Uefa-Pokal Eintracht Frankfurt zahlt Lehrgeld


Mit einem unnötigen 1:2 kassierte Frankfurt beim Uefa-Cup-Spiel gegen Palermo eine bittere Niederlage. Doch damit sind die Chancen auf ein Weiterkommen in der stark besetzten Gruppe H deutlich gesunken.

Eintracht Frankfurt hat zum Auftakt der UEFA-Cup-Gruppenphase bitteres Lehrgeld bezahlt. Nach zwei Blackouts in der Abwehr kassierte der Fußball-Bundesligist am Donnerstagabend gegen US Palermo ein unnötiges 1:2 (1:0) und damit die erste Saison- Niederlage im elften Pflichtspiel. Albert Streit (45.+1) hatte die Gastgeber vor 45.000 Zuschauern gegen den Dritten der italienischen Serie A mit einem Sonntagsschuss in der Nachspielzeit der ersten Hälfte auf die Siegesstraße gebracht, doch Franco Brienza (49.) und Cristian Zaccardo (87.) drehten die Partie. Damit sind die Chancen der Eintracht auf ein Weiterkommen in der Gruppe H mit Newcastle United, Celta Vigo und Fenerbahce Istanbul deutlich gesunken.

Funkel bleibt optimistisch

"Wir hätten als Sieger vom Platz gehen müssen", sagte Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel. "Wir haben hervorragend gespielt, die Mannschaft hat alles gegeben. Dieses Ergebnis wird uns nicht zurückwerfen." Der bei den Gegentreffern machtlose Torhüter Markus Pröll analysierte: "Wir haben verloren, weil wir zwei Mal geschlafen haben. Eine italienische Spitzenmannschaft nutzt das brutal aus." Auch Torjäger Ioannis Amanatidis, der in der 67. Minute nur den Pfosten traf, fand: "Wir haben in den zwei entscheidenden Augenblicken gepennt und stehen deshalb am Ende mit null Punkten da."

Obwohl Funkel seinem Team eine kontrollierte Offensive als Taktik verordnet hatte, setzte die Eintracht zunächst voll auf Angriff. Alexander Meier (8.) zwang in seinem ersten Europacup-Spiel für Frankfurt US-Torhüter Alberto Fontana zur ersten Glanzparade. Weil auch die Gäste aus Italien in der Anfangsphase ihr Glück in der Offensive suchten, entwickelte sich unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw und DFB-Sportdirektor Matthias Sammer eine muntere und abwechslungsreiche Partie. Glück hatten die Gastgeber, dass Ciro Capuano (11.) frei vor Pröll den Ball nicht unter Kontrolle bekam und dass der Eintracht-Keeper wenig später außerhalb des eigenen Strafraums gegen Andrea Caracciolo klären konnte.

Kurze Freude über Führung

Nach dem verheißungsvollen Beginn verflachte die Begegnung jedoch und beide Abwehrreihen ließen kaum noch Torchancen zu - bis zum Paukenschlag durch Streit kurz vor der Pause. Nach feinem Doppelpass mit Ioannis Amanatidis ließ der frühere Kölner mit seinem 20-Meter-Schuss in die linke obere Torecke Fontana keine Chance.

Die Freude über die Führung währte allerdings nur kurz. Nach einem Eckball von der rechten Seite war die Eintracht-Defensive fünf Minuten nach dem Seitenwechsel für einen kurzen Moment ohne Ordnung, was Brienza aus kurzer Distanz eiskalt ausnutzte. Doch die Hessen demonstrierten eindrucksvoll, dass sie sich nicht mit einer Punkteteilung zufrieden geben wollten. Marko Rehmer (56.) verfehlte mit einem Kopfball das Tor, Amanatidis (67.) traf nur den Pfosten, im Nachschuss scheiterte der ansonsten blasse Michael Thurk an Fortuna.

Zuletzt war auch Pröll machtlos

Bedanken konnten sich die Gastgeber bei dem seit Wochen in glänzender Form haltenden Pröll, der gegen Capuano (61.) rettete. Doch drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit war auch Pröll machtlos - Zaccardo nutzte die zweite Unaufmerksamkeit in der Eintracht-Abwehr, die dann sogar den möglichen Punktgewinn kostete.

Eric Dobias/DPA DPA

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