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Handball: Deutsche Handballer feiern ersten Sieg unter Heuberger

Nach drei Pleiten bei seinem Supercup-Debüt hat Martin Heuberger im EM-Test gegen Ungarn seinen ersten Erfolg als Bundestrainer gefeiert. Die DHB-Auswahl zeigte sich stark verbessert, Grund zur Euphorie gibt es aber noch nicht.

Die deutschen Handballer sind mit einem Erfolgserlebnis ins neue Jahr gestartet und haben Martin Heuberger den ersten Sieg als Bundestrainer beschert. Die DHB-Auswahl gewann den ersten von zwei EM-Tests gegen den WM-Siebten Ungarn mit 36:33 (18:16).

Im Vergleich zu den drei Niederlagen beim Supercup gegen Spanien, Dänemark und Schweden bot Deutschland vor gut 8000 Zuschauern in Bremen eine gute Vorstellung und ließ deutliche Fortschritte erkennen. Uwe Gensheimer war mit zwölf Toren (4 Siebenmeter) bester Schütze der deutschen Mannschaft.

"Es ist wichtig, dass uns ein Sieg gelungen ist. Es ist ein schönes Gefühl, zu Hause so ein Spiel zu gewinnen", sagte der starke Kapitän Pascal Hens. Heuberger lobte eine "deutliche Steigerung im Gegensatz zum Supercup". Eine Woche vor Beginn der EM, bei der in der Vorrunde Tschechien, Mazedonien und Schweden die Gegner sein werden, gibt es zwar keinen Grund für allzu große Euphorie, die Signale des Tests gegen Ungarn waren aber positiv.

Hens mit viel Zug zum Tor 

Kapitän Pascal Hens zeigte endlich wieder den Zug zum Tor, den die deutsche Mannschaft dringend benötigt, um auch aus dem Rückraum Torgefahr zu erzeugen. Der Hamburger erzielte sechs Treffer. Kann er diese Form auch bei der EM abrufen, dann wird Martin Heuberger eine große Sorge weniger haben.

Denn der Rückraum bleibt eine der großen Problemzonen. Mit Michael Haaß und Martin Strobel stehen auf der Spielmacherposition zwei Spieler zur Verfügung, die nur wenig Torgefahr aus der zweiten Reihe ausstrahlen. Auch aus dem rechten Rückraum kam von Holger Glandord und Adrian Pfahl wenig.

Klein, Gensheimer und Groetzki überragend 

Um so wichtiger ist es, dass Haas oder Strobel den Ball laufen lassen, um ihre Mitspieler in Position zu bringen. Das klappte gegen Ungarn phasenweise sehr gut, sowohl über den Kreis mit Christoph Theuerkauf oder Patrick Wiencek, aber vor allem auch über die Außen mit Mini Klein, der in der ersten Halbzeit auf der linken Seite spielte und von Uwe Gensheimer abgelöst wurde, sowie Patrick Groetzki auf der rechten Seite.

Diese individuelle Klasse auf den Außen ist eine der großen Stärken der DHB-Auswahl. Gegen Ungarn erzielte das Trio zusammen 22 Tore und war fast im Alleingang für den Sieg verantwortlich.

Probleme in der Defensive 

Auch im Tor gibt es keine Schwierigkeiten, auch wenn Silvio Heinevetter und Carsten Lichtlein sich gegen Ungarn nicht großartig auszeichnen konnten. Die bekannten Probleme Deutschlands traten zumindest phasenweise auch gegen Ungarn wieder zutage. Immer wieder gingen im Aufbauspiel vor allem in Halbzeit eins Bälle zu einfach verloren, und dann dauerte das Rückzugsverhalten einfach zu lange. Einfache Gegenstöße für Ungarn waren die Folge.

Nach der Pause klappte das besser, da erwies sich das von Oliver Roggisch organisierte Abwehrzentrum aber immer wieder als löchrig. Positiv war die gute Chancenverwertung der DHB-Auswahl, was in der Vergangenheit längst keine Selbstverständlichkeit war. Ob das bei der EM gegen wesentlich aggressivere Deckungsreihen auch so gut klappt, bleibt abzuwarten.

Die deutsche Mannschaft begann mit der erwarteten ersten Sieben. Im Tor stand der Berliner Silvio Heinevetter, die Außenpositionen besetzten Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen) und Dominik Klein (Kiel). In der Rückraummitte gestaltete Michael Haaß (Göppingen) das deutsche Spiel, neben ihm agierten Kapitän Pascal Hens (Hamburg) und Holger Glandorf. Am Kreis spielte der Lemgoer Christoph Theuerkauf, der in der Abwehr durch Oliver Roggisch (Rhein-Neckar Löwen) abgelöst wurde.

Entscheidung erst nach der Pause 

Gegen Ungarn setzten die Mannen um Hens ihre Ankündigung um, mit vollem Einsatz aufzutreten und sich das notwendige Selbstvertrauen für die EM holen zu wollen. Zwar geriet der Gastgeber durch erneut leichte Fehler im Angriff nach einer 4:3-Führung (5.) mit 5:8 (10.) ins Hintertreffen. Doch unbeeindruckt von dem Rückschlag zogen die deutschen Spieler ihr Konzept weiter durch, glichen beim 8:8 (15.) aus und setzten sich anschließend auf 14:11 (24.) ab.

Allerdings offenbarten die Hausherren auch Schwächen in der Abwehr. Zu oft kamen die Ungarn, die sich als WM-Siebter bereits für ein olympisches Ausscheidungsturnier qualifiziert haben, zu leichten Toren. So blieb der Vorsprung beim maximal drei Toren und schwand bis zur Pause auf 18:16. Erst nach Wiederanpfiff sorgte der Gastgeber mit einem Zwischenspurt auf 27:19 (42.) für klare Verhältnisse und brachte den Vorsprung sicher ins Ziel.

sportal.de / sportal

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