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Biathlon bei Olympia: Zwei Starts, zwei Goldene, noch vier Chancen: Dahlmeier hat das Zeug zur Olympia-Queen

"Laura dominiert unseren Sport." Größer könnte die Ehrfurcht der Konkurrenz kaum sein. Wird Deutschlands Top-Biathletin Laura Dahlmeier die Königin der Spiele von Pyeongchang? Es spricht einiges dafür.

Laura Dahlmeier jubelt über ihr zweites Olympia-Gold beim Biathlon in Pyeongchang

Sieg in der Biathlon-Verfolgung: Laura Dahlmeier bejubelt ihr zweites Olympia-Gold in Pyeongchang. Mittwoch gibt's die nächste Chance.

DPA

Im Kinofilm "Und täglich grüßt das Murmeltier" ist Phil Conners, gespielt von Bill Murray, in einer Zeitschleife gefangen. Was er auch tut: Ein Tag gleicht dem nächsten.

So ergeht es derzeit auch Laura Dahlmeier. Die deutsche Biathletin trat am Montag zum zweiten Mal bei den Winterspielen an und gewann zum zweiten Mal Gold. Und zwar so souverän und nervenstark wie schon am Samstag, beim Sprint über 7,5 Kilometer. Bei ihrem Sieg in der Verfolgung leistete sie sich nur einen Fehlschuss. Die Bilder ähnelten sich stark.

Die Konkurrenz hatte bei starkem Wind und eisigen Temperaturen wesentlich mehr Mühe. Die Zweitplatzierte Anstasia Kuzmina (Slowakei) schoss vier Mal daneben. Dritte wurde Anais Bescond aus Frankreich.

Laura Dahlmeier: Fingerkuppen festgefroren

"Ich hatte abartige Schmerzen", berichtete Dahlmeier nach ihrem Erfolg. "In den Fingerkuppen hatte ich kaum Gefühl, die waren festgefroren."

Wie Dahlmeier sich durchbeißt in Pyeongchang, das nötigt ihren Gegnerinnen Respekt ab. "Laura dominiert unseren Sport", sagt Bescond, und Kuzmina ergänzt: "Wer sie schlagen will, muss vor allem sehr gut schießen."

Am Mittwoch schon die nächste Chance

Bundestrainer Gerald Hönig war nach Dahlmeiers erneutem Triumph sichtlich ergriffen. "Es ist unglaublich. Sie ist so gut drauf und hat mental so eine Stärke", sagt der 59 Jahre alte Thüringer. "Was Laura hier an Biathlon in Perfektion zeigt, habe ich in der Art und Weise noch nicht gesehen."

Und die Dahlmeier-Festspiele könnten noch weitergehen. Vier Rennen kommen noch; das nächste steht am Mittwoch an. Fragen nach ihren Zielen bei Olympia blockt Dahlmeier jedoch ab. "Ich freue mich über den Sieg heute", sagt sie, "und was dann noch kommt, wird man sehen."


Mit Bescheidenheit von Erfolg zu Erfolg

Mit ähnlich bescheidenen Worten sammelte Dahlmeier bei den Weltmeisterschaften 2017 in Hochfilzen eine Medaille nach der nächsten. Fünf Mal gewann sie Gold, einmal Silber. Solch eine Ausbeute war zuvor noch keinem Biathleten gelungen.

Beim Einzelrennen am Mittwoch ist Dahlmeier wieder die große Favoritin. Das Duell Frau gegen Frau liegt ihr. Diesen Wettkampf werden auch ihre Eltern Susanne und Andreas Dahlmeier vefolgen. Sie sind nach Pyeongchang gereist – ihre Tochter Laura haben sie aber noch nicht gesehen. "Wann denn?", fragte Laura Dahlmeier nach ihrem zweiten Gold rhetorisch. "Wenn man Olympiasiegerin wird, hat man so viele Pflichten. Ich habe in der Mixed-Zone 26 Fernsehsendern ein Interview gegeben."

Bleibt Dahlmeier in der goldenen Zeitschleife?

Der Deutsche Skiverband (DSV) weiß nur zu genau, dass es Dahlmeier ein Graus ist, ständig herumgereicht zu werden und Interviews geben zu müssen. Man bemüht sich, Dahlmeier in den Stunden nach den Rennen abzuschirmen. Das Deutsche Haus, Treffpunkt von Athleten, Funktionären und Sponsoren, suchte Dahlmeier am Montagabend folgerichtig nicht auf. Am Mittwoch geht es schließlich schon weiter. Dahlmeiers goldene Zeitschleife könnte sich ein drittes Mal wiederholen.

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