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Gold-Abo: Springreiter feiern goldenen Hattrick

Auf die deutschen Springreiter ist immer noch Verlass: Mit ausgelassenem Jubel feierte das Quartett bereits vor dem abschließenden Ritt von Ludger Beerbaum den dritten Olympiasieg in Folge

Becker hätte sich bei seinem Ritt mit Cento fünf Fehlerpunkte erlauben dürfen, mit vier Zählern erreichte er das Ziel und war danach außer sich vor Freude.

Fünftes Gold für Ludger Beerbaum

"Ich hatte keine Ahnung, wie viele Fehler ich mir leisten konnte. Ich habe nur versucht, mich auf meinen Ritt zu konzentrieren. Bis auf den Fehler am letzten Hindernis hat das gut geklappt. Jetzt freuen wir uns riesig", jubelte Becker. Für Beerbaum war es bereits das fünfte Gold. Der Fahnenträger kann nun mit einem Einzel-Erfolg am Freitag Hans-Günter Winkler den Titel als erfolgreichster Reiter aller Zeiten abjagen. Dem Siegerteam gehörten zudem Christian Ahlmann (Marl) mit Cöster und Marco Kutscher (Riesenbeck) mit Montender an.

Nachdem Ahlmann im zweiten Umlauf mit Cöster acht Fehlerpunkte kassiert hatte, drohte das Unternehmen Gold noch einmal in Gefahr zu geraten. «Das ist sehr schade», klagte der zerknirschte Doppel- Europameister nach seinen beiden Abwürfen. Die anderen Reiter standen dadurch «leider noch mehr unter Druck». In der ersten Runde war Ahlmann bereits mit einem Abwurf gestartet. «Das geht auf seine Kappe», kommentierte Beerbaum.

Doch dann lieferte Kutscher seine zweite Null-Runde des Tages und brachte die Deutschen, die bereits nach dem ersten Durchgang in Führung gelegen hatten, endgültig aus Gold-Kurs. «Das lief sehr gut», kommentierte Bundestrainer Kurt Gravemeier. Überhaupt war Kutscher mehr als nur Ersatzreiter und wusste im Sattel von Montender vollauf zu überzeugen.

«Der Druck ist schon groß», berichtete der 29-Jährige. «Wenn man für Deutschland reitet, ist er immer groß, denn wir zählen immer zu den Favoriten.» Für Kutscher galt das ganz besonders, denn er rückte erst eine Woche vor Beginn der Spiele in die Mannschaft. Das Pech des Weltranglisten-Ersten Marcus Ehning (Borken), dessen Hengst For Pleasure sich verletzte, war sein Glück. «Ich glaube, ich habe heute bewiesen, dass ich zu Recht dabei bin.»

Einen Schock erlebten die Franzosen. Das Weltmeister-Team musste den Start für die zweite Runde absagen. Zunächst fiel Weltcup-Sieger Bruno Broucqsault nach einer schweren Sehnen-Verletzung seines Pferdes Dileme de Cephe aus. Kurz danach zog Eric Navet seinen Dollar du Murier zurück. Statt der Franzosen durften am Dienstagabend die von Paul Schockemöhle (Mühlen) trainierten Südkoreaner starten.

Michael Rossmann und Peter Hübner, DPA / DPA

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