Fußball-WM 2010 Selbstkritische Deutsche freuen sich auf Three Lions


Es ist ein Fußballklassiker und ein vorgezogenes Endspiel für beide Teams. Jedes Mal, wenn Deutschland gegen England antritt, kochen die Emotionen hoch - und die Erinnerungen an das Wembley-Tor von 1966.

Jetzt geht die Fußball-WM erst richtig los: Unglaublich erleichtert, aber auch schon mit Vorfreude auf den Klassiker gegen England kehrten Deutschlands Fußballer nach dem 1:0-Zittersieg gegen Ghana in der Nacht zum Donnerstag in ihr südafrikanisches Stammquartier zurück. "Wir freuen uns auf England, das ist ein besonderes Spiel. Das Duell lebt von der Geschichte", erklärte Bundestrainer Joachim Löw.

Nach der bestandenen Nervenprobe im Vorrunden-Finale blickt Löw dem Achtelfinale am Sonntag (16.00 Uhr) in Bloemfontein hoffnungsvoll entgegen: "Für so eine junge Mannschaft ist es gut, durch so ein Stahlbad gegangen zu sein." Mesut Özil war am Mittwochabend mit seinem Traumtor in der 60. Spielminute der umjubelte Matchwinner vor 83 391 Zuschauern im Soccer City Stadion. "Ich bin sehr erleichtert, dass ich mein erstes Turniertor gemacht habe", sagte der Bremer, der vor der Pause eine Riesenchance ausgelassen hatte. "Mit aller Entschlossenheit hat er diesen Ball im Tor versenkt", lobte Löw.

Das Team habe sich gegen den Druck, als erstes deutsches Team bei einer Weltmeisterschaft in der Vorrunde zu scheitern, "gewehrt und gestemmt", hob Löw hervor. "Es sind uns tausend Steine vom Herzen gefallen", berichtete Torhüter Manuel Neuer, der vor dem Siegtor die deutsche Elf mit einer Glanzparade gegen Asamoah im Spiel gehalten hatte.

In der kurzen Zeit bis zum England-Spiel müssen nun neue Kräfte getankt werden. Löw zittert zudem um Mittelfeldchef Bastian Schweinsteiger, der wegen muskulären Problemen am linken Oberschenkel vorzeitig vom Platz musste. "Sollte er ausfallen, wäre das nicht gerade von Vorteil", kommentierte der Bundestrainer, der großen Respekt vor den Engländern äußerte: "Diese Mannschaft ist hoch gefährlich." Gerade auch bei Torjäger Wayne Rooney, der noch kein WM-Tor geschossen hat, wisse man, "dass er explodieren kann", warnte Löw.

"Wir müssen uns enorm steigern, um mithalten zu können", meinte Abwehrspieler Per Mertesacker, für den das besonders gilt. "Wenn wir Weltmeister werden wollen, müssen wir ohnehin jeden schlagen", meinte kess der junge Thomas Müller, der das Siegtor von Özil vorbereitet hatte. Die Engländer bezeichnete der Münchner als "geilen Gegner".

Im Fußball-Mutterland kann man den WM-Knüller gegen den Erzrivalen Deutschland ebenfalls kaum erwarten. "Macht Euch bereit für die deutsche Kriegsmaschine - der alte Feind hat das Achtelfinale gegen England gebucht", schrieb das Boulevardblatt "The Sun" nach dem deutschen Weiterkommen auf seiner Internetseite. Die Engländer hatten sich am Mittwoch durch einen knappen 1:0-Sieg gegen Slowenien als Zweiter der Gruppe C mit Ach und Krach für die erste K.o.-Runde qualifiziert.

DPA DPA

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