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DSV-Flotte bei Olympia 2012: Jung, hungrig und optimistisch

Die deutschen Segler wollen in London erfolgreicher sein als bei den letzten Olympia-Starts. Nach den mauen Ergebnissen in Athen und Peking werden in London mindestens zwei Medaillen erwartet.

Die deutschen Segler starten hoffnungsfroh in die olympische Regatta: Nach der medaillenlosen Hitzeschlacht von Athen 2004, einmal Bronze im Algenpest-Revier von China 2008 und einer massiven Verjüngungskur will die DSV-Flotte vor Weymouth an alte Glanzzeiten anknüpfen. Vier Frauen und acht Männer kämpfen in acht von zehn olympischen Segel-Disziplinen um Edelmetall. Es ist mit einem Altersschnitt von 27 Jahren das jüngste deutsche Segel-Team, das je zu Olympischen Spielen antrat.

RS:X-Surfer Toni Wilhelm (Dogern) ist der einzige im Team, der 2004 schon mal an einer Olympia-Regatta teilnahm. Der 29-Jährige ist seit dem enttäuschenden 30. Platz gereift und zählt zum erweiterten Favoritenkreis. Auch Lasersegler Simon Grotelüschen aus Lübeck und Robert Stanjek/Frithjof Kleen (Berlin) im Starboot segeln nahe der Top-Ränge. Aktivensprecher Stanjek ist mit 31 ältester DSV-Segler der XXX. Olympischen Spiele. "Medaillen wird in England nur gewinnen, wer als Segler alles beherrscht", sagt der Vize-Weltmeister von 2011.

Jüngstes Mitglied in der DSV-Equipe, die seit 2010 zusätzlichen Rückenwind durch Unterstützung der Förderinitiative Sailing Team Germany erhielt, ist Moana Delle (Kiel). Die 23-jährige RS:X-Surferin gilt als Sonnenschein im Team und hat mit einem Weltcupsieg in diesem Jahr ihre Medaillenansprüche angemeldet.

Mit stark steigender Leistungskurve starten Kathrin Kadelbach/Friederike Belcher im 470er. Die 49er-Crew Tobias Schadewaldt/Hannes Baumann will als Dritte im Gesamt-Weltcup die Favoriten in der schnellen Gleitjolle fordern. Kaum Chancen auf Medaillen eingeräumt werden dagegen Ferdinand Gerz/Patrick Follmann (München/470er) und Laser-Radial-Steuerfrau Franziska Goltz.

Deutschlands erfolgreichster Olympia-Segler, Jochen Schümann, der in seiner Karriere dreimal Gold und eine Silbermedaille gewann, drückt mit seinem optimistischen Tipp den Aufwärtstrend aus: "Zwei Medaillen sind mindestens drin. Die Überraschung könnte dann die dritte sein."

Der Star der olympischen Segelregatta steht aber schon vor dem Startschuss am 29. Juli fest: Großbritanniens Überflieger Ben Ainslie will mit seinem möglichen vierten Olympiasieg neben einer Silbermedaille zum erfolgreichsten Olympia-Segler aufsteigen. Er würde damit den Dänen Paul Elvström (4x Gold) vom Thron stoßen.

Die Wettfahrten werden vor der Küste Dorsets zwischen Weymouth und der Halbinsel Portland ausgefahren. Das Olympia-Segelzentrum ist die "Weymouth and Portland National Sailing Academy" auf Portland, dort ist auch das Olympische Dorf beheimatet. Das DSV-Team bezieht zwei Häuser: Eines für die Athleten, eines für die Betreuer. Teamleiterin ist DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner aus Hamburg.

Von Tatjana Pokorny /DPA / DPA

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