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WM-Finale: Aktivisten von Pussy Riot: Was wird aus den Flitzern vom WM-Finale?

Russland ist stolz auf die WM: Sie war fröhlich, sie war friedlich, sie war sicher. Doch ausgerechnet beim Finale überwinden Flitzer die Aufpasser und stürmen den Platz mit einer politischen Botschaft. Die Festgenommenen sind noch nicht auf freiem Fuß.

Pussy-Riot-Aktivistinnen auf dem Spielfeld in Moskau - Flitzer-Auftritt in Minute 53

So hat sich Wladimir Putin die finale Krönung seiner Weltmeisterschaft wohl kaum gewünscht: mit einem Protest vor laufenden Kameras für politische Freiheit. Die vier Aktivisten, die beim Endspiel zwischen Frankreich und Kroatien in Polizeiuniformen auf den Platz flitzten, gehörten zur kremlkritischen Punk-Gruppe Pussy Riot

Sie wollten aufmerksam machen auf Missstände, die der Straßenkarneval der Fans bei der WM nach Einschätzung vieler überstrahlt hat. Der Auftritt war eine bezeichnende Randnotiz, während die Fifa die "beste WM aller Zeiten" feiert und Russland um den Umgang mit dem Erbe des Turniers ringt. 

Pussy Riot beim WM-Finale

Die russische Polit-Punk-Gruppe Pussy Riot hat eine spektakuläre Protestaktion mit vier Flitzern beim WM-Finale für sich reklamiert.

DPA

Flitzer von Pussy Riot weiterhin in Polizeigewahrsam

Pussy Riot beanspruchte die Flitzer-Aktion bei Facebook für sich. In ihrer Mitteilung erklärten die Aktivisten, mit dem Auftritt wollten sie den "himmlischen (guten) Polizisten" die "irdischen (bösen) Polizisten" gegenüberstellen. Der "himmlische Polizist" freue sich über die Siege der Sbornaja und sei ein Vorbild für die Nation; der "irdische" gehe gegen Proteste vor und schere sich nicht um Regeln.

Die vier Flitzer befinden sich nach Angaben von Aktivisten weiterhin in Polizeigewahrsam. Pussy Riot teilte mit, die Festgenommenen sollten zu einer gerichtlichen Anhörung gebracht werden. Wann und wo diese stattfinden soll, sei aber unbekannt. Zudem beklagte die Gruppe in einer Mitteilung bei Facebook, dass die Behörden ihrem Anwalt den Zugang zu den Aktivisten verweigerten. Die Agentur "Tass" meldete hingegen, ein Anwalt habe sie besucht. Dem Portal "RBK" zufolge wird geprüft, ob ein Strafverfahren eingeleitet werden kann.

vit / DPA

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