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WM 2010: "Black Stars" lassen Afrika jubeln

Afrika bleibt im Turnier: Ghana hat im Achtelfinale die USA bezwungen und trifft in der nächsten Runde auf Uruguay. Nach dem frühen Führungstreffer durch Kevin-Prince Boateng kämpften sich die USA durch einen Elfmeter-Treffer in die Verlängerung. Dann schlug der Torjäger der "Black Stars" zu.

Nach langen 120 Minuten durften die ghanaischen Nationalspieler endlich ein Tänzchen aufführen. Während sich die Teamkollegen überglücklich in die Arme fielen, schnappte sich Verteidiger John Pantsil die Nationalflagge mit dem schwaren Stern und drehte die verdiente Ehrenrunde durch das Royal Bafokeng Stadion von Rustenburg. Nachdem die fünf anderen afrikanischen Mannschaften bereits nach der Vorrunde die Heimreise antreten mussten, mausert sich die junge Mannschaft Ghanas immer mehr zum Überraschungsteam der WM.

Asamoah Gyan schoss mit seinem Treffer gleich zu Beginn der Verlängerung sein Team zum 2:1-Sieg gegen die USA und löste damit Jubel auf dem ganzen Kontinent aus. Kevin-Prince Boateng hatte Ghana mit seinem Führungstor den Weg zum dritten Viertelfinaleinzug einer afrikanischen Mannschaft nach Kamerun (1990) und Senegal (2002) geebnet. Gegen Uruguay winkt am Freitag nun sogar das Halbfinale.

Donovan hält USA im Spiel


Landon Donovan schaffte für die US-Boys per Foulelfmeter (62.) nur den zwischenzeitlichen Ausgleich. Ex-Präsident Bill Clinton, Rock-Legende Mick Jagger und Basketball-Star Kobe Bryant drückten auf der Tribüne wie Millionen US-Fans in der Heimat am Ende vergeblich die Daumen. Bereits vor vier Jahren waren die US-Kicker an Ghana gescheitert - damals nach einem 1:2 im Gruppenfinale bereits in der Vorrunde.

Ghana stürmte vom Anpfiff weg munter drauflos und hinterließ damit sofort Wirkung beim Gegner. Die Amerikaner fanden keine Ordnung und offenbarten große Schwächen in der Defensive. Vor allem Ricardo Clark wirkte überfordert - nicht nur vor dem 0:1. Der Mittelfeldspieler vom Bundesligisten Eintracht Frankfurt musste seinen Platz schon nach einer halben Stunde räumen.

Boateng ebnet den Sieg


Gleich mit dem ersten Torschuss traf Boateng ins Schwarze und die US-Boys mitten ins Herz. Der in Berlin geborene Mittelfeldspieler, der erst kurz vor WM-Beginn sein Auswahl-Debüt für Ghana gefeiert hatte, überwand US-Keeper Tim Howard nach einem leichten Ballverlust von Clark mit einem Flachschuss aus 17 Metern. Es war das erste Länderspieltor des erneut stark auftrumpfenden Boatengs, in der 77. Minute wegen einer Oberschenkelverletzung humpelnd das Feld verließ.

Das frühe Tor verlieh dem einzigen im Turnier verbliebenen Afrika- Vertreter zusätzlich Flügel. Mit hoher Lauf- und Einsatzbereitschaft wurde der langsam um Linie bemühte Konkurrent, der 2009 im Finale des Confederations Cups stand, in Schach gehalten. Lediglich vor dem Tor fehlte es Ghana wie schon in der Vorrunde, als beide Treffer aus Elfmetern resultierten, an der nötigen Kaltschnäuzigkeit. Gyan (18.) scheiterte mit einem Freistoß an Howard, und auch Kwadwo Asamoah (37.) fand im US-Schlussmann seinen Meister.

In der zweiten Halbzeit kommen die USA zurück


Ghanas kompakte Abwehr wackelte in der ersten Hälfte nur einmal. Robbie Findley tauchte in der 35. Minute frei vor dem Kasten der Afrikaner auf, scheiterte aber an Richard Kingson. Die Quittung folgte prompt, denn Findley musste nach der Pause in der Kabine bleiben und wurde durch den Ex-Hamburger Benny Feilhaber ersetzt. Der neue Mann sorgte auch gleich für Gefahr, konnte Kingson aus Nahdistanz jedoch nicht überwinden.

Die USA rissen die Initiative nun an sich und setzten Ghana zunehmend unter Druck. Clint Dempsey knackte dann das Abwehr- Bollwerk, als er sich in den Strafraum durchtankte und von Jonathan Mensah von den Beinen geholt wurde. Den Strafstoß verwandelte Donovan sicher zum Ausgleich.

Der deutsche Vorrundengegner verdaute den Schock über das Gegentor nur mühsam. Kingson rückte immer mehr in den Mittelpunkt, als er sein Team gegen Jozy Altidore und Michael Bradley vor einem weiteren Rückschlag bewahrte. Zehn Minuten vor Ende der regulären Spielzeit verpasste erneut Altidore die Entscheidung. Dies rächte sich für die USA in der Verlängerung. Die ersten Minuten der zusätzlichen Spielzeit verschliefen die USA. Asamoah Gyan überraschte die Amerikaner mit einem fulminanten Sololauf und erzielte den verdienten Siegtreffer.

P.S.: Wie bewerten Sie den Auftritt der USA und Ghanas im Achtelfinale? Diskutieren Sie das Thema auf Fankurve 2010 der Facebook-Fußballfanseite von stern.de.

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