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Vier Fragen zum WM-Spiel: Das müssen Sie zu Frankreich gegen Nigeria wissen

Frankreich geht als klarer Favorit ins Achtelfinale gegen Nigeria. Die "Équipe tricolore" marschierte souverän durch die Vorrunde. Bei den Afrikanern sorgte zudem ein Prämienstreik für Aufregung.

Wie läuft's für Frankreich?

Das spricht nicht unbedingt für ein überbordendes Selbstvertrauen: Die französische Fußball-Nationalmannschaft stellt sich auch auf ein mögliches Elfmeterschießen ein. "Wir sind sehr gut vorbereitet, wir haben Videos gesehen", sagt Torwart Hugo Lloris in Brasília. Und ergänzt: "Die Entscheidung hängt manchmal an Details, das kann auch ein Elfmeterschießen sein."

Man merkt, dass Trainer Didier Deschamps ein Disziplinfanatiker ist, der nichts dem Zufall überlässt. Der neue Übermut bei "Les Bleues" stört ihn gewaltig. Worte wie "Spaziergang" oder "Pflichtaufgabe" will er nicht hören.

"Es ist gut, ambitioniert zu sein. Deshalb sind wir auch hier, aber aus Selbstvertrauen sollte keine Arroganz werden, denn sonst bekommt man Probleme", warnt auch Mittelfelddirigent Yohan Cabayé, der nach seiner Gelb-Sperre ins Team zurückkehrt. Ebenfalls mit dabei ist Mathieu Valbuena, dessen Kreativität und Zug zum Tor beim 0:0 gegen Ecuador schmerzlich vermisst wurden.

Wie läuft's für Nigeria?

Der Präsident ist im Anmarsch - und das ist für Nigerias Kicker womöglich ein gutes Zeichen. Zumindest heißt der Staatschef so: Goodluck Jonathan. Im Gepäck könnte er zudem die 3,8 Millionen Euro haben, wegen der die Spieler aus Nigeria zuletzt eine Trainingseinheit bestreikt hatten. Der hässliche Prämienstreit hatte die Vorbereitung auf das Achtelfinale gegen Frankreich zuletzt erschüttert, ehe der Präsident die Zahlung höchstpersönlich genehmigt haben soll.

Die Auseinandersetzung ums Geld soll aber keinen Einfluss auf die Leistung haben, versprach Kapitän Yobo. "Auf dem Platz kann man an nichts anderes denken", versicherte der Abwehrspieler: "Das Geld-Thema gab es vor dem ersten Spiel, und es war da vor dem Bosnien-Spiel und bevor wir gegen Argentinien gespielt haben - und es hat uns nicht beeinflusst." Dass Yobo vor einem Rekord steht, ist angesichts der WM-Prämien-Probleme ein bisschen untergegangen: Der 33-Jährige bestreitet gegen Frankreich sein 100. Länderspiel. Das Team ist erstmals seit 1998 wieder in der K.o.-Phase dabei.

Wer fehlt, wer ist gesperrt?

Frankreichs Coach Didier Deschamps muss wohl auf Innenverteidiger Sakho verzichten. Der Vizekapitän laboriert seit dem 5:2-Sieg gegen die Schweiz an einer Oberschenkelzerrung. "Er trainiert, aber wir müssen abwarten", sagt Deschamps. Für ihn läuft vermutlich Laurent Koscielny vom FC Arsenal auf. Unklar ist noch, ob Sturmtank Olivier Giroud oder aber Flügelflitzer Antoine Griezman von Anfang an spielen wird.

Nigerias Trainer Keshi ließ seine Spieler in Brasília zur Mittagszeit trainieren, zu der auch das Achtelfinale angepfiffen wird. Ersetzen muss der Coach den verletzten Mittelfeldakteur Babatunde, für den Uchebo von Beginn an spielen könnte.

Wer ist Favorit?

Die Statistik spricht klar für die Franzosen. Immer wenn die "Équipe tricolore" bei einer WM die Vorrunde überstanden hat, ist sie mindestens bis ins Halbfinale gekommen. Auch die Leistungen in der Vorrunde sprechen für Frankreich, das mit Siegen gegen Honduras und die Schweiz früh die Weichen fürs Achtelfinale gestellt hatte. Nigeria überstand nur mit Mühe die Gruppenphase, konnte in keinem der Vorrundenspiele restlos überzeugen. Der Prämienstreit hat sicher ebenfalls nicht zu einer konzentrierten Vorbereitung beigetragen.

Die Ausgangslage erinnert stark an das zweite Achtelfinale Deutschland - Algerien. Für eine mögliches Viertelfinale zwischen Frankreich und Deutschland dürften Wetter vermutlich keine besonders guten Quoten bekommen.

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kng/DPA / DPA

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