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Wechselbörse: Barcelona angeblich mit Ballack einig

Spanischen Medienberichten zufolge ist der Wechsel von Michael Ballack zum FC Barcelona perfekt. Der FC Bayern wollte keine offizielle Stellungnahme abgeben. Nur Beckenbauer bekannte sich erneut zum Mittelfeldstar.

Michael Ballacks Wechsel-Ambitionen nehmen trotz eines "kaiserlichen" Vetos immer konkretere Formen an. Der FC Barcelona hat spanischen Presseberichten vom Dienstag zu Folge angeblich eine Einigung mit dem Fußball-Nationalspieler des FC Bayern München erzielt. Von einem "mündlichen Pakt" und einer "vollständigen Einigung" schrieb die Sportzeitung "El Mundo Deportivo" am Dienstag. Barcelonas Vizepräsident Sandro Rosell bestätigte auf der Vereins- Homepage, dass er am Montag in München je ein Gespräch mit der Bayern-Führung und mit Ballacks Berater geführt habe. Von Seiten des deutschen Rekordmeisters hieß es am Dienstag dazu: "Der FC Bayern gibt zur Personalie Ballack keinen Kommentar ab."

Sollte Michael Ballack zu einem anderen Verein wechseln?

"Zwei interessante Treffen"

Der FC Barcelona geht offensiver mit dem Thema um; jedoch gibt es Widersprüche. Vize Rosell erklärte auf der Internetseite des Traditionsclubs: "Wir hatten zwei interessante Treffen." Nun warte man auf Reaktionen der Bayern-Führung. Diese könnten "in 24 Stunden, in einigen Tagen oder nie" kommen, so Rosell. Es habe sich zudem weniger um konkrete Verhandlungen als um einen «Austausch von Eindrücken» gehandelt. Mit dem Mittelfeldstar selbst sind die Katalanen offenbar schon weiter. "Barça hat das ’Ja’ des Spielers", berichtete «El Mundo Deportivo».

Angeblich hat Rummenigge sein Okay gegeben, während Hoeneß den Transfer bremse, hieß es in spanischen Medien. Die Verhandlungen würden langwierig und schwierig, "aber für den FC Barcelona spricht der Fakt, dass Ballack kommen will", schrieb die Zeitung «Sport». Nun will auch Barcelona auf Zeit spielen. "Wir gehen die Sache ganz ruhig an», sagte der Vizepräsident. "Wir werden nichts überstürzen, denn Eile kostet im Fußball viel Geld."

Beckenbauer: "Man sollte ihn halten"

Während die Bayern-Vorstände Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß derzeit offiziell in Urlaub sind, sprach sich Vereinspräsident Franz Beckenbauer erneut für einen Verbleib des bis 2006 vertraglich an München gebundenen Ballack aus. Er hätte etwas dagegen, wenn Ballack jetzt ginge, sagte Beckenbauer in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", "denn er ist einer unserer besten Spieler. Man sollte ihn halten und ihm die Flausen austreiben."

Beckenbauer: Kahn muss bleiben

Auch den wechselwilligen Oliver Kahn erinnerte Beckenbauer an dessen bis 2006 laufenden Vertrag. "Oliver Kahn ist längst so etwas wie eine Institution beim FC Bayern, und auch er ist noch bis 2006 an den Verein gebunden." Beckenbauer machte die Leistungsfähigkeit Kahns bei der EM von dessen Privatleben abhängig: «Wenn Oliver sein Privatleben in den Griff bekommt, wird er das andere auch in den Griff bekommen.»

Der ehemalige Bayern-Spieler Giovane Elber riet den Münchner Verantwortlichen dazu, den portugiesischen Champions-League-Sieger Deco für das Mittelfeld zu verpflichten und Ballack dennoch zu halten. "Die beiden könnten sehr gut zusammen spielen. Deco ist keiner, der gerne Defensivarbeit macht. Da könnte ihn Ballack prima ergänzen, er macht ja viel nach hinten», sagte Elber im «Bild»- Interview.

Jörg Vogelsänger und Andrea Wimmer

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