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Handball-EM: Deutschland ohne Chance gegen Spanien

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft zahlt weiter Lehrgeld bei der Europameisterschaft in Innsbruck. Auch gegen Spanien blieb die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand ohne Chance und zeigte die bislang schwächste Turnierleistung.

Die deutschen Handballer müssen erstmals seit zehn Jahren vorzeitig von einer EM abreisen. Im zweiten Hauptrunden-Spiel erlitt der WM-Fünfte am Dienstag in Innsbruck mit dem 20:25 (9:14) die dritte Turnier-Niederlage und kann nicht mehr das Spiel um Platz fünf am Samstag in Wien erreichen. Damit ist die schlechteste EM-Platzierung seit dem neunten Platz im Jahr 2000 besiegelt. Mit einem Sieg am Donnerstag (16.30 Uhr) kann die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) maximal noch Platz vier in der Hauptrundengruppe I erreichen.

Vor nur rund 5000 Zuschauern bot die deutsche Mannschaft eine ernüchternde Leistung. Sie agierte vor allem im Angriff unbeholfen und planlos. Im Gegensatz zu den leidenschaftlichen Auftritten bisher ließen die DHB-Akteure jegliches Aufbäumen vermissen. Bester Werfer war Uwe Gensheimer mit fünf Treffern.

Technische Fehler und schwacher Abschluss

Wie angekündigt verzichtete Heiner Brand trotz des verpassten Halbfinals auch im zweiten Spiel der Hauptrunde zunächst auf Experimente. "Ich werde versuchen, die stärkste Mannschaft aufzustellen. Wir haben eine Verantwortung gegenüber dem Handball und müssen uns entsprechend präsentieren", verlangte der Bundestrainer. Allerdings setzten seine Spieler diese Forderung zunächst mehr schlecht als recht um. Technische Fehler und schwache Torabschlüsse sorgten wie in den vorangegangenen Partien für Ballverluste.

Nach sieben Minuten lag die deutsche Mannschaft bereits mit 1:3 zurück. Die Ideenlosigkeit gegen die robuste und zupackende Abwehr der Spanier verhinderte ein flüssiges Kombinationsspiel. Immer wieder rannten sich die Mannen um Kapitän Michael Kraus in Einzelaktionen im spanischen Deckungsblock fest. Allerdings boten auch die Iberer im Duell der Weltmeister von 2005 und 2007 keine Glanzleistung. So hielt die DHB-Auswahl den Rückstand bis zum 6:8 (19.) in Grenzen.

Doch eine Chance auf den angestrebten Ausgleich konnte sich der WM-Fünfte nicht erspielen. Stattdessen hatten die deutschen Spieler nun auch noch Wurfpech und trafen mehrmals Latte und Pfosten. Die Spanier hingegen machten es besser. Die DHB-Auswahl geriet so Tor um Tor weiter uns Hintertreffen, lag beim 7:12 (24.) erstmals mit fünf Treffern zurück und konnte dies bis zum 9:14-Pausenstand nicht mehr wettmachen.

Lektion in Sachen Effektivität

Zur zweiten Halbzeit wechselte Brand durch und gab den Spielern mit zuletzt wenigen Einsätzen eine Chance. Im Tor ersetzte der Berliner Silvio Heinevetter den Hamburger Johannes Bitter, im linken Rückraum kam Sven-Sören Christophersen (Wetzlar) für Lars Kaufmann (Göppingen) und am Kreis agierte Göppingens Manuel Späth für den Magdeburger Christoph Theuerkauf. In dieser Besetzung kassierte die DHB-Auswahl einen 10:17-Rückstand (34.).

"Das Spiel gegen Spanien ist eine super Aufgabe für unsere junge Truppe, aus der wir lernen können", befand Rückraumspieler Holger Glandorf. In erster Linie bekamen er und seine Mitspieler eine Lektion in Sachen Effektivität erteilt. Nach weit weniger als 50 Prozent getroffener Torwürfe in der ersten Halbzeit steigerte sich die Quote auch in den zweiten 30 Minuten nicht. Die Spanier hingegen blieben konsequent beim Nutzen ihrer Torchancen und setzten sich vorentscheidend auf 23:16 (53.) ab.

DPA / DPA

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