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VfB Stuttgart: Lehmann muss blechen

Jens Lehmann ist wegen seiner scharfen Kritik am Vorstand des VfB Stuttgart zu einer Geldstrafe verdonnert worden. Der Torwart hatte den Bossen vorgeworfen, bei der Entlassung von Markus Babbel dem Druck der Fan-Proteste nachgegeben zu haben.

Schriftliche Abmahnung, satte Geldstrafe und ein persönliches Machtwort vom Präsidenten: Mit einer kompromisslosen Reaktion auf die öffentliche Vorstands-Kritik von Jens Lehmann hat der VfB Stuttgart eine interne Zerreißprobe noch vor dem wichtigen Auswärtsspiel beim FSV Mainz 05 im Keim zu ersticken versucht. "Dem Torhüter ist eine schriftliche Einlassung zugegangen und es wurde eine entsprechende Geldstrafe ausgesprochen. Wir haben ganz klar zum Ausdruck gebracht, dass wir das auf keinen Fall tolerieren", sagte Clubchef Erwin Staudt am Freitag über die Maßnahmen, die vor der Partie am Sonntag (15.30 Uhr) auch als Aufruf an das ganze Team zur Geschlossenheit im Abstiegskampf verstanden werden dürfen.

Denn neben dem Inhalt von Lehmanns Kritik im Zuge der Entlassung von Ex-Trainer Markus Babbel hatte besonders der mediale Alleingang des 40-Jährigen via Sky-Interview die Verantwortlichen erzürnt. Lehmann hatte den Verantwortlichen vorgeworfen, bei der Trennung von Babbel dem Druck der Straße nachgegeben zu haben. Da der eigenwillige Keeper den VfB-Vorstand nicht zum ersten Mal brüskiert hatte, dürfte die Geldbuße bei etwa 40.000 Euro liegen. "Wir haben in diesem Verein eine Kultur, dass jeder seine Meinung äußern kann, auch wenn sie unbequem ist. Aber nach innen im Gespräch mit den Leuten, die den Club repräsentieren. Keinesfalls nach außen über die Medien", betonte Staudt, der Lehmann für Freitagnachmittag zudem zum persönlichen Rapport bestellt hatte. "Wir finden seine Einlassungen extrem vereinsschädigend."

Lehmann wird nicht suspendiert


Eine Suspendierung Lehmanns wie nach seinem eigenmächtigen Oktoberfest-Ausflug gibt es dieses Mal aber nicht. Wohl auch, weil die im Abstiegssumpf steckenden Schwaben derzeit sportlich nicht auf den streitbaren Routinier verzichten können. "In unserer Situation ist seine Verantwortung extrem gefordert und auch gefragt. Ich denke, dass er das weiß. Er ist ein sehr differenzierter Mensch, der sich viele Gedanken macht", sagte der neue Trainer Christian Gross. "Ich brauche eine Mannschaft, die zusammen steht, das muss bei allen präsent sein. Und da zähle ich auch Jens dazu. Ich gehe davon aus, dass er am Sonntag eine sehr gute Leistung bringen wird."

Gross hofft, dass seine ganze Mannschaft den Schwung aus dem Achtelfinal-Einzug in der Champions League am Mittwoch nach Mainz mitnehmen kann. "Gerade nach einem Champions-League-Spiel ist die Startphase in so einer Partie besonders wichtig", sagte der 55- jährige Schweizer. Für den 3:1-Erfolg gegen Unirea Urziceni hatte er die Spieler mit einem freien Donnerstag belohnt: "Spiele mit so einem finalen Charakter kosten unheimlich viel Energie."

Tasci fehlt gelb-gesperrt


Verzichten muss Gross beim Tabellen-Neunten auf den gelb-gesperrten Innenverteidiger Serdar Tasci. Ob Georg Niedermeier oder Khalid Boulahrouz den Nationalspieler ersetzen soll, verriet er nicht. Nach acht sieglosen Bundesliga-Spielen zählt für den 16. aber ohnehin nur das Resultat. "Wichtig ist, dass wir effizient und siegreich sind", sagte Gross.

DPA / DPA

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