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Diskussion um Comeback: Helmer und Augenthaler kritisieren Löw: Zu stolz, um Mats Hummels um die Rückkehr zu bitten?

Nach der erneuten Abfuhr von Bundestrainer Joachim Löw an Mats Hummels haben sich zwei Ex-Nationalspieler in die Diskussion eingemischt. Ihr Verdacht: Löw ist zu stolz, den BVB-Verteidiger um eine Rückkehr in die DFB-Elf zu bitten.

Joachim Löw und Mats Hummels vor einer Trainingseinheit des DFB-Teams

Die Rufe nach einer Rückkehr von Mats Hummels werden lauter. Doch noch hält Bundestrainer Joachim Löw an seiner Entscheidung fest und setzt auf jüngere Spieler.

DPA

Für viele Fußballfans in Deutschland ist es nur eine Frage der Zeit, bis Mats Hummels wieder im DFB-Trikot aufläuft. Erst recht, nachdem sich Innenverteidiger Niklas Süle am vorletzten Bundesliga-Spieltag so schwer verletzt hat, dass zumindest die EM-Qualifikation ohne ihn gemeistert werden muss. Doch Joachim Löw denkt offenbar gar nicht daran, den ausgemusterten Weltmeister von 2014 in seinen verjüngten Kader zurück zu holen. Das sei "im Moment kein Thema", so der Bundestrainer in einem Interview mit der "Braunschweiger Zeitung". Neben halb Fußball-Deutschland lässt er damit auch zwei ehemalige Weltklasse-Verteidiger ratlos mit dem Kopf schütteln.

Augenthaler fordert Gespräch unter Männern

In einem Interview mit dem Fachmagazin "Kicker" warf Klaus Augenthaler, Fußballweltmeister von 1990, jetzt die Frage auf, ob Löw zu stolz sei, um Hummels um die Rückkehr zu bitten". Der langjährige Libero des FC Bayern München ist sicher, dass man "mit einem Gespräch unter Männern alles klären könnte". Thomas Helmer, der selbst 68 Mal für Deutschland spielte,  lässt Löw ebenfalls "ziemlich ratlos" zurück. Der 54-Jährige bemängelt, dass es derzeit keinen Abwehrchef im Löw-Team gibt und fordert deshalb: "Diese verjüngte Mannschaft braucht hinten im Zentrum einen Mann mit Erfahrung, mit Ausstrahlung, eine Führungsfigur." Für ihn laufe deshalb alles auf eine Rückkehr von Mats Hummels hinaus.

Löw: "Keine Ahnung, was nächstes Jahr sein wird"

In den letzten Länderspielen hatte das DFB-Team offensiv zwar durchaus überzeugt – kassierte bei den Partien gegen die Niederlande (2:4 in der EM-Quali) und Argentinien (2:2) aber insgesamt sechs Gegentore. Doch statt Hummels zurück zu holen, sieht Löw "ein paar andere, junge Abwehrspieler, die sich in den nächsten Monaten noch entwickeln können". Wen genau er damit meinte, sagte er nicht. Auch wenn es aktuell nicht danach aussieht, dass Löw in der Causa Hummels doch noch über seinen Schatten springt – endgültig ausgeschlossen hat er ein Comeback des 30-Jährigen erneut nicht. "Keine Ahnung, was nächstes Jahr sein wird", wird Löw vielsagend zitiert. Sollte Hummels doch noch zu seinem 71. Länderspiel kommen, würde sich – und auch da ist sich Fußball-Deutschland einig – Löw keinen Zacken aus der Krone brechen. "Ein Ja für Hummels bedeutet für den Bundestrainer keinen Gesichtsverlust", findet auch Thomas Helmer.

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Hummels selbst, der im März von Löw aussortiert worden war, hatte zuletzt angedeutet,  gern noch einmal ins Nationaltrikot schlüpfen zu wollen. "Bisher habe ich in meinem Leben immer abgehoben, wenn Jogi Löw angerufen hat. Vermutlich würde ich das auch nächstes Mal machen", sagte Hummels der "Sport Bild". Egal, wie sich Löw entscheidet: In den beiden ausstehenden EM-Qualifikationsspielen gegen Weißrussland und Nordirland müssen die Youngster ran – und beweisen, dass Löw mit seiner rigorosen Hummels-Politik richtig liegt.

js / DPA

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