Olympische Spiele "Peking ist bereit, China ist bereit"


Die Welt blickt nach Peking: In wenigen Minuten werden die 29. Olympischen Spiele eröffnet. Die Vorbereitungen für das größte Sportereignis der Welt sind abgeschlossen. Das chinesische Volk habe lange auf diesen Tag gewartet, sagte Chinas Chef-Organisator Wang Wei. Allerdings übte er wegen des Starttermins Kritik am IOC.

Wenige Stunden vor der Eröffnung der 29. Olympischen Spiele sind die Vorbereitungen für das größte Sportereignis der Welt abgeschlossen. "Peking ist bereit, China ist bereit", sagte Wang Wei, der Generalsekretär des Organisationskomitees Bocog. China und das chinesische Volk hätten lange auf diesen Tag gewartet. Wer am Abend das olympische Feuer vor rund 90.000 Zuschauern im Pekinger Nationalstadion entzünden wird, soll bis zuletzt ein Geheimnis bleiben.

China hätte Spiele gerne im September gehabt

Das Pekinger Wetteramt sagt für den Abend leichte Schauer voraus. Auch im Falle eines Unwetters soll die dreieinhalbstündige Zeremonie aber nicht abgebrochen werden. "Was immer passiert, die Eröffnungsfeier wird fortgesetzt", sagte Wang. Chinas oberster Olympia-Organisator kritisierte in der Debatte um Hitze, Schwüle und Luftverschmutzung in Peking allerdings auch indirekt das Internationale Olympische Komitee (IOC). "Wir hätten die Eröffnungsfeier gerne viel später gehabt", sagte Wang. Im September sei das Wetter in Peking besser - "auch für die Athleten". Doch der Termin sei mit Blick auf den "internationalen Sportkalender" gewählt worden. Der August ist der feuchteste und schwülste Monat in Peking. Im September sind zudem die Temperaturen niedriger.

Erstmals räumte Wang auch Fehler ein. China sei noch ein Entwicklungsland und "leider können wir nicht alle Probleme lösen". Obwohl die chinesische Organisation allgemein gelobt wird, hatte es in den vergangenen Tagen kleinere Pannen gegeben. Die groß gewachsenen australischen Ruderer beklagten sich über zu wenig Platz in kleinen chinesischen Bussen. Der Fahrer einer Gruppe australischer Athletinnen verirrte sich auf dem Rückweg ins olympische Dorf. Und bei den Eingangskontrollen ins Medienzentrum war am Donnerstag mehreren Journalisten trotz gültiger Akkreditierung der Zutritt verweigert worden.

Einschränkungen für Journalisten bleiben

Für die 25.000 Journalisten aus aller Welt, die in Peking von den Sommerspielen berichten werden, wird es weiter Internet-Zensur und Einschränkungen geben. Das Organisationskomitee Bocog bekräftigte, dass Internetseiten gesperrt bleiben, die der nationalen Sicherheit und dem "gesunden Wachstum der jungen Generation" schaden. Damit ist weiter kein Zugang zu Online-Angeboten der chinesischen Demokratiebewegung, von Menschenrechtsorganisationen und Minderheiten wie Tibetern und Uiguren möglich. Einschränkungen gibt es auch für die internationalen Fernsehanstalten, die die Übertragungsrechte gekauft haben: Sie dürfen auf dem Platz des Himmlischen Friedens keine Interviews führen oder Interviewgäste mitbringen. "Wir ermutigen die Leute nicht, dort Interviews zu führen", sagte Bocog-Generalsekretär Wang.

Der südkoreanische Fernsehsender SBS wurde von der Eröffnungsfeier ausgeschlossen. Der Sender hatte in der vergangenen Woche heimlich Aufnahmen von einer Generalprobe der Feier gemacht. Die Organisatoren warfen dem Sender vor, damit auch die Rechte anderer Fernsehanstalten verletzt zu haben. "Man muss sich an die Regeln halten", sagte Wang, "wir brauchen ethische Standards."

Zu der feierlichen Eröffnung im futuristischen Olympiastadion haben sich nach Angaben des Organisationskomitees rund 100 "Würdenträger nationaler Regierungen" angemeldet. Unter den Gästen sind US-Präsident George W. Bush, der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy und der russische Ministerpräsident Wladimir Putin. Dagegen reist Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht nach Peking, weil die Eröffnungsfeier mit ihrem Sommerurlaub kollidiere. Auch der britische Premierminister Gordon Brown fehlt. Er will nur zur Abschlusszeremonie am 24. August kommen.

joe/DPA/AP AP DPA

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