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Australian Open: Weingärtner schaltet Capriati aus

Sensationsieg bei den Australian Open: Die Deutsche Marlene Weingärtner hat überraschend Titelverteidigerin Jennifer Capriati aus dem Turnier geworfen.

Marlene Weingärtner hat sich mit einem "Supersieg" gegen Titelverteidigerin Jennifer Capriati am "schwarzen Montag" der deutschen Tennisprofis bei den Australian Open ins Rampenlicht gespielt. Die 22 Jahre alte Achtelfinalistin des Vorjahres feierte in Melbourne mit einem 2:6, 7:6 (8:6), 6:4- Auftaktsieg über den Champion der vergangenen beiden Jahre den größten Erfolg ihrer Laufbahn.

"Das ist ein Supersieg"

"Ich weiß, dass ich die erste bin, die sie hier gestoppt hat. Vielleicht werde ich das erst in ein paar Stunden realisieren", sagte Marlene Weingärtner nach ihrer Riesenüberraschung vor mehr als 12.000 Zuschauern in der Rod-Laver-Arena. Jennifer Capriati war schon vor einer Woche in Sydney in der ersten Runde ausgeschieden und machte die mangelhafte Vorbereitung nach einer Augenerkrankung dafür mitverantwortlich: "Wäre ich nicht Titelverteidigerin gewesen, wäre ich wohl gar nicht angetreten."

Sechs Niederlagen für deutsche Spieler

Nach sechs Niederlagen hatte es lange nach einem rabenschwarzen Tag für die deutschen Spieler ausgesehen. Erst die nationale Meisterin Anca Barna sorgte gegen die höher eingestufte Italienerin Francesca Schiavone mit 5:7, 6:1, 6:3 für einen Lichtblick. "Ich hatte schon mitbekommen, dass die anderen verloren hatten und wollte wenigstens einen Sieg für Deutschland einfahren", sagte die gebürtige Rumänin, die nun auf Lisa Raymond aus den USA trifft.

Weingärtner spielte auf Risiko

Doch dann hatte im abendlichen "down under" Marlene Weingärtner ihren großen Auftritt. Beim Stand von 0:3 im zweiten Satz schien die in zwei Wochen 23 Jahre alt werdende Fedcup-Spielerin, die zehn Jahre im Geburtshaus von Boris Becker gelebt hat, schon auf der Verliererstraße. "An Boris habe ich bewundert, dass er immer auf seine Chance gewartet hat - und sie ist gekommen", sagte Marlene Weingärtner. Sie riskierte gegen die Weltranglisten-Dritte aus den USA mehr und zwang sie zu Fehlern. Die nach Rückenproblemen auf Rang 90 der Weltrangliste zurückgefallene Außenseiterin verpasste eine schnellere Entscheidung, als sie bei Führungen von 3:2 und 4:3 im dritten Satz jeweils drei Breakbälle vergab. Nach einer verschlagenen Vorhand von Jennifer Capriati riss Marlene Weingärtner aber doch noch jubelnd die Arme in die Höhe.

Weingärtner trifft auf Stéphanie Foretz

Noch vor einem Jahr hatte sie gegen die Französin Amélie Mauresmo eine fast sichere Überraschung mit 5:7 im dritten Satz aus der Hand gegeben. "Daraus habe ich gelernt. Ich bin cool und aggressiv geblieben und habe Jennifer unter Druck gesetzt", sagte sie. Nächste Gegnerin ist am Mittwoch Stéphanie Foretz. Erst in der vorigen Woche hatte sie die Französin beim Turnier in Canberra bezwungen.

Rittner enttäuscht

Dagegen enttäuschte Barbara Rittner. Die 29 Jahre alte Düsseldorferin verlor gegen Lokalmatadorin Evie Dominikovic nach einer 4:2-Führung im dritten Satz mit 5:7, 6:4, 4:6. Auf dem selben Platz hatte Qualifikant David Prinosil gegen French-Open-Sieger Albert Costa aus Spanien eine weitere Überraschung verpasst.

Der Daviscupspieler aus Amberg unterlag bei heftigem Wind mit 4:6, 1:6, 6:3, 6:7 (5:7), und vergab sowohl im ersten als vor allem auch im vierten Satz gute Chancen. Dort schaffte Prinosil bei einer 6:5- Führung und eigenem Aufschlag nicht den Ausgleich. «Ich ärgere mich selber. In den entscheidenden Momenten habe ich einen dicken Arm bekommen. Dass das Selbstvertrauen fehlt, ist aber klar», sagte der 29 Jahre alte Doppelspezialist, der in den vergangenen beiden Jahren in der Weltrangliste von Platz 28 um mehr als 200 Ränge abstürzte.

Deutsche auf der Verliererseite

Glatte Niederlagen kassierten der Frankfurter Alexander Waske, der Leverkusener Björn Phau und Greta Arn aus Düsseldorf. Die Berlinerin Angelika Roesch verlor gegen die Russin Tatjana Panowa trotz harter Gegenwehr 6:7 (2:7), 6:3, 2:6. Der dreimalige Sieger Andre Agassi, Venus Williams und Justine Henin-Hardenne kamen sicher weiter. Die Belgierin trifft nun auf Publikumsliebling Anna Kurnikowa. Die Russin feierte beim 6:1, 6:2 über die Slowakin Henrieta Nagyova ihren ersten Einzelsieg bei einem Grand-Slam-Turnier seit zwei Jahren.

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