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Boxen Boxing Day - Top-Ten der Ein-Schlag-Knockouts


Die Boxhistorie ist reich an guten Kämpfen, aber nur wenige wichtige Fights wurden durch nur einen einzigen Schlag entschieden. Wir präsentieren die besten One-Punch-Knock-Outs der Boxgeschichte. Mit dabei sind Mike Tyson, Sugar Ray Robinson und Lennox Lewis.

Große Weltmeisterschaftskämpfe erzählen Geschichten von großen Namen: Mike Tyson, Sugar Ray Leonard, Lennox Lewis und Manny Pacquiao. Doch nur ganz selten bündelt sich das ganze Können der größten Boxer in nur einem einzigen Schlag. Wir präsentieren die 10 größten One-Punch-Knock-Outs der Boxgeschichte.

Top-Ten der besten One-Punch-Knock Outs aller Zeiten

10. Mike Weaver vs. John Tate KO 15 Runde
Am 31 März 1980 traf John Tate bei seiner ersten Titelverteidigung auf Mike Weaver. Tate hatte 1979 gegen den Südafrikaner Gerrie Coetzee den vakanten WBA-Titel gewonnen. Er war dafür nach Südafrika, ins Land der Apartheid gereist. Für diese Entscheidung wurde er vom Bürgerrechtler Jesse Jackson heftig kritisiert, doch Tate sagte nur: "Jesse Jackson bezahlt nicht meine Rechnungen." Big John lag gegen Mike Weaver nach Runden vorn und Weaver wusste, dass seine einzige Chance auf einen Sieg im KO lag.

Tate ging so langsam die Puste aus und er wollte nur noch den letzten Runden-Gong erreichen. Er wusste, dann hätte er gewonnen. Er klammerte und lehnte sich an die Ringseile zurück. Gerade wollte er wieder in den Clinch gehen, da zimmerte sein Gegner einen linken Haken ans Kinn von Tate, der sich gewaschen hatte. Tate fiel in Zeitlupe, Weaver setzte noch eine Rechte nach, aber Tate war von diesem einen Schlag zuvor ins Reich der Träume geschickt worden. Er landete mit dem Gesicht nach vorne auf der Matte und hatte letztlich gegen einen "Journeyman" verloren.

9. Floyd Patterson vs. Ingemar Johansson KO 5 Runde
Am 20. Juni 1960 trat Floyd Patterson an, um sich für die Niederlage gegen Ingemar Johansson ein Jahr zuvor zu revanchieren. Er hatte den Schwergewichtsgürtel durch eine TKO-Niederlage gegen den Schweden verloren, bei der er sieben Mal in einer Runde auf die Bretter musste. Die Revanche sollte ihm auf grausame Art und Weise gelingen. Floyd Patterson ging mit dem ganzen Körper in einen linken Haken und feuerte Johansson geradezu aus den Schuhen. Der Schwede schlug schwer auf dem Boden auf und bewegte sich nicht. Einzig sein linker Fuß zuckte und Floyd Patterson hatte Angst um die Gesundheit seines Kontrahenten. Johansson kam allerdings wieder zu sich und es gab einen weiteren Kampf zwischen den beiden, den Patterson ebenfalls gewann.

8. Bob Foster vs. Dick Tiger - KO Runde 4
Am 24 Mai 1968 trat Bob Foster an, um Dick Taylor die Titel der WBA und WBC im Halbschwergewicht aus den Händen zu reißen. Bob Foster hatte einen der besten linken Haken, die das Boxen je gesehen hat. Er schlug diesen linken Haken an diesem Abend im Madison Square Garden in New York, in der vierten Runde. Ein Haken, wie aus dem Lehrbuch. Er schlug ein und ließ Dick Tiger rückwärts auf die Matte knallen. Tiger versuchte den Kopf zu heben, öffnete seine Augen einen Spalt weit und schien sich zu fragen, was ist da gerade passiert?

Tiger war zuvor noch nie durch KO besiegt worden. Durch den finalen linken Haken wurde die vierte Runde dieses Kampfes zur Runde des Jahres im Ring Magazine gewählt und Bob Foster bestritt elf weitere Kämpfe im Halbschwergewicht, die er alle gewann, ehe er ins Schwergewicht aufstieg und sich Joe Frazier geschlagen geben musste. Später verlor er seinen zweiten Schwergewichtskampf gegen Muhammad Ali. Foster kehrte ins Halbschwergewicht zurück und dominierte erneut durch seine Größe und den unvergesslichen linken Haken. Das Ring Magazine wählte ihn hinter Ezzard Charles und Archie Moore zum drittbesten Halbschwergewichtler aller Zeiten.

7. Manny Pacquiao vs. Ricky Hatton - KO 2 Runde
Manny Pacquiao ist der aktuell beste Boxer der Welt. Auch am 2. Mai 2009 war er schon der Pound-for-Pound-Champion und man wusste, er ist unglaublich schnell. Doch dass er seinen Gegner mit einer einzigen Hand, mit einem einzigen Schlag, die Lichter auspusten kann, das zeigte er gegen den Briten Ricky Hatton. The Hitman ging bereits in der ersten Runde zwei mal zu Boden, doch die zweite Runde überstand er - fast. Das Klopfen zeigte an, dass nur noch zehn Sekunden auf der Uhr waren und Hatton war sich wohl sicher, dass er den Gong schaffen würde. Es kam anders, als er dachte.

Der Pacman traf Hatton mit einer Linken am Kiefer und der Brite ging auf die Bretter wie vom Blitz getroffen. Der Ringrichter fuchtelte mit den Armen. Pacquiao blieb ganz ruhig. Er wusste, dass er seinem Weg, eine Legende des Boxsports zu werden, einen weiteren historischen Sieg hinzugefügt hatte. Ricky Hatton boxte danach nie wieder. Pacquiao ist weiterhin der Schnellste von allen, aber einen KO wie gegen Hatton, hat er noch nicht wieder hinbekommen.

6. Sugar Ray Robinson vs. Gene Fullmer KO 5 Runde
Im Januar 1957 hatte Sugar Ray Robinson den Weltmeistertitel gegen Gene Fullmer über 15 Runden verloren. Am 1. Mai fand die Revanche in Chicago statt. Robinson-Fullmer II war ein schmutziger Kampf, der mit allen Tricks geführt wurde. In der fünften Runde brachte Robinson zwei Körpertreffer an und veranlasste Fullmer die Deckung runterzunehmen. Sugar Ray Robinson landete einen zerstörerischen linken Haken.

Fullmer, am Kinn getroffen, wurde zu Boden geschleudert und versuchte wieder auf die Beine zu kommen. Der Schlag von Robinson hatte eingeschlagen wie eine Bombe und der Kampf war zu Ende. Sugar Ray Robinson bestritt in seiner Karriere 173 Kämpfe, von denen er nur 19 verlor. Die Experten streiten sich darüber, ob er der beste Boxer aller Zeiten ist. Eines ist jedoch sicher, sein KO über Gene Fullmer war einer der spektakulärsten One-Punch-Knock-Outs der Boxgeschichte.

5. Mike Tyson vs. Trevor Berbick - KO Runde 2
Am 22 November 1986 traf der erst 20-jährige Mike Tyson als Herausforderer auf den WBC-Weltmeister Trevor Berbick. Tyson war - obwohl er nur der Herausforderer war - der 3:1-Favorit auf einen Sieg bei den Buchmachern. Sie sollten recht behalten. Tyson kontrollierte den Kampf von der ersten Sekunde an. In der zweiten Runde war es dann so weit. Mike Tyson landete einen einzelnen sauberen linken Haken. Einen Powershot, wie er ihn schon oft geschlagen hatte. Trevor Berbick fiel zu Boden.

Der TV-Reporter ordnete dem Treffer zunächst nicht die große Bedeutung bei. "Er sollte wieder aufstehen." Berbick stemmte sich wieder hoch, verlor das Gleichgewicht und fiel erneut zu Boden. Er versuchte es noch einmal, taumelte und fiel erneut. Der Kampf war zu Ende. Tyson hatte ihn mit einem Schlag, der sich als brutaler linker Haken entpuppte, gleich drei Mal zu Boden geschickt. Ein unvergesslicher Knock Out und der erste Titelgewinn eines unvergesslichen Boxers.

4. Thomas Hearns vs. Roberto Duran KO 2 Runde
Am 15. Juni 1984 trafen in Las Vegas im Halbmittelgewicht zwei der besten Boxer aller Zeiten aufeinander. Thomas Hearns konnte seinem Gegner Roberto Duran in einer wahren Schlägerei die erste und einzige KO-Niederlage seiner Karriere zufügen. In der zweiten Runde stand Duran mit dem Rücken zu den Seilen. Hearns hatte ihm schon zuvor arg zugesetzt. In diesem Moment schleuderte der Hitman seinem Kontrahenten eine gewaltige Rechte ans Kinn und Duran fiel nach vorne, mit dem Gesicht auf den Ringboden.

3. Hasim Rahman vs. Lennox Lewis - KO Runde 5
Am 22. April 2001 war Lennox Lewis der Herrscher über das Schwergewicht, als er auf den Herausforderer Hasim Rahman treffen sollte. Lewis war 20:1-Favorit bei den Buchmachern und hatte eine Aura der Unbesiegbarkeit. Diese sollte nur bis zur fünften Runde Bestand haben. Rahman hatte Lewis durch ein paar Jabs in den Rückwärtsgang gezwungen und setzte dann eine rechte Gerade an, die das Kinn von Lewis traf und den Weltmeister auf der Stelle einklappen und zu Boden fallen ließ. Lewis wurde von dieser Rechten geradezu gefällt.

Die Niederlage von Mike Tyson gegen James Buster Douglas war vielleicht noch unerwarteter als die von Lewis gegen Rahman, allerdings hatte es zuvor im Boxen niemals eine Überraschung dieser Größenordnung gegeben, die durch einen einzigen Punch herbeigeführt wurde. Lewis, der vor dem Kampf bei Dreharbeiten zu Ocean's Eleven weilte und mehr Gewicht drauf hatte als jemals zuvor, musste sich die Vorwürfe gefallen lassen, er habe Rahman unterschätzt. Im November des gleichen Jahres lieferte er die Revanche und streckte Rahman seinerseits mit einer Rechten zu Boden. Ein Schlag, ein Knock Out, der ebenfalls in die Geschichte einging.

2. Sergio Martinez vs. Paul Williams KO 2 Runde
Am 20. November 2010 konnte man in Atlantic City den Knock Out des Jahres bestaunen, wie später festgestellt werden sollte. Viele Experten hatten Paul Williams vor dem Kampf als neuen Champion bereits fest eingeplant. Im Kampf zweier Rechtsausleger kam dann alles anders. In der zweiten Runde hatten beide Kämpfer zu einer Linken angesetzt, beide trafen - nur Martinez wesentlich wirkungsvoller.

Er hatte seinen Körper, sein Gewicht in diesen Schlag gelehnt und traf Williams, mit voller Wucht. Der linke Cross schlug ein, wie eine Abrissbirne und Williams kippte vorn über auf den Boden. Für Sergio Martinez war es die gelungene Revanche für eine umstrittene Punktniederlage gegen Williams ein Jahr zuvor. Spätestens seit diesem Kampf gehört er zu den spektakulärsten Boxern dieser Tage.

1. Rocky Marciano vs. Jersey Joe Walcott KO 13 Runde
Der ungeschlagene Rocky Marciano wollte am 23. September 1952 die Schwergewichtskrone erboxen. Sein Gegner war der 38-jährige Jersey Joe Walcott. Jersey Joe, der eigentlich Arnold Cream hieß, hatte zuvor Ezzard Charles besiegt und ging als Favorit in den Kampf mit Rocky. The Brockton Blockbuster und Jersey Joe lieferten sich den Kampf des Jahres und feuerten sich Powershots in Serie um die Ohren.

In der 13. Runde drängte Marciano seinen neun Jahre älteren Kontrahenten an die Seile und schoss eine Rechte ans Kinn von Walcott, der daraufhin vorne überfiel, mit einer Hand in den Seilen verhakt. Während Walcott mit dem Gesicht auf die Ringmatte sank, stieg der Stern von Rocky Marciano auf. Der 1969 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommene Italo-Amerikaner gilt mit seinem Kampfrekord von 49 Siegen und keiner einzigen Niederlage bis heute als einer der besten Boxer aller Zeiten. Sein One-Punch-Knock-Out gegen Jersey Joe Walcott legte die Grundlage für diese einzigartige Karriere.

Michel Massing

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