Nationalmannschaft Lehmann spottet über Neuer und Wiese


Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann hält Manuel Neuer nicht für den geeigneten Kandidaten als neue Nummer 1 im Kasten der Nationalmannschaft. Der Keeper des VfB Stuttgart keilt darüber hinaus aber auch gegen Tim Wiese aus.

Der 35 Jahre alte Jörg Butt vom designierten deutschen Meister Bayern München wird als dritter deutscher Torwart mit zur Fußball-WM nach Südafrika reisen. Dies berichtet Bild.de mit Berufung auf DFB-Kreise. Am Vortag hatte der als Nummer eins vorgesehene Leverkusener Rene Adler wegen einer anstehenden Rippen-Operation seine Teilnahme an der WM absagen müssen.

Derweil übte Stuttgarts Torwart Jens Lehmann, bei der WM 2006 die deutsche Nummer eins, Kritik an der Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw. "Wenn man Weltmeister werden will, ist es schwierig mit Manuel Neuer als Nummer eins. Er hat immer wieder Fehler gemacht", sagte Lehmann am Mittwoch am Rande des VfB-Trainings, fügte aber immerhin an: "Ich mag Neuer sehr. Er wird ein sehr guter Torwart werden..."

Für Butt hat der 40 Jahre alte Lehmann eine Empfehlung parat: "Wenn ich Butt wäre, würde ich mich nicht hinter Neuer und Wiese auf die Bank setzen wollen. Butt hat eine gute Saison gespielt und er hat ja auch Ansprüche." Er selbst, so Lehmann weiter, hätte sich bei der WM "nicht hinter die zwei (Neuer und Tim Wiese, d. Red.) auf die Bank gesetzt und nicht gespielt."

Indirekt nahm Lehmann laut Bild zudem den Bremer Wiese ins Visier. "Bei einer Personalie bin ich mir nicht sicher, ob mit großem Sachverstand gehandelt wurde", sagte er.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wollte am Mittwoch indes keine Stellungnahme zur Personalie Butt abgeben und verwies auf die Pressekonferenz am Donnerstag in Stuttgart (12.00 Uhr), bei der Löw seinen erweiterten WM-Kader bekannt gibt.

Offenbar wurden auch schon die Konkurrenten über die Entscheidung für Butt unterrichtet. Vor allem bei Borussia Dortmund stieß dies auf großes Unverständnis. "Die Entscheidung für Jörg Butt kann ich nicht nachvollziehen", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc der Bild-Zeitung: "Für mich wäre es logisch gewesen, Roman Weidenfeller mitzunehmen. Er hat in dieser Saison und in der Saison davor hervorragende Leistungen gebracht. Zudem ist er sportlich und menschlich gereift."

Zuletzt hatten BVB-Verantwortliche oder Weidenfellers Berater Michael Becker mehrfach deutlich Partei für den Dortmunder Schlussmann ergriffen und Kritik an Löw geäußert. Weidenfeller selbst hatte im März erklärt: "Die Entscheidung gegen mich ist schwer nachvollziehbar."

Nationalspieler Philipp Lahm, Teamkollege von Butt in München, brach dagegen eine Lanze für seinen Schlussmann. "Die Erfahrung spricht für ihn", sagte Lahm: "Er könnte der Mannschaften helfen, aber letztendlich muss er selbst entscheiden, ob er mitfährt." So oder so müsse man sich in Deutschland "keine Sorgen um die Torhüter machen

SID/dab SID

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker