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Doping im Radsport: Neue Vorwürfe gegen Lance Armstrong

Ärger für Lance Armstrong: Die französische Anti-Doping-Agentur AFLD beschuldigt den siebenmaligen Tour-de-France-Champion, einen vorgeschriebenen Test verzögert zu haben. Nun droht ihm eine Strafe.

Der siebenmalige Tour-de-France-Gewinner Lance Armstrong hat offenbar gegen die Anti-Doping-Regeln verstoßen. Wie die französische Anti-Doping-Agentur AFLD am Donnerstag mitteilte, kam es bei einer Probe am 17. März zu Unregelmäßigkeiten.

Armstrong hatte den von der AFLD beauftragten Arzt in Beaulieu-sur-mer 20 Minuten warten lassen, bevor er einen Urin-, Blut- und Haar-Test zuließ. Obwohl die genommenen Proben unauffällig waren, könnte die AFLD den Rennfahrer für sein Verhalten bestrafen, wie sie nach Rücksprache mit dem Weltverband UCI am Donnerstag erklärte. Ob Armstrong wegen Behinderung der Kontroll-Prozedur sanktioniert wird, ließ die AFLD offen.

Armstrong hatte die Verzögerung am vergangenen Dienstag damit begründet, dass er erst telefonisch klären wollte, ob die Kontrolle autorisiert sei. Danach habe der Test in "freundlicher Atmosphäre" stattgefunden. Nach dem unangemeldeten AFLD-Besuch hatte sich der Texaner via Twitter beschwert, dass dies bereits die 24. unangemeldete Kontrolle gewesen sei, seit er im vergangenen Oktober sein Comeback bekanntgegeben habe.

Die AFLD hat Armstrong, der im Juli bei der Tour de France an den Start gehen will, seit langem im Visier. Sie hatte ihn aufgefordert, eingefrorene Urin-Proben aus dem Jahr 1999 ein zweites Mal analysieren zu lassen. Armstrong lehnte ab und erhielt Rückendeckung von der UCI.

B-Probe lag nicht vor

2005 hatte eine unmittelbar nach dem Tour-Ende vorgenommene Analyse in sechs Proben Armstrongs EPO nachgewiesen. Das blieb aber ohne Konsequenzen, weil eine notwendige B-Probe nicht vorlag. Im Gegensatz zum Vorjahr werden die Doping-Kontrollen bei der Frankreich-Rundfahrt im Juli nicht mehr unter AFLD-, sondern wieder unter UCI-Regie stehen.

DPA/AP / AP / DPA

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