Handball-Europameisterschaft Brands Buben legen Fehlstart hin


Mit einer desolaten Angriffsleistung haben die deutschen Handballer im Auftaktspiel bei der Europameisterschaft in Slowenien eine deprimierende Niederlage erlitten.

Mit einer desolaten Angriffsleistung haben die deutschen Handballer im Auftaktspiel bei der Europameisterschaft in Slowenien eine deprimierende Niederlage erlitten. Nach der 26:28 (10:12)-Niederlage am Donnerstagabend in Koper muss der WM-Zweite um das Erreichen der Hauptrunde bangen. Vor rund 2.500 Zuschauern mangelte es der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) an geistiger Frische und körperlicher Beweglichkeit. Beste Werfer im deutschen Team waren Daniel Stephan (Lemgo/5/1) und Torsten Jansen (Hamburg/8).

In der Abwehr den Schneid abgekauft

In ihrem zweiten Spiel der Vorrundengruppe D steht der EM-Zweite am Freitag gegen Polen bereits unter erheblichem Erfolgsdruck. Zum Abschluss trifft die DHB-Auswahl am Sonntag auf den WM-Dritten Frankreich, der zuvor gegen Polen mit 29:25 gewonnen hatte. "Serbien und Montenegro hat uns in der Abwehr den Schneid abgekauft. Das Spiel haben wir im Angriff verloren", sagte DHB-Sportdirektor Peter Sichelschmidt.

Leichte Fehler

In dem erwartet bissig geführten Duell geriet die deutsche Mannschaft schnell mit 0:2 (5.) in Rückstand. Wie ein roter Faden zogen sich die leichten Fehler im Angriff durch die erste Halbzeit. Latten- und Pfostentreffer sowie Abspiel- und Fangfehler führten immer wieder zu Ballverlusten. Doch wie schon bei den Vorbereitungsspielen gegen Russland war Torhüter Henning Fritz (Kiel) ein sicherer Rückhalt. Dank seiner zahlreichen glänzenden Paraden hielt die DHB-Auswahl den Rückstand gering und kam beim 7:6 (19.) zur einzigen Führung im ersten Durchgang.

"Spiele gewinnt man aus der Abwehr und wenn man weniger Fehler macht als die anderen", sagte Bundestrainer Heiner Brand. Doch bis zur 10:12-Pausenstand produzierten die Deutschen die meisten Fehler. Unglücklich agierte auch Kapitän und Spielmacher Markus Baur, der ausgerechnet an seinem 33. Geburtstag keine zündenden Ideen im Angriffsspiel produzierte. Auch sein Lemgoer Vereinskamerad Florian Kehrmann traf bei acht Versuchen nur zwei Mal.

Der Schwung fehlte

Auch im zweiten Abschnitt hatte der WM-Zweite den hoch motivierten früheren Jugoslawen nicht den erhofften Schwung entgegen zu setzen. "Wir haben gelernt, die Fehler zu reduzieren und haben die Deckung stabilisiert", hatte Rückraumspieler Volker Zerbe vor der Partie noch gesagt. Bei der Umsetzung haperte es bedenklich. Durch die Ballverluste im Angriff konnten die Serben und Montenegriner zahlreiche Konter laufen und setzten sich auf 17:13 (38.) ab.

Selbst beste Gelegenheiten konnten die deutschen Spieler nicht in Torerfolge umsetzen. Verwarfen sie die Bälle nicht, scheiterten sie am gegnerischen Torwart Dejan Peric. Die Serben und Montenegriner hingegen gaben sich kaum eine Blöße, auch wenn der in der zweiten Hälfte für Fritz eingewechselte Christian Ramota (Lemgo) mehrere Chancen vereitelte. Über 15:20 (44.) geriet die DHB-Auswahl mit 17:23 (48.) ins Hintertreffen.

Martin Kloth/DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker