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Eisschnelllauf Lara van Ruijven: Der Sprint auf dem Eis war ihr Leben

Lara van Ruijen
Die Eisschnellläuferin Lara van Ruijen beim letzten Weltcup im Februar in Dordrecht.
© Vincent Jannink / ANP / Picture Alliance
Lara van Ruijven galt als Star der niederländischen Eisschnelllaufszene. Bei den Olympischen Spielen in Peking wollte die amtierende Weltmeisterin noch einmal groß auftrumpfen. Jetzt ist die 27-Jährige gestorben.

Eisschnelllauf war ihr Leben. Lara van Ruijven war sechs, als sie sich dem Sport versprach. Gestartet auf der Langstrecke, dauerte es nicht lange, bis die Niederländerin ihre Bestimmung auf der Kurzstrecke fand. Es war Liebe auf den ersten Runden. "Ich versuchte es und kehrte nie wieder auf den Long Track zurück", erzählte sie noch im März dem "Telegraaf". Jahre später sollte sie zu einer der erfolgreichsten Eisschnellläuferinnen ihres Landes werden. Jetzt ist die amtierende Weltmeisterin gestorben.

Ein Olympiasieg, das war ihr Traum. Einer, den sie seit sie ein kleines Mädchen war, mit sich trug, für den sie trainierte und kämpfte. Zehn war sie, als sie sich diesem Karriereziel verschrieb. Geboren in eine Familie von Sportlern, die Mutter spielte Tennis, der Vater war einst Radfahrer gewesen, versuchte sich van Ruijven nicht nur auf dem Eis - wie ihr Bruder spielte sie auch Feldhockey. 

Sprint an die Weltspitze

Erst mit 17, als die Einladung ins Trainingszentrum nach Heerenveen kam, fielen die Würfel endgültig für den Eisschnelllauf. Sie ließ den Abschlussball sausen, wechselte die Schule und setzte alles auf Sieg. 

Dass sie Teil der Nationalmannschaft wurde, war nur der nächste logische Schritt. Fortan an ihrer Seite: Jeroen Otter. Einer, wenn nicht der beste Trainer der Branche. Er pushte sie weiter, mit Erfolg. Van Ruijens sportliche Gipfelerstürmung ließ nicht lange auf sich warten.

Schnell wurde sie zu einem Star der niederländischen Eislaufszene. Mit 19 Jahren debütierte sie beim Weltcup in Dresden, danach folgten etliche Medaillen in Europa- und Weltmeisterschaften. 2019 dann der Sieg bei den Weltmeisterschaften in Sofia. Es war ihr größter Erfolg. Für die ehrgeizige van Ruijven alles andere als ein Grund sich auszuruhen. So berichtete sie dem "Telegraaf": "Es ist zwar schwierig an die Spitze zu kommen, aber noch schwieriger, dort zu bleiben." 

Lara Van Ruijven war keine, die ihre Karriere bis zum bitteren Ende ausreizen wollte. "Ich will kein jämmerliches Ende meiner Karriere haben. Ich hoffe, wenn es soweit ist, wird mir jemand in meiner Umgebung sagen: Lara, hör auf! Es war schön, aber jetzt bist du fertig!'", sagt sie dem "Telegraaf". Bereits nach den Olympischen Spielen in Sotchi hatte sie übers Aufhören nachgedacht. Pyeonchang im Februar 2018 sollten ihre letzte Spiele werden. Eine Medaille noch, dann Schluss. Aber es kam anders. Die Bronzemedaille, die sie mit der 3000-Meter-Staffel gewann, waren ihr als Abschluss nicht gut genug.

Unzufrieden mit den Ergebnissen, entschied sie, es der Sportwelt noch einmal zeigen zu wollen. Die Olympischen Winterspiele in Peking 2022 sollten ihre Spiele werden. Alles danach wollte sie auf sich zukommen lassen. "Man kann nicht im Voraus wissen, was im Privatleben und im Sportlerleben passieren wird", sagte sie.

Im Juni wurde bei Lara van Ruijven während eines Trainingslagers in Frankreich eine Autoimmun-Erkrankung diagnostiziert. Daraufhin wurde sie im Krankenhaus in Perpignan ins künstliche Koma versetzt. Aber ihr Zustand verschlechterte sich weiterhin. Auch mehrere Operationen konnten das Leben der 27-Jährigen nicht retten. Der Kampf gegen die Krankheit sollte ihr letzter werden.


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