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Uefa-Pokal: Dämpfer für Bayern

Der FC Bayern München hat den vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde des Uefa-Pokals verpasst. Gegen das Abwehrbollwerk von Sporting Braga reichte es nur zu einem Unentschieden. Ausgerechnet ein Österreicher traf zum späten Ausgleich gegen den Rekordmeister.

Trotz des dritten Tores von Miroslav Klose im Uefa-Pokal kam der Tabellenführer der Fußball-Bundesliga am Donnerstag nicht über ein 1:1 (0:0) beim SC Braga hinaus und muss nun am 19. Dezember im letzten Gruppenspiel gegen Aris Saloniki alles klar machen. Vor 10.000 Zuschauern im malerisch gelegenen Estadio Municipal reichte den enttäuschenden Bayern der Führungstreffer durch Klose (47.) nicht. Nach einem Fehler von Martin Demichelis glich der österreichische Nationalspieler Roland Linz (66.) für die bisweilen hart einsteigenden Portugiesen aus.

Wie schon beim mühevollen Aufgalopp in Lissabon fanden die Bayern auch bei ihrem zweiten Uefa-Cup-Gastspiel in dieser Saison in Portugal lange Zeit kein Rezept, um das Bollwerk des Gegners zu knacken. Passend zum äußeren Rahmen des Felsenstadions zogen sich Bragas Spieler bei Münchner Ballbesitz weit zurück und bildeten vor dem eigenen Strafraum eine regelrechte Abwehrmauer. Franck Ribéry bemühte sich eine Halbzeit lang nach Kräften, das Spiel seiner Mannschaft auf Touren zu bringen, nach dem Seitenwechsel ließ auch der Franzose in seiner Kreativität nach.

Kampfspiel gegen Braga

In einer kampfbetonten Partie mit seltenen spielerischen Höhepunkten mussten die 300 mitgereisten Bayern-Fans bis zur 32. Minute warten, ehe sie die erste Münchner Chance durch einen Kopfball von Luca Toni zu sehen bekamen, den Paulo Santos zur Ecke lenkte. Vier Minuten später hatte die bis dahin kaum geforderte Bayern-Abwehr ihre erste Schrecksekunde zu überstehen. Nach einem rasanten Flankenlauf von Joao Pereira fälschte Lucio dessen scharfe Hereingabe unglücklich in Richtung eigenes Tor ab und hätte Oliver Kahn beinahe überwunden.

Danach musste Kahn mit einem tollen Reflex gegen Wender die zunehmende Sorglosigkeit seiner Hintermannschaft ausbügeln (40.). Der Münchner Schlussmann stand Sekunden vor der Pause erneut im Mittelpunkt des Geschehens, als er von Linz im Luftduell unfair angegangen wurde und sich dafür mit einer unbeherrschten Aktion revanchierte. Der schwedische Schiedsrichter Eriksson ahndete das Gerangel mit Gelben Karten für beide Akteure.

Klose traf für Bayern

70 Sekunden nach Wiederanstoß brachte Klose die Münchner in Führung. Nach einem Querpass seines Sturmpartners Toni brauchte der Nationalstürmer den Ball nur noch über die Linie zu schieben. Die Portugiesen antworteten auf den Rückstand mit übertriebener Härte, die vor allem Toni und Mark van Bommel zu spüren bekamen. Als die Bayern dem zweiten Tor nahe schienen, brachte ein Fehler von Demichelis den SC Braga ins Spiel zurück. Linz bedankte sich mit dem Ausgleich. In der 76. Minute hätte der Argentinier seinen Schnitzer fast wieder wettgemacht, doch Paulo Jorge rettete auf der Linie.

Christian Kunz/DPA / DPA

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