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VfB-Trommler Magath: "Wer soll Meister werden, wenn nicht wir"

Lachnummer oder reelle Chance? Trotz zwölf Punkten Rückstand zu Werder glaubt VfB-Coach Felix Magath fest an den Titel für sein Team. Bayern wolle ja nur Zweiter werden.

Der VfB Stuttgart träumt trotz seines Riesenrückstands auf Spitzenreiter Werder Bremen vom Titel, und Felix Magath spuckt plötzlich ungewohnt große Töne. "Wer soll Meister werden, wenn nicht wir", sagte der Teammanager des schwäbischen Fußball-Bundesligisten nach dem ungefährdeten 2:0 (2:0)-Sieg gegen die "Löwen". "Wir haben das beste Restprogramm und unsere Schwächephase schon hinter uns. Werder wird noch sein Tief erleben."

"Eine reele Chance"

Magath beließ es aber nicht bei der kecken Kampfansage an die mit zwölf Punkten Vorsprung fast uneinholbar vor Stuttgart liegenden Bremer. "Bayern München will ja eh nur Zweiter werden", stichelte er auch kräftig gegen den deutschen Rekordmeister, nachdem dessen Präsident Franz Beckenbauer die Sicherung des zweiten Platzes als Hauptziel ausgegeben hatte. Mit seinem vollmundigen Vorstoß befürchtet Magath keinesfalls, zum Lautsprecher oder gar zur Lachnummer der Liga zu werden. "Wenn wir unsere Leistung konservieren, haben wir eine reelle Chance", sprach er von ´"einer hervorragenden Situation für den VfB".

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VfB-Präsident Staudt stimmt zu

Laut Magaths Hochrechnung soll der VfB-Rückstand gegen die Hanseaten nach dem Heimspiel gegen Bremen in zwei Wochen nur noch sechs Punkte betragen. Dann wolle er mal sehen, wie Werder das wegstecke, prophezeite er dem Favoriten Fracksausen. VfB-Präsident Erwin Staudt, im Januar von Magath wegen seiner forschen Forderung nach einem Titel noch abgebremst, konnte angesichts der Kehrtwende nur noch gleichziehen. "Ich lass doch den Trainer nicht im Stich", kündigte er den verbalen Schulterschluss mit dem vorpreschenden Magath an: "Wenn wir alles geben und Glück haben, sind wir am Schluss vielleicht ganz vorne."

Spieler bleiben zurückhaltend

Die Spieler reagierten auf die neue Marschroute eher perplex und zurückhaltend. Noch im Herbst, als die so genannten "jungen Wilden" sieben Spieltage lang die Spitze erstürmt hatten, war das Wort Meisterschaft nach Magath’scher Vorschrift tabu gewesen. "Wenn der Trainer sagt, wir holen den Titel, wird es schon stimmen", übernahm Mittelfeldmann Silvio Meißner jetzt gehorsam die neue Linie. Jungspund Philipp Lahm klang so keck wie auf dem Platz: "Warum sollten wir den Rückstand nicht aufholen und Meister werden?"

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