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Viertelfinale: DEB-Team scheitert bei Eishockey-WM an Kanada

Das Team zu nervös, das Spiel mit zu vielen Patzern: Die deutsche Eishockey-Auswahl musste sich bei der Heim-WM gegen Titelverteidiger Kanada geschlagen geben. Bundestrainer Sturm ist dennoch zufrieden. 

Deutschlands Frank Holter verabschiedet sich nach Aus bei Eishockey-WM von Fans

Abschied nehmen von den Fans und der Eishockey-WM hieß es am Donnerstag auch für Deutschlands Frank Holter 

Sie kämpften und mussten sich am Ende doch knapp geschlagen geben: Bei der Heim-WM ist die deutsche Eishockeymannschaft nach einem 1:2 (0:1, 0:1, 1:0) im Viertelfinale am Donnerstag gegen Titelverteidiger Kanada ausgeschieden. Zu viele Fehler und harmlose Angriffe kosteten das Team von Marco Sturm so die Wiederholung des WM-Märchens von 2010.

Vor 16.653 Zuschauern in der überraschend nicht ausverkauften Kölner Arena konnte Stürmer Yannic Seidenberg zwar verkürzen (54. Minute) und ließ in der Schlussphase auf die Sensation hoffen. Doch die Treffer von Mark Scheifele (18.) und Jeff Skinner (39.) reichten dem 26-maligen Weltmeister zum 33. Sieg im 36. WM-Duell.

"Wir haben es ihnen zu leicht gemacht", sagte Seidenberg. "Jedes Mal, wenn wir die Scheibe hatten, haben wir sie sofort wieder hergegeben." Vor allem im Aufbau seien die Pässe oft zu ungenau gewesen, bemängelte er. Auch Torhüter Philipp Grubauer meinte: "Ich denke nicht, dass wir so gut gespielt haben." Er lobte die Fans: "Es war natürlich eine super Heim-WM. Die Stimmung war bombastisch."

Bundestrainer Sturm zufrieden

Das kanadische NHL-Star-Ensemble spielt am Samstag im Halbfinale in Köln gegen Russland. Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) schließt das Heim-Turnier schon nach dem Viertelfinale als WM-Achter ab. Sturm war dennoch zufrieden: "Unser Ziel war vorher, wir wollten den nächsten Schritt gehen und das haben wir im Laufe des Turniers gemacht."

Anders als vor sieben Jahren bei der bislang letzten Heim-Weltmeisterschaft war der Viertelfinalgegner in diesem Jahr zu stark. 2010 waren die deutschen Cracks noch durch ein 1:0 gegen die Schweiz bis ins Halbfinale vorgedrungen. Diesmal spielte das Team jedoch zu nervös und leistete sich zu viele Aussetzer. Auch der nachnominierte NHL-Jungstar Leon Draisaitl zeigte das schwächste seiner drei WM-Spiele.

DEB steht vor Personalfragen

Unklar ist nun, wie es mit einigen Routiniers im Team weitergeht. Auch der bei der WM ansonsten überzeugende deutsche Kapitän Christian Ehrhoff (34) ließ sich gegen Kanada von der Nervosität seiner Mitspieler anstecken. Der insgesamt beste deutsche Spieler, NHL-Verteidiger Dennis Seidenberg, wird im Juli bereits 36. 

Der Vertrag von Bundestrainer Sturm läuft bis zu WM im kommenden Jahr, soll aber noch 2017 verlängert werden. Trotz des Ausscheidens ist die WM mit dem Erreichen des Minimalziels Viertelfinale als Erfolg zu werten. Der erst 38 Jahre alte Sturm führte das deutsche Team nach einigen Jahren des Rückschritts vor seiner Zeit im zweiten Jahr am Stück in die WM-K.o.-Runde. Das hatte zuletzt Uwe Krupp 2010 und 2011 geschafft. 

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fri / DPA

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