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Nach Erdogan-Treffen: Bierhoff sorgt sich um Özil und Gündogan und rudert ein Stück zurück

Trotz der anhaltenden Debatte um das Erdogan-Treffen setzt Joachim Löw für die WM in Russland auch auf Mesut Özil und Ilkay Gündogan. Teammanager Oliver Bierhoff fürchtet dennoch Auswirkungen auf die sportliche Leistung.

Oliver Bierhoff Sorge Özil Gündogan

Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff sorgt sich um Özil und Gündogan

DPA

Kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft in Russland kann sich Oliver Bierhoff nicht unbeschwert auf das Turnier freuen. Der Manager der deutschen Fußballnationalmannschaft fürchtet um die Verfassung zweier Spieler.

Im Interview mit der "Bild" räumte Bierhoff ein: "Ich mache mir weniger Sorgen generell um die Mannschaft, sondern eher um die beiden Spieler. Es beschäftigt Mesut und Ilkay schon sehr".

"Sie freuen sich darauf, für Deutschland spielen zu können"

Zwar würde Bundestrainer Joachim Löw bei der Auswahl seiner Aufstellung auch in Russland keine populistischen Entscheidungen treffen, "um jemanden zufriedenzustellen", erklärte Bierhoff. "Aber ein kleiner Aspekt kann dies natürlich schon sein."  

Dass Özil und Gündogan nach den klaren Unmutsbekundungen und auch Beleidigungen den Druck nicht standhalten und sogar aus dem WM-Kader ausscheiden könnten, hält der DFB-Direktor für unwahrscheinlich: "Das Gefühl habe ich nach den Gesprächen nicht. Sie freuen sich auf die WM, sie freuen sich darauf, für Deutschland spielen zu können." 

Der Bundestrainer werde auch nicht auf sie verzichten: "Dafür gibt es keine Anzeichen. Uns war wichtig, dass es von beiden ein klares Bekenntnis zur Nationalmannschaft und Deutschland gibt. Das haben sie uns in dem Gespräch ohne jeden Zweifel vermittelt."

Bierhoff will "keine Maulkörbe verteilen"

Die Entscheidung Özils, sich auch während der WM weiter nicht zu dem Treffen und den Fotos mit Erdogan zu äußern, könne er nur schwer beeinflussen, machte Bierhoff deutlich. Gerade in so einem persönlichen Fall könne er Ratschläge geben, "aber muss ich ihnen
etwas vorschreiben? Das ist schwierig", sagte der Manager.  "Mündig heißt ja, dass man selbst entscheidet und verantwortet, wie man reagiert. Und das tut Mesut. Ob es in diesem Fall richtig und gut für ihn ist, steht auf einem anderen Blatt."

Bierhoff, der zum Abschluss des Trainingslagers das Thema rigoros als beendet erklärt hatte, korrigierte sich selbst: "Ich will doch keine Maulkörbe verteilen und auf Befehl ein Thema beenden. Es ist ganz klar, dass die Diskussion über die Integration nicht beendet sein kann - auch nicht über das Foto." Das Thema gehe weit über das Erdogan-Foto hinaus.

WM-Testspiel: Nach Treffen mit Erdogan: Pfeifkonzert für Özil und Gündogan
fri / DPA

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