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WM 2018: Klare Forderungen an Putin: Das war der Grund für die Flitzer-Aktion im WM-Finale

Im WM-Finale stürmen drei Frauen  und ein Mann das Spielfeld. Die Punk-Rock-Gruppe Pussy Riot verkündete, es sei ihre Aktion gewesen. Dazu stellten sie klare Forderungen an den Kreml.

Pussy-Riot-Aktivistinnen auf dem Spielfeld in Moskau - Flitzer-Auftritt in Minute 53

Vier Flitzer haben beim Finale der Fußball-WM zwischen Frankreich und Kroatien für eine kurze Unterbrechung gesorgt. Drei förmlich bekleidete Frauen und ein Mann stürmten am Sonntag in der 53. Minute auf den Rasen des Moskauer Luschniki-Stadions. Sie rannten beim Spielstand von 2:1 für Frankreich auf einige der Spieler zu, ehe sie von Ordnern eingefangen werden konnten. Die Punk-Rock-Gruppe "Pussy Riot" schrieb via Facebook auf Russisch und Englisch, dass sie hinter der Aktion stecke.

"Vor ein paar Minuten sind vier Pussy Riot-Mitglieder im WM-Finale aufgetreten und haben das Stück "Der Polizist kommt ins Spiel" performt." Mit der Aktion forderten sie von Russland unter anderem: "Lasst alle politischen Gefangenen frei. Verhaftet nicht für "Likes". Stoppt illegale Verhaftungen bei Kundgebungen. Ermöglicht politischen Wettbewerb in Russland."

Die vier Flitzer trugen Uniformen, die an Polizisten erinnerten, und flitzten fröhlich winkend auf den Platz. Einer der Aktivistinnen gelang es zuvor noch, mit Frankreichs Superstar Kylian Mbappe abzuklatschen.

NEWS FLASH! Just a few minutes ago four Pussy Riot members performed in the FIFA World Cup final match — ”Policeman...

Gepostet von PussyRiot am Sonntag, 15. Juli 2018

Pussy Riot: Bekannt für kremlkritsche Aktionen

Der argentinische Schiedsrichter Nestor Pitana schien die Flitzer im ersten Moment nicht zu bemerken, stoppte die Partie dann aber doch für kurze Zeit. Nachdem die Sicherheitskräfte die Störer vom Platz geführt hatten, wurde die Begegnung fortgesetzt.

Die Punkgruppe Pussy Riot hat in der Vergangenheit immer wieder kremlkritische Aktionen an öffentlichen Orten inszeniert. 2012 wurden drei Aktivistinnen nach einem "Punk-Gebet" in einer Kirche verhaftet, wegen "Rowdytums aus religiösem Hass" verurteilt und später begnadigt.

feh / DPA

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