) nach Zuspiel von Christian Tiffert, Mathieu Delpierre (12.) mit einem Volleyschuss, Tiffert (20.) per Kopf und Ljuboja (25.) nach spektakulärem Solo vergaben die größten Chancen für den VfB. Daneben erwies sich Torhüter Fernandes als sicherer Rückhalt für den Tabellenfünften der griechischen Liga, der das Stuttgarter Tor vor der Halbzeit nur einmal in Gefahr brachte.

Drei Minuten nach Wiederbeginn erhielt der VfB die Quittung für das Auslassen der Torchancen, als Hildebrand einen Kopfball von Karipidis erst hinter der Torlinie zu fassen bekam. Danach riss bei den Schwaben, die den angeschlagenen Tomasson durch Mario Gomez ersetzen mussten, der Faden. Erst in der Schlussphase stemmten sie sich gegen die drohende Niederlage und wurden durch Ljuboja belohnt.

HSV mit schwächster Saisonleistung

Dagegen hat der Hamburger SV nach seiner schwächsten Saisonleistung den vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde des UEFA-Pokal- Wettbewerbs verpasst. Nach zwei Siegen in der Gruppe A verlor der Tabellendritte der Fußball-Bundesliga am Donnerstag beim AS Monaco mit 0:2 (0:1) erstmals. Der Togolese Emmanuel Shedi Adebayor (45.) brachte in der an Höhepunkten armen Partie mit seinem Treffer kurz vor der Pause sein Team in Führung.

Der Hamburger Khalid Boulahrouz sah in der Nachspielzeit noch die Rote Karte wegen einer angeblichen Tätlichkeit. Sekunden darauf machte Olivier Veigneau (90.+4) mit seinem Treffer die zweite Niederlage der Hanseaten in ihrem 28. Pflichtspiel in dieser Saison perfekt. Die Hamburger haben am 15. Dezember im letzten Gruppenspiel gegen Slavia Prag aber noch alles in der Hand, die nächste Runde zu erreichen.

Ungewohnte Schwächen in der Deckung

Gegen einen keineswegs übermächtigen Gegner zeigten die Hamburger vor 7500 Zuschauern ungewohnte Schwächen in der Deckung. Dem Mittelfeld um den ungewohnt blassen Niederländer Rafael van der Vaart, der erstmals im UEFA-Pokal leer ausging, fehlten die Ideen. Im Angriff war der schwache Mpenza auf sich allein gestellt. Da die Monegassen nicht viel besser waren, plätscherte die Partie fast die gesamte erste Halbzeit dahin. Nach dem Wechsel bemühten sich die Hamburger, mehr Druck zu machen. Doch bis auf einen Schuss von van der Vaart (56.) aus 18 Metern gab es keine Gefahr für den Tabellensechsten der ersten französischen Liga.

"Eigentlich ist fast alles schief gelaufen. Wir haben einen rabenschwarzen Tag erwischt", sagte HSV-Trainer Thomas Doll. "Wir haben uns nicht clever angestellt. Das Zweikampfverhalten hat nicht gestimmt und sind nur nebenher gelaufen. So kann man in Monaco keinen Blumentopf gewinnen".

Trostlose Nullnummer in Berlin

Auch Hertha BSC hat mit einer trostlosen Nullnummer gegen den RC Lens am Donnerstag die Chance verpasst, vorzeitig die Weichen für ein Überwintern im UEFA-Pokal zu stellen. Nach seiner enttäuschenden und mit gellenden Pfiffen bedachten Vorstellung gegen den französischen UI-Cup-Sieger vor nur 18.514 Zuschauern im Olympiastadion muss der Berliner Fußball-Bundesligist im nächsten Spiel der Gruppe C am kommenden Mittwoch bei Sampdoria Genua unbedingt punkten, um den Einzug in die K.o.-Runde des Wettbewerbs nicht aufs Spiel zu setzen.

"Wir hatten zu viel Respekt, aber wir können die nötigen Punkte noch machen", kündigte Hertha-Trainer Falko Götz eine Trotzreaktion für die Partie in Genua an. "Es war mit Sicherheit kein Leckerbissen, aber Lens ist auch keine Mäusetruppe. Wir müssen zufrieden sein", gab Niko Kovac zu, während Yildiray Bastürk einräumte: "Es gibt solche Tage, da kommt man überhaupt nicht ins Spiel."

Weil das Spiel an dem leicht angeschlagenen Marcelinho im Mittelfeld vorbei lief, kamen die Berliner im ersten Europacup-Duell gegen eine französische Mannschaft nicht auf Touren. Das Team wirkte wie bei der 0:2-Pleite bei Borussia Dortmund verunsichert und ohne Durchschlagskraft. Die Berliner verstanden es zu keiner Zeit, den Gegner unter Druck zu setzen. Die spielstarken Franzosen, in der Liga seit 14 Spielen unbesiegt und mit der Empfehlung eines 5:0-Sieges gegen Halmstad BK nach Berlin gekommen, konnten sich auf eine stabile Abwehr verlassen und zeigten insgesamt die reifere Spielanlage.

DPA / DPA

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