America's Cup Der Kampf um die "Silberkanne"


Nach 156 Jahren wird im Sommer 2007 der 32. America's Cup erstmals wieder in Europa ausgetragen. Zwölf internationale Teams beteiligen sich an der berühmtesten Segelregatta der Welt - auch ein deutsches ist dabei.
Von Klaus Bellstedt, Valencia

Die Geburtsstunde des America's Cup datiert aus dem Jahr 1851. In der offiziellen Regatta um die Isle auf Wight düpierte damals der knapp 30 Meter lange Zweimastschoner "America" die gesamte britische Yachtsportelite. "Es gibt keinen Zweiten, Mylady." Das erwiderte 1851 ein Page auf die Frage von Queen Victoria, wer bei der Wettfahrt nach der "America" durchs Ziel gekommen sei. Heute ist diese Antwort Synonym für den Kampf um die älteste Sporttrophäe der Welt, die in Seglerkreisen schlicht und einfach nur "Silberkanne" oder auch "The Auld Mug" genannt wird.

Nach dem Triumph der "America" blieb der Cup sagenhafte 132 Jahre im New York Yacht Club. Die USA verteidigte den Pokal in einer unvergleichlichen Siegesserie in 25 Wettbewerben. Bis 1983, als mit der "Australia II" zum ersten Mal ein nicht-amerikanisches Boot siegte. Doch bereits 1987 holte der legendäre Haudegen Dennis Conner (vier Siege bei neun Teilnahmen) die Trophäe zurück in die Staaten.

America's Cup 2007 vor Valencia

Die vielleicht einschneidenste Regeländerung in der langen Geschichte des America's Cup, bei dem zwei Syndikate in mehreren Wettfahrten gegeneinander antreten, wurde Ende der 80er Jahre vorgenommen. Seitdem wird die üblicherweise im Drei- bzw. Vierjahresrhythmus stattfindende Regatta nur noch mit Booten der so genannten "America's Cup Class" ausgetragen. Ungleiche Duelle wie das von 1988, als Conner mit einem technisch überlegenen Katamaran gegen ein Riesen-Segelboot der Neuseeländer die Oberhand behielt, gehören der Vergangenheit an. Denn nun nähert ein vorgegebener Rahmen hinsichtlich Länge, Gewicht, Breite und Segelfläche die Yachten der Herausforderer und des Verteidigers einander an.

Mit seinen Siegen 1995 und 2000 versetzte das "Team Neuseeland" mit Skipper Russell Coutts den Pazifikstaat in einen kollektiven Siegestaumel. 2003 war dann allerdings Schluss mit der Segel-Seeligkeit der "Kiwis" - man verlor ausgerechnet gegen einen Herausforderer aus einem Binnenland, der Schweizerischen "Alinghi". Erstmals gewann damit ein europäisches Boot. Und weil der Titelverteidiger traditionell auch das Segelrevier für den folgenden America's Cup bestimmt, findet der nächste Kampf um die "Silberkanne" 2007 nun folgerichtig in Europa, genauer gesagt vor Valencia, statt. Beste Voraussetzungen, endlich auch eine deutsche Yacht ins Rennen zu schicken.

Mit der Anmeldung im April 2005 wurde dieser Traum dann tatsächlich wahr: Zum ersten Mal seit 1851 startet ein deutsches Boot bei der renommiertesten Segelregatta der Welt: Die "Ger 89" des United Internet Team Germany.

Am Donnerstag lesen Sie: "Inside United Internet Team Germany": stern.de-Reporter Klaus Bellstedt berichtet exklusiv aus Valencia von der Base des deutschen America's Cup-Syndikats.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker