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Handball-Nationalmannschaft: Sigurdsson coacht nur noch bis zur WM 2017

Der Abschied von Trainer Dagur Sigurdsson steht fest. Nach der Handball-WM im nächsten Jahr braucht die deutsche Nationalmannschaft einen neuen Coach. Der Isländer verhandelt mit dem japanischen Handballverband.

Bei den Olympischen Spielen 2016 gewann Dagur Sigurdsson mit der Handball-Nationalmannschaft Bronze, er jubelt über den Sieg

Bei den Olympischen Spielen 2016 gewann Dagur Sigurdsson mit der Handball-Nationalmannschaft Bronze

Für die WM im Januar 2017 bleibt Trainer Dagur Sigurdsson der deutschen Handball-Nationalmannschaft erhalten, danach muss ein neuer Coach her. Der Isländer gebe seinen Job aus persönlichen Gründen auf. In einer Mitteilung des Deutschen Handballbundes (DHB) äußerte sich Sigurdsson erleichtert: "Jetzt wissen alle Bescheid, und wir können uns mit aller Energie auf die kommende Weltmeisterschaft konzentrieren." 

Dagur Sigurdsson schaut nach Japan

Der 43-Jährige verhandelt mit dem japanischen Handballverband über eine Anstellung. Er soll die japanische Handball-Auswahl auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio vorbereiten. Sigurdsson betreute die DHB-Auswahl als Nachfolger des erfolglosen Martin Heuberger seit August 2014. Zuvor war er Vereinstrainer des Bundesligisten Füchse Berlin. Unter seiner Führung wurde das deutsche Team im vergangenen Jahr bei der EM in Polen Europameister und ließ in diesem Jahr bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro die Bronzemedaille folgen.

Für den DHB ist der Abschied des Isländers ein herber Verlust - er war aber planbar. Schon vor Wochen wurde erstmals bekannt, dass sich der 43-Jährige über seine Zukunft ernsthafte Gedanken macht. Dabei gehe es um eine "Lebensplanveränderung", hatte DHB-Vize Bob Hanning gesagt. Geld soll bei den Plänen von Sigurdsson nie eine Rolle gespielt haben. "Wir bedauern, dass wir Dagur nicht überzeugen konnten, seinen Weg mit unserer Nationalmannschaft fortzusetzen, respektieren jedoch seine persönliche Entscheidung", wurde DHB-Präsident Andreas Michelmann zitiert. "Für seine Arbeit, die über die sportlichen Ergebnisse hinausreicht, sind wir sehr dankbar."

Deutscher Handballbund berät über Nachfolger

Die WM 2017 in Frankreich beginnt am 13. Januar in Rouen mit dem Spiel gegen Ungarn und wird das vierte und letzte gemeinsame Turnier von Sigurdsson mit der deutschen Nationalmannschaft. Über die Nachfolge Sigurdssons wolle man "mit Ruhe und Bedacht" entscheiden, kündigte Hanning an. "Wir wollen eine optimal zur konzeptionellen Ausrichtung des Deutschen Handballbundes passende Person engagieren - dabei geht Qualität vor Tempo", sagte Hanning in der DHB-Mitteilung.

Als Top-Kandidat gilt Christian Prokop vom Bundesligisten SC DHfK Leipzig. Zudem wurden zuletzt die Namen von Markus Baur (TVB Stuttgart) und Gudmundur Gudmundsson, der seinen Vertrag als Nationaltrainer Dänemarks gekündigt hat, genannt. Die ebenfalls vom DHB umworbenen Erfolgstrainer Alfred Gislason (THW Kiel) und Ljubomir Vranjes (SG Flensburg-Handewitt) hatten Absagen erteilt.

fri / DPA

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