Olympia-Update, Tag 8 Überraschungs-Silber für deutschen Radler


Den hatten sie nicht auf dem Schirm: Völlig überraschend holt Roger Kluge beim Punktefahren über 40 Kilometer im Velodrom Silber. Ebenfalls Silber holten Christiane Huth und Annekatrin Thiele im Doppelzweier, während Timo Boll sein Tischtennis-Team ins Finale brachte. Pech hatten Dirk Nowitzki und die deutschen Basketballer. Die Ergebnisse des achten Wettkampftags im Überblick.

Am Ende hat es nicht gereicht. Die deutschen Basketballer um Dirk Nowitzki verloren ihr Vorrundenspiel gegen China mit 55:59. Damit die Deutschen keine Chance mehr, ins Viertelfinale von Peking einzuziehen.

Hauchdünn war der Abstand - erst im Fotofinish war klar: Christiane Huth und Annekatrin Thiele haben im Doppelzweier mit Silber die einzige Medaille für den bei Olympia sonst so erfolgsverwöhnten Deutschen Ruderverband errungen.

Mit Silber durch Ralf Schumann und Bronze durch Christian Reitz haben die deutschen Schnellfeuerpistolen-Asse dem Erwartungsdruck auf dem olympischen Schießstand in Peking standgehalten. Nach einem Wechselbad der Gefühle mit mehreren Zittereinlagen wurde der Ukrainer Oleksandr Petriv am Samstag mit 780,2 Ringen erstmals Olympiasieger mit der Olympischen Schnellfeuerpistole. Der 46 Jahre alte dreimalige Olympiasieger Schumann vom Förderverein Schießsportzentrum Suhl belegte mit 779,5 Ringen den zweiten Platz. Nur 0,2 Ringe dahinter gab es für Olympia- Neuling Reitz (Kriftel) Bronze.

Der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbunds Michael Vesper hat das Abschneiden der deutschen Mannschaft zur Halbzeit der Olympischen Spiele gelobt. "Wenn man die ersten sieben Tage sieht, haben wir einen guten Start hingelegt", sagte Vesper. "Das lässt uns hoffen, unser selbst gestecktes Ziel, den Abwärtstrend zu stoppen und mindestens so gut abzuschneiden wie in Athen, zu erreichen." Zu den Enttäuschungen zählte er unter anderem die Ergebnisse der Straßenradfahrer und der Schwimmer. Positiv seien Judo, Ringen und Fechten gewesen. Vor dem achten Tag war das deutsche Team unter anderem mit acht Mal Gold Dritter im Medaillenspiegel.

Fußball

Fußball, Männer, Viertelfinale> Das Traum-Halbfinale beim olympischen Fußball- Turnier der Männer zwischen Brasilien und Argentinien ist perfekt. Der Rekord-Weltmeister qualifizierte sich durch ein 2:0 gegen Kamerun für die Vorschlussrunde, musste aber über 120 Minuten gehen. "Überstunden" machte anschließend auch der Olympiasieger von 2004 und große südamerikanische Erzrivale beim 2:1 über die von Roy Makaay als Kapitän angeführte Niederlande. Im zweiten Semifinale treffen Belgien und Nigeria aufeinander.

Rafael Sobis (101.) und Marcelo (105.) bewahrten Gold-Anwärter Brasilien vor 41 043 Zuschauern in Shenyang vor einer unliebsamen Überraschung. "Wir wussten, dass es ein schweres Spiel werden würde", sagte Trainer Carlos Dunga, der auch auf die drei Bundesligaprofis Diego, Rafinha und Breno setzte. Obwohl der Favorit nach einer Gelb- Roten Karte für den Kameruner Albert Baning ab der 51. Minute in Überzahl spielte, taten sich Ronaldinho & Co. schwer.

Auch Argentinien musste gegen die Niederlande vor 51 366 Zuschauern in Shanghai harten Widerstand brechen. Die Führung durch Lionel Messi (14.) glich Otman Bakkal (36.) vor der Pause aus. Erst in der Verlängerung erlöste Angel di Maria (105.) mit seinem Siegtor die Gauchos. Nigeria entschied das Afrika-Duell gegen die Elfenbeinküste mit 2:0 für sich. Peter Odemwingie (44.) und Victor Obinna (82.) per Foulelfmeter erzielten die Tore für den Olympiasieger von 1996.

Belgien war durch ein 3:2 (2:1) gegen Italien auch ohne den auf Drängen des Hamburger SV aus Peking abgereisten Vincent Kompany als erste Mannschaft in die Vorschlussrunde eingezogen. Vor 50 802 Zuschauern im Arbeiterstadion der Olympia-Stadt avancierte Moussa Dembele mit einem Doppelpack in der 24. und 79. Minute zum Matchwinner der eine Stunde lang in Unterzahl spielenden Belgier. Das dritte Tor steuerte Kevin Mirallas (45.+2) bei. Für die Azzurri traf Giuseppe Rossi (18., 74./Foulelfmeter) doppelt. Nach Gelb-Roten Karten fü-r den Belgier Thomas Vermaelen (17.) und den Italiener Emiliano Viviano (80.) beendeten beide Teams die Partie zu zehnt.

Basketball

Basketball, Männer, Vorrunde

Deutschlands Basketballer haben nach einer 55:59 (31:27)-Niederlage gegen China keine Chance mehr auf die Teilnahme am Viertelfinale beim Olympia-Turnier. Das DBB-Team und sein Top-Star Dirk Nowitzki zeigten eine schwache Leistung und kassierten im vierten Spiel ihre dritte Niederlage. Vor 18 000 Zuschauern im Wukesong Sports Center erzielten die NBA-Profis Dirk Nowitzki (24) und Chris Kaman (10) sowie Pascal Roller (13) die meisten Punkte für Deutschland. Bei den Chinesen erzielte der 2,26 Meter große Yao Ming 25 Punkte. Das abschließende Spiel gegen die USA am Montag ist für die deutsche Mannschaft ohne sportliche Bedeutung.

Gewichtheben

Gewichtheben, Frauen, Superschwergewicht

Die südkoreanische Gewichtheberin Jang Mi-Ran ist Olympiasiegerin im Superschwergewicht. Die Olympia-Zweite von Athen und dreimalige Weltmeisterin bewältigte in der letzten Frauen-Entscheidung die Weltrekordlast von 326 Kilogramm im Zweikampf und stellte zudem Weltrekorde im Reißen (140 kg) und Stoßen (186 kg) auf. Zweite wurde die Ukrainerin Olga Korobka. Die mit 166,97 Kilogramm schwerste Frau der Olympischen Spiele schaffte 277 Kilo und verwies Maria Grabowetskaja aus Kasachstan (270 kg) auf Platz drei. Deutsche Athletinnen waren nicht am Start.

Radsport

Bahn, Punktefahren, Männer

Roger Kluge hat bei den olympischen Bahnrad-Wettbewerben völlig überraschend die Silbermedaille im Punktefahren über 40 Kilometer gewonnen. Der 22 Jahre alte Cottbuser musste sich im Finale nur dem Spanier Joan Llaneras geschlagen geben. Bronze ging an den Briten Chris Newton. Kluge eroberte damit die zweite Medaille für die deutschen Bahnradfahrer nach dem Bronzegewinn am Freitag im Teamsprint.

Bahn, 4000 m Einzelverfolgung, Männer

In der 4000 Meter-Einzelverfolgung, in der deutsche Fahrer zum ersten Mal seit 1952 nicht vertreten waren, fuhr der britische Topfavorit Bradley Wiggins im Finallauf gegen den Neuseeländer Hayden Roulston zu Gold. Bronze holte sich Steven Burke ebenfalls aus Großbritannien. Die britische Vorherrschaft im Bahnradsport unterstrichen Wiggins' Landsfrauen Rebecca Romero und Wendy Houvenaghel, die am Sonntag um Gold in der Einzelverfolgung fahren.

Bahn, Keirin, Männer

Carsten Bergemann hat bei den olympischen Bahnrad-Wettbewerben eine Medaille im Keirin verpasst. Der 29-Jährige aus Chemnitz musste sich im Finale des Kampfsprints mit dem fünften Platz zufriedengeben. Olympia-Gold holte der Brite Chris Hoy vor seinem Landsmann Ross Edgar und dem Japaner Kiyofumi Nagai.

Hockey

Hockey, Frauen, Vorrunde

Durch die erste Niederlage im olympischen Turnier haben die deutschen Hockey-Damen den vorzeitigen Einzug ins Halbfinale aus eigener Kraft verpasst. Die Olympiasiegerinnen von Athen unterlagen vor den Augen von Verteidigungsminister Franz-Josef Jung Argentinien mit 0:4 (0:0). Für die mitfavorisierten Südamerikanerinnen trafen Alejandra Gulla (38. Minute/Strafecke, 48., 66.) und Luciana Aymar (67.). Die deutsche Mannschaft, der ein Remis zum Weiterkommen gereicht hätte, bestreitet am Montag gegen Japan das letzte Vorrundenspiel.

Tischtennis

Tischtennis, Mannschaft, Männer

Deutschlands Tischtennis-Herren stehen beim ersten olympischen Mannschafts-Turnier im Endspiel. Das Europameister-Team um Timo Boll gewann das hochklassige Halbfinale gegen Japan mit 3:2 und hat damit die Silbermedaille bereits sicher. Der Weltranglisten-Sechste Boll entschied vor mehr als 7000 begeisterten Zuschauern beide Einzel für sich. Sein Düsseldorfer Clubkollegen Dimitrij Ovtcharov war einmal erfolgreich. Christian Süß verlor sein Einzel und das Doppel an der Seite von Ovtcharov. Gegner im Endspiel am Montag ist entweder China oder Südkorea.

Leichtathletik

100 Meter, Männer

Top-Favorit Usain Bolt hat mit Fabel-Weltrekord den 100-Meter-Lauf bei den Olympischen Spielen gewonnen. Der 21 Jahre alte Jamaikaner siegte überlegen in 9,69 Sekunden vor Richard Thompson aus Trinidad und Tobago. Bronze holte der Amerikaner Walter Dix. Bolt verbesserte seinen erst vor kurzem aufgestellten Weltrekord um drei Hundertstelsekunden. Weltmeister Tyson Gay aus den USA war überraschend im Halbfinale ausgeschieden. Für den deutschen Meister Tobias Unger war schon am Vortag im Zwischenlauf Endstation gewesen.

Kugelstoßen, Frauen

Nadine Kleinert aus Magdeburg hat die erhoffte Medaille im Kugelstoßen deutlich verpasst. Die Weltmeisterschafts-Dritte kam mit einer Weite von 19,01 Metern nur auf Platz sieben und stieß damit weit am Bronze-Rang vorbei. Weltmeisterin Valerie Vili aus Neuseeland siegte mit 20,56 Metern. Silber und Bronze sicherten sich die Weißrussinnen Natalija Michnewitsch (20,28) und Nadeschda Ostaptschuk (19,86). Christina Schwanitz (Neckarsulm) verpasste als Elfte mit 18,27 Metern den Endkampf.

Siebenkampf, Frauen

Die Ukraine hat im olympischen Siebenkampf Gold und Silber gewonnen. Olympiasiegerin wurde Natalija Dobrinska mit 6733 Punkten vor Ludmilla Blonska, die nur 33 Zähler weniger sammelte. Dritte wurde die US-Meisterin Hyleas Fountain mit 6619 Punkten. Die Europameisterschaft-Dritte Lilli Schwarzkopf aus Paderborn belegte als beste Deutsche mit 6379 Punkten den 9. Platz. Jennifer Oeser aus Leverkusen kam mit 6360 Punkten auf den 12. Rang. Die Neubrandenburgerin Sonja Kesselschläger musste sich mit 6140 Punkten und Position 17 begnügen.

20 Kilometer Gehen, Männer

Waleri Bortschin hat sich bei den Olympischen Spielen in Peking Gold im 20 Kilometer Gehen geholt. Der 21 Jahre alte Russe gewann in brütender Hitze in 1:19:01 Stunden vor dem Weltmeister Jefferson Perez aus Ecuador (1:19:15). Bronze holte Jared Tallent aus Australien (1:19,42).

Diskuswurf, Männer, Qualifikation

Vizeweltmeister Robert Harting hat sich ins Olympia-Finale der Diskuswerfer gezittert. Mit mäßigen 64,19 Metern überstand der 23 Jahre alte Berliner die Qualifikation im Pekinger Nationalstadion nur als Achter und alles andere als souverän. Nach dem gelungenen ersten Versuch schlugen die anderen beiden fehl. "Das war nicht so schön. Ich fühlte mich wenig fit, eher lahm und fast gelähmt", kommentierte er seine wackelige Olympia- Premiere. Für einen direkten Einzug in den Endkampf der besten zwölf Diskus-Asse am Dienstag hätte Harting, dessen Bestleistung bei 68,65 Meter steht, eigentlich 31 Zentimeter weiter werfen müssen.

Stabhochsprung, Frauen, Qualifikation

Die Stabhochspringerinnen Carolin Hingst (Mainz) und Silke Spiegelburg (Leverkusen) haben sich für das Finale am Montag qualifiziert. Dagegen ist die frühere Hallen-Weltmeisterin Anastasija Reiberger (Ludwigshafen) mit 4,40 Metern ausgeschieden. Die deutsche Meisterin Hingst und die frühere Junioren-Europameisterin Spiegelburg übersprangen 4,50. Mit einem einzigen Satz über 4,60 begnügte sich Olympiasiegerin, Weltmeisterin und Weltrekordlerin Jelena Issinbajewa aus Russland.

Tennis

Tennis, Einzel, Männer

Die Nummer eins geschlagen und trotzdem steht James Blake am Ende des olympischen Tennisturniers mit leeren Händen da. Der Amerikaner, der im Viertelfinale den Schweizer Roger Federer aus dem Wettbewerb geworfen hatte, unterlag im Match um Platz drei dem an Nummer drei gesetzten Serben Novak Djokovic mit 3:6, 6:7 (4:7) und musste sich ohne Medaille zu den am übernächsten Montag startenden US Open verabschieden. Schüttler-Bezwinger Djokovic sank nach dem Matchball zu Bronze überglücklich auf die Knie und riss sich das Tennis-Trikot im wahrsten Sinne des Wortes vom Leibe. Im Endspiel am Sonntag stehen sich der Spanier Rafael Nadal und der dritte von Athen 2004, Fernando Gonzalez aus Chile, gegenüber.

Rudern

Rudern, Doppelzweier, Frauen

Christiane Huth und Annekatrin Thiele haben dem deutschen Ruder-Team bei den Olympischen Spielen in Peking die erste Medaille beschert. Das Duo aus Potsdam und Leipzig gewann nach einem Fotofinish auf der Regatta-Strecke im Shunyi-Park im Finale des Doppelzweiers Silber mit nur einer Hundertstelsekunde Rückstand auf die wie in Athen 2004 erneut siegreichen neuseeländischen Zwillinge Georgina und Caroline Evers-Swindell. Dritter wurde Großbritannien.

Rudern, Doppelzweier, Männer

Scott Brennan und David Crawshay aus Australien sind Ruder-Olympiasieger im Doppelzweier. Sie gewannen auf der Regatta-Strecke im Shunyi-Park von Peking das Finalrennen vor dem Duo aus Estland, das Großbritannien im Endspurt knapp geschlagen auf den Bronze-Rang verwies.

Rudern, Vierer ohne Steuermann, Männer

Der deutsche Vierer ohne Steuermann hat zum Abschluss des ersten Finaltages der Ruderer den sechsten und letzten Platz belegt. Das Team um Schlagmann Gregor Hauffe aus Leverkusen konnte im Endlauf auf der Regatta- Strecke im Shunyi-Park nicht in die Medaillenvergabe eingreifen. Olympiasieger wurde wie vor vier Jahren in Athen nach einem starken Endspurt Großbritannien mit Andrew Triggs Hodge am Schlag. Zweiter wurde Australien vor Frankreich.

Rudern, Zweier ohne Steuermann, Männer

Die Olympia-Debütanten Tom Lehmann und Felix Drahotta haben bei den Ruder-Finals eine Medaille im Zweier ohne Steuermann verpasst. Die Rostocker belegten auf der Regatta-Strecke im Shunyi-Park mit über drei Sekunden Rückstand auf die Medaillenränge den undankbaren vierten Platz. Den Olympiasieg sicherte sich wie schon vor vier Jahren in Athen erneut Australien mit einer Bootslänge Vorsprung vor Kanada. Bronze ging an Neuseeland.

Rudern, Zweier ohne Steuerfrau, Frauen

Lenka Wech und Maren Derlien haben die erste Medaille für die deutschen Ruderer knapp verpasst. Im Zweier ohne Steuerfrau belegte das Duo aus Saarbrücken und Hamburg, das mit dem deutschen Frauen-Achter den Endlauf klar verpasst hatte, auf der Regatta-Strecke im Shunyi-Park nach einem spannenden Endlauf den vierten Platz. Gold gewann wie in Athen vor vier Jahren Rumänien vor China, das mit einem energischen Endspurt zunächst die Deutschen überholte und dann auch Weltmeister Weißrussland noch auf den Bronze-Rang verwies.

Rudern, Einer, Männer

Der Norweger Olaf Tufte hat bei der olympischen Ruder-Regatta erneut den Einer-Thron bestiegen. Der Champion von Athen 2004 gewann im Shunyi-Park nach einem hart umkämpften Rennen knapp vor Vize-Weltmeister Ondrej Synek aus Tschechien. Bronze holte der lange in Führung liegende Weltmeister Mahe Drysdale aus Neuseeland. Der deutsche Skiff-Meister Marcel Hacker hatte sich nicht für den Endlauf qualifizieren können und belegte nach seinem Sieg im B-Finale am Vortag im Endklassement Platz sieben.

Rudern, Einer, Frauen

Die Bulgarin Rumjana Nejkowa hat Ruder-Gold im Frauen-Einer gewonnen. Die Olympia-Dritte von Athen trat mit ihrem Sieg bei den Finalrennen auf der Regatta-Strecke im Shunyi-Park die Nachfolge der nicht mehr aktiven Berlinerin Katrin Rutschow-Stomporowski an, die bei den Spielen 2004 triumphiert hatte. Mit knappem Rückstand nach den 2000 Metern belegte Michelle Guerette aus den USA den zweiten Platz. Lediglich Bronze holte die favorisierte zweimalige Olympiasiegerin Ekaterina Karsten aus Weißrussland.

Ringen

Ringen, Freistil, Klasse bis 55 kg, Frauen

Die Japanerin Saori Yoshida hat ihren Olympiasieg im Frauen-Ringen von Athen 2004 wiederholt. Die fünffache Weltmeisterin bezwang im Finale der Kategorie bis 55 Kilogramm die WM-Dritte Xu Li aus China vorzeitig. Bronzemedaillen erkämpften sich die Kanadierin Tonya Verbeek und Jackeline Renteria aus Kolumbien. Deutsche Athletinnen waren in dieser Klasse nicht am Start.

Ringen, Freistil, Klasse bis 48 kg, Frauen

Die Kanadierin Carol Huynh ist Olympiasiegerin im Ringen der Frauen in der Klasse bis 48 Kilogramm. Bei den olympischen Wettbewerben entschied sie das Finale gegen Weltmeisterin Chiharu Icho aus Japan in zwei Runden für sich. Bronzemedaillen erkämpften sich Marija Stadnik aus Aserbaidschan und die Ukrainerin Irini Merleni. Alexandra Engelhardt aus Ludwigsburg war bereits nach dem ersten Kampf durch eine Niederlage gegen Tatjana Bakatjuk aus Kasachstan ausgeschieden.

Schießen

Schießen, Skeet, Männer

Vincent Hancock aus den USA hat Olympia-Gold in der Wurfscheiben-Disziplin Skeet gewonnen. Der mit 19 Jahren jüngste Finalist behauptete sich im Stechen mit 4:3 Treffern gegen Europameister Tore Brovold aus Norwegen, die beide zuvor 145 Treffer auf ihren Konten hatten. Die Bronzemedaille gewann ebenfalls im Stechen mit 3:2 der Franzose Antony Terras gegen Antonis Nikolaidis aus Zypern. Tino Wenzel aus Ibbenbüren belegte mit 117 Treffern den 13. Platz, Axel Wegner (Brandis) wurde 20. mit zwei getroffenen Scheiben weniger.

Schießen, Schnellfeuerpistole 25 m, Männer

Die deutschen Sportschützen haben zwei Medaillen im Wettkampf mit der Schnellfeuerpistole gewonnen. Der dreimalige Olympiasieger Ralf Schumann aus Stockheim belegte den zweiten Platz hinter dem Ukrainer Oleksander Petriv und holte damit Silber. Den Bronzerang eroberte Weltrekordler Christian Reitz aus Kriftel.

Volleyball

Volleyball, Männer, Vorrunde

Die deutschen Volleyballer stehen bei den Olympischen Spielen vor dem Aus. Das Team von Bundestrainer Stelian Moculescu kassierte in Peking beim 1:3 (21:25, 25:27, 26:24, 23:25) gegen die bis dahin sieglosen Serben seine dritte Niederlage im vierten Vorrunden-Spiel. Für den angestrebten Viertelfinal-Einzug beim Olympia-Comeback muss die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbands nun auf einen Ausrutscher des Weltliga-Zweiten Serbien gegen Außenseiter Ägypten hoffen und selbst gegen Athen-Olympiasieger Brasilien gewinnen.

Trampolin

Trampolin, Frauen

Olympiasiegerin Anna Dogonadze hat zum dritten Mal ein Finale bei Olympischen Spielen erreicht. Im Vorkampf der Trampolin-Turnerinnen kam die 35 Jahre alte Bad Kreuznacherin trotz akuter Rückenprobleme mit 64,30 Punkten auf den siebten Platz. Als Siegerin der Qualifikation unterstrich die Chinesin He Wenna (67,20) ihre Favoritenstellung für das Finale.

"Meine Standsprünge waren zu unruhig, da hatte ich schon befürchtet, dass es nicht für das Finale reichen wird. Ich war gar nicht zufrieden, umso glücklicher bin ich jetzt mit dem Finaleinzug, meinte Dogonadze, die sofort ihren Physiotherapeuten Klaus Eder in die Arme nahm, der sie in den zurückliegenden Tagen mit aufopferungsvoller Arbeit von ihren Rückenschmerzen befreit hatte. "Er hat meine Schmerzen weggezaubert. Ich möchte ihm immer wieder die Händchen küssen", meinte sie.

Badminton

Badminton, Einzel, Frauen

Die Chinesin Zhang Ning hat zum zweiten Mal den olympischen Badminton-Wettbewerb der Damen gewonnen. Im Endspiel wiederholte die Weltranglisten-Siebte mit einem knappen 2:1- Sieg gegen ihre an Nummer eins gesetzte Landsfrau Xie Xingfang den Erfolg von 2004. In einer packenden Partie hatte die favorisierte Xie Xingfang, die im Viertelfinale Europameisterin Huaiwen Xu (Bischmisheim) aus dem Rennen geworfen hatte, mit 12:21, 21:10, 18:21 das Nachsehen. Die Bronzemedaille ging überraschend an Maria Kristin Yulianti aus Indonesien. Sie hatte in der ersten Runde die zweite deutsche Teilnehmerin Juliane Schenk (Berlin) nach Abwehr eines Matchballs mit 2:1 besiegt.

Doppel, Männer

Die Siegesserie von Chinas Badminton-Assen bei den Olympischen Spielen in Peking ist gerissen. Im Herren-Doppel gewannen die an Position eins gesetzten Markis Kido/Hendra Setiawan aus Indonesien durch einen 2:1-Finalsieg gegen Cai Yun/Fu Haifeng (China) die Goldmedaille. Die Dänen Lars Paaske/Jonas Rasmussen verpassten im Spiel um Platz drei knapp mit 1:2 gegen Lee Jaejin/Hwang Jiman (Südkorea) die Bronzemedaille.

Fechten

Fechten, Florett-Mannschaft, Frauen

Russlands Florettdamen sind Mannschafts-Olympiasieger. Der Vize-Weltmeister deklassierte den Überraschungs-Finalisten USA mit 28:11 Treffern. Bronze ging an Titelverteidiger Italien durch ein 32:23 gegen Ungarn. Deutschland belegte Platz fünf. Die Tauberbischofsheimerinnen Carolin Golubytskyi, Anja Schache und Katja Wächter hatten im Viertelfinale 31:35 gegen Ungarn verloren. In den Platzierungsgefechten besiegte Deutschland dann Weltmeister Polen und Gastgeber China. Damit blieb es für den Deutschen Fechter-Bund bei den beiden Olympiasiegen durch Britta Heidemann und Benjamin Kleibrink.

Schwimmen

Wasserspringen, 3 Meter Brett, Frauen

Die Kunstspringerinnen Ditte Kotzian aus Berlin und Katja Dieckow aus Halle/Saale haben das olympische Finale vom Dreimeterbrett verpasst. Kotzian, die im Synchronwettbewerb zusammen mit der Leipzigerin Heike Fischer Bronze gewonnen hatte, belegte in der Runde der besten 18 mit 292,25 Punkten lediglich Platz 15. Eine noch schwächere Serie präsentierte die Europameisterschafts-Zweite Dieckow, die mit 263,00 Zählern als 18. keine Chance auf die Teilnahme am Medaillenkampf der besten zwölf Springerinnen hatte.

Rekord-Weltmeisterin Jingjing Guo, die 2004 in Athen gewonnen hatte, setzte sich im Halbfinale vor 11 000 Zuschauern mit 398,55 Punkten vor der russischen Europameisterin Julia Pachalina (383,50) und Minxia Wu (ebenfalls China/345,30) durch. Seit den Spielen 1988 in Seoul gab es in dieser Disziplin ausschließlich chinesische Olympiasiegerinnen.

Schwimmen, 100 Meter Schmetterling, Männer

Mit seiner siebten Goldmedaille hat US- Schwimmer Michael Phelps den Olympia-Rekord seines Landsmanns Mark Spitz aus dem Jahr 1972 eingestellt. Phelps gewann über 100 Meter Schmetterling in 50,58 Sekunden hauchdünn vor dem Serben Milorad Cavic, der in 50,59 Sekunden Europarekord schwamm. Dritter wurde der Australier Andrew Lauterstein (51,12). Für US-Superstar Phelps war es das insgesamt 13. Gold seit Athen 2004.

Schwimmen, 50 Meter Freistil, Männer

Der Brasilianer Cesar Cielo Filho ist überraschend zu Gold über 50 Meter Freistil geschwommen. Der 21-Jährige siegte in 21,30 Sekunden vor den beiden Franzosen Amaury Leveaux (21,45) und Alain Bernard (21,49). Bei seinem Olympiasieg blieb der Brasilianer 2/100 Sekunden über dem Weltrekord des Australiers Eamon Sullivan, der im Finale lediglich Sechster wurde.

Schwimmen, 50 Meter Freistil, Frauen

100-Meter-Olympiasiegerin Britta Steffen aus Berlin ist in ihr zweites Einzel-Finale geschwommen. Die Berlinerin wurde nach 24,43 Sekunden im Halbfinale der besten 16 über 50 Meter Freistil als Dritte gestoppt. Schneller waren nur die bereits 41 Jahre alte Amerikanerin Dara Torres in 24,27 und die Australierin Cate Campbell in 24,42.

Schwimmen, 800 Meter Freistil, Frauen

Die britische Schwimmerin Rebecca Adlington hat bei ihrem Olympiasieg über 800 Meter Freistil den 19 Jahre alten Weltrekord der Amerikanerin Janet Evans geknackt. Adlington gewann in 8:14,10 Minuten Gold und blieb damit 2,12 Sekunden unter der bisherigen Bestmarke. Zweite wurde die Italienerin Alessia Filippi in 8:20,23 Minuten. Bronze sicherte sich im Schlussspurt die Dänin Lotte Friis (8:23,03). Für Adlington war es der zweite Erfolg in Peking nach ihrem Sieg über 400 Meter Freistil.

Schwimmen, 200 Meter Rücken, Frauen

Kirsty Coventry aus Simbabwe gewann am Samstag bei den Olympischen Spielen das Rennen über 200 Meter Rücken in der Weltrekordzeit von 2:05,24 Minuten. Coventry blieb 85/100 Sekunden unter der alten Bestmarke der Amerikanerin Margaret Hoelzer, die in 2:06,23 Minuten Zweite wurde. Als Dritte schlug die Japanerin Reiko Nakamura (2:07,13) an.

Beachvolleyball

Beachvolleyball, Männer, Viertelfinale

David Klemperer und Eric Koreng stehen als einziges deutsches Beachvolleyball-Team bei den Olympischen Spielen im Viertelfinale. Das Duo aus Kiel gewann am Samstag überraschend gegen die an Nummer eins gesetzten Chinesen Wu Penggen/Xu Linyin mit 2:0 (21:15, 21:18). Im Kampf um den Einzug ins Halbfinale treffen die Olympia-Debütanten am Montag auf die Weltmeister Todd Rogers und Phil Dalhausser aus den USA. Zuvor waren Julius Brink/Christoph Dieckmann sowie die Frauen-Teams Stephanie Pohl/Okka Rau und Sara Goller/Laura Ludwig frühzeitig gescheitert.

Handball

Handball, Männer, Vorrunde

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft der Herren muss um den Viertelfinal-Einzug bangen. Das Team von Bundestrainer Heiner Brand kam gegen Russland über ein 24:24 (10:11) nicht hinaus und muss damit das letzte Vorrunden-Spiel am Montag gegen Europameister Dänemark unbedingt gewinnen, um die Runde der letzten Acht zu erreichen. Erfolgreichster Werfer der Deutschen war Michael Kraus mit sechs Toren.

Wasserball

Wasserball, Männer, Vorrunde

Die deutschen Wasserballer haben mit dem ersten Sieg gegen Italien bei Olympischen Spielen die Chance auf den Einzug ins Viertelfinale gewahrt. Das Team von Bundestrainer Hagen Stamm besiegte den dreimaligen Olympiasieger nach hartem Kampf mit 8:7 (2:1, 3:1, 0:2, 3:3) und feierte damit den zweiten Sieg im vierten Vorrundenspiel. Im Kampf um den Viertelfinal- Einzug kommt es nun am kommenden Montag zu einem "Endspiel" gegen das punktgleiche Team der USA.


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