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Olympia 2012: Pistolen-Schumi führt deutsches Schützen-Team an

Sechsmal ist Ralf Schumann bisher bei Olympischen Spielen gestartet. Dabei gewann der Pistolenschütze dreimal Gold und zweimal Silber. Auch in London strebt er wieder nach einer Medaille.

Angeführt vom dreimaligen Olympiasieger Ralf Schumann gehen die deutschen Sportschützen bei den Sommerspielen mit großer Zuversicht an den Start. Der 50 Jahre alte Experte mit der Schnellfeuerpistole will bei seiner siebten Olympia-Teilnahme noch einmal eine Medaille holen. "Ich will in London meine Technik möglichst perfekt umsetzen, einen guten Wettkampf schießen und möchte gewinnen - auch wenn der Sieg nicht alles ist. Als Sportler strebt man ihn aber immer an", bekennt der gelernte Kfz-Schlosser und Feinmechaniker.

Der vom Weltverband ISSF als "Schütze des Jahrhunderts" ausgezeichnete Schumann betonte vor seiner Abreise: "Ich bin im Plan". Das Selbstvertrauen des viermaligen Weltmeisters und 13-maligen Europameisters hat auch nicht darunter gelitten, dass sein 39. und vorerst letzter Weltcupsieg bereits vier Jahre zurückliegt. "Die Lehrmeinung geht davon aus, dass ältere Sportler in der Reaktionsgeschwindigkeit nachlassen. Das ist bei mir nicht so. Ich schaffe bei Tests sogar noch neue Bestmarken", erzählte er.

Das Olympia-Ticket hatte sich der 1,67 Meter große Ausnahmekönner schon mit Platz zwei im Weltcup 2011 in München gesichert. Nach Abschluss des Studiums in Köln bereitet sich der Perfektionist seit vergangenem November auf London vor. Dafür hat er einige neue Trainings-Reize gesetzt. "Beim Olympia-Test im April in London hat das auf dem Niveau funktioniert, das ich zu dem Zeitpunkt erreichen wollte", stellte Schumann fest.

Aber nicht nur "Schützen-Schumi" hat Medaillenchancen. Zwar sprang zuletzt beim Heim-Weltcup in München kein Sieg heraus, doch die zielsicheren Deutschen gehören seit Jahrzehnten zur Weltspitze. Besonders die Gewehr-Frauen um Weltmeisterin Barbara Engleder oder der siebenmaligen Weltmeisterin Sonja Pfeilschifter können jederzeit um den Sieg mitkämpfen. "Wenn das Finale in London auch so klappt, hält mich niemand auf", meinte Engleder nach dem besten Weltcup-Finalergebnis aller Starterinnen in München.

Auch der Olympia-Dritte von Peking, Christian Reitz, plant einen Coup. "Die Technik stimmt einigermaßen. Natürlich gibt es immer noch ein paar Kleinigkeiten, an denen man feilen muss, aber man muss ja auch bis London noch etwas zu tun haben", sagte Reitz. Im Skeetschießen hat die dreimalige Weltmeisterin Christine Wenzel ebenfalls beste Medaillenchancen, nachdem sie in Peking als Debütantin bereits Bronze gewann und dann eine 18 Monate lange Baby-Pause einlegte.

Von Frank Kastner/DPA / DPA

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