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DFB-Krise Sammer will offenbar nicht Bierhoff-Nachfolger werden – nur Berater ist für ihn vorstellbar

Matthias Sammer
Laut übereinstimmender Medienberichte will Sammer nicht den Job von Bierhoff übernehmen
© Sven Hoppe / DPA
Es zeichnet sich ab, dass Matthias Sammer nicht Nachfolger des zurückgetretenen Oliver Bierhoff als DFB-Sportdirektor wird. Sammer könne sich höchstens eine beratende Funktion vorstellen, heißt es. Dafür lassen Aussagen von Hansi Flick aufhorchen.

Der frühere DFB-Sportdirektor Matthias Sammer ist laut übereinstimmenden Berichten zur Rückkehr zum Deutschen Fußball-Bund bereit, aber nur als Berater und nicht als Nachfolger des zurückgetretenen Sportdirektors Oliver Bierhoff. Trotz zahlreicher Stimmen, die für Sammer werben, möchte der 55-Jährige, der aktuell als Berater bei Borussia Dortmund sowie als TV-Experte arbeitet, den Job nicht. Der DFB hatte am Montagabend die Vertragsauflösung von Bierhoff bekannt gegeben. Der 54-Jährige war "Geschäftsführer Nationalmannschaften und Akademie".

Sammer fungierte von 2006 bis 2012 als DFB-Sportdirektor, im Anschluss war er zum FC Bayern gewechselt. Vor dem Bierhoff-Rücktritt hatte Sammer bei MagentaTV gesagt: "Ich bin glücklich in meinem Leben. Aber ich wäre glücklicher, wenn der Fußball in ein bisschen bessere Bahnen gelenkt wird. Helfen für den Fußball, für die Sache, das ist mein Leben. Aber gewisse Positionen brauche ich nicht mehr." Über die Nachfolge werden die DFB-Gremien beraten. Einem Bericht des "Kicker" zufolge wird auch Fredi Bobic, Geschäftsführer beim Bundesligisten Hertha BSC, für den Posten gehandelt. 

Für Hansi Flick bleibt Bierhoff die Relevanzgröße

Hansi Flick kann in der großen Enttäuschung über das Scheitern in Katar noch keine Lösung erkennen und wirft damit neue Fragen über seine eigene Zukunft als Bundestrainer auf. "Meinem Trainerteam und mir fällt im Moment die Vorstellung schwer, wie die durch Olivers Ausscheiden entstehende Lücke fachlich und menschlich geschlossen werden kann", äußerte der 57-Jährige in einem sehr persönlich verfassten Statement auf der DFB-Homepage am Dienstag.

"Unsere Zusammenarbeit war immer von Loyalität, Teamgeist, Vertrauen und Zuverlässigkeit geprägt. Zusammenhalt war die DNA unseres Teams", sagte Flick über sein Wirken an der Seite Bierhoffs. "Für mich persönlich war Oliver innerhalb des Teams mein erster Ansprechpartner und Freund. Wir hatten als gemeinsames Ziel das Projekt EM 2024 in Deutschland", sagte Flick. Beide hatten bereits beim WM-Triumph 2014 in Brasilien mit dem damaligen Bundestrainer Joachim Löw ein erfolgreiches Team gebildet.

Einen Rücktritt hatte Flick unmittelbar nach dem Turnier-Aus im Presseraum des Al-Bait Stadions von Al-Chaur nach dem nutzlosen 4:2 gegen Costa Rica abgelehnt. Nun macht der bei seinem ersten Turnier gescheiterte Bundestrainer zumindest zwischen den Zeilen klar, dass er die Heim-EM 2024 nur in Angriff nehmen will, wenn er einen aus seiner Sicht verlässlichen Partner an seiner Seite haben wird. Bierhoff bleibt für ihn die Relevanzgröße. 

Bei dem für diesen Mittwoch anvisierten Krisengipfel wird der Bundestrainer die Gründe für das nächste WM-Scheitern nun allein erklären müssen. DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte unmittelbar nach dem blamablen Vorrundenaus eine Sitzung mit ihm selbst, Bierhoff, Flick und Hans-Joachim Watzke als Aufsichtsratschef der Deutschen Fußball Liga (DFL) angekündigt. Erst wenn "die Analyse beendet ist", hatte Neuendorf betont, wolle man "auch mit einem Ergebnis" an die Öffentlichkeit gehen.

yks DPA

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