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Handball Füchse schaffen Einzug ins Final Four der Champions League


Die Füchse Berlin haben nach einer sensationellen Aufholjagd das Finalturnier in der Königsklasse erreicht. In einem unglaublichen Handball-Krimi machten die Berliner gegen Ademar Leon die Elf-Tore-Niederlage aus dem Hinspiel wett.

Die Füchse Berlin haben das Final Four der Champions League erreicht. Mit 23:34 hatten die Berliner das Hinspiel bei Ademar Leon verloren, doch nach dem 29:18 war der größte Erfolg der Vereinsgeschichte perfekt.

Alexander Petersson (9) war der erfolgreichste Schütze für die Gastgeber. Das Final-Four-Turnier der besten vier Mannschaften Europas findet am 26. und 27. Mai in Köln statt. AG Kopenhagen und Athletico Madrid standen bereits als Teilnehmer fest.

Sigurdsson beweist seherische Fähigkeiten 

Vor dem zweiten Duell in der Max-Schmeling-Halle hatten wohl nur die kühnsten Optimisten noch ernsthaft an ein Weiterkommen der Berliner geglaubt. Dazu zählte offenbar auch die Mannschaft von Trainer Dagur Sigurdsson.

Der Coach hatte im Vorfeld im Interview mit der Berliner Morgenpost die Marschroute kurz und knapp auf den Punkt gebracht: "Die Formel zum Erfolg ist klar: Die Fans peitschen uns nach vorn, unsere Torhüter zeigen von Beginn an Topleistung, die Abwehr steht sicher und wir erzielen über den Gegenstoß leichte Tore. Wichtig ist, dass meine Spieler ganz cool im Kopf sein müssen."

Sigurdsson bewies beinahe seherische Fähigkeiten, denn die Partie nahm tatsächlich diesen Verlauf. Das erste Signal zur Attacke setzte er selbst, als er im ersten Angriff den Torwart herausnahm und einen siebten Feldspieler brachte. Den Rest übernahm nach dem 1:0 von Sven-Sören Christophersen die Mannschaft mit den begeisterten 9000 Zuschauern im Rücken.

Kampf, Leidenschaft und Heinevetter 

Die Füchse warfen von Beginn an Kampf und Leidenschaft in die Waagschale und rissen die Fans mit. Die Spanier konzentrierten ihr Angriffsspiel oftmals auf die Mitte und da machten Torsten Laen und Denis Spojaric den Laden dicht. Kam doch mal ein Wurf auf den Kasten, dann war Silvio Heinevetter mit zahlreichen Weltklasseparaden zur Stelle.

In der Offensive demonstrierten die Berliner die von Trainer Sigurdsson geforderte Coolness. Mit einer Erfolgsquote von rund 70 Prozent schlossen die Gastgeber ihre Angriffe ab, ein überragender Wert. Über 4:1, 6:3 und 9:4 zogen die Füchse davon. Ademar Leon hatte dem nichts entgegenzusetzen. Den Spaniern fehlte angesichts des klaren Hinspielerfolgs die letzte Entschlossenheit und Konzentration und als das Spiel komplett gegen sie lief, kam auch noch Nervosität dazu.

Zur Halbzeit führten die Berliner bereits mit 13:6 und sie konnten tatsächlich auch nach der Pause an ihre Leistung anknüpfen. Die Partie wurde zwar etwas "wilder" und die Fehler häuften sich, doch nach 42 Minuten hatten die Füchse beim Stand von 21:10 erstmals den Elf-Tore-Rückstand egalisiert. Danach entwickelte sich eine wahre Nervenschlacht.

Berlin steckt nicht auf

Nach vier Toren in Folge war Ademar Leon wieder auf 24:15 herangekommen, doch die Hausherren steckten solche Rückschläge immer wieder weg. Mit einer aggressiven Abwehrleistung provozierten sie immer wieder Ballverluste bei den Spaniern und kamen über Gegenstöße zu einfachen Toren. In den letzten Minuten spitzte sich das Geschehen zu.

Als Petersson und Laen in der 57. Minute auf 29:18 erhöht hatten, kassierte Laen eine Zwei-Minuten-Strafe. In Unterzahl parierte Heinevetter zwei Minuten vor dem Ende einen ganz wichtigen Wurf und rettete somit den Elf-Tore-Vorsprung. Ein einfacher Ballverlust der Spanier rund 30 Sekunden vor dem Ende besiegelte deren Aus und verwandelte die Max-Schmeling-Halle endgültig in ein Tollhaus.

Selten gab es so ein intensives Spiel zu bewundern und die Berliner Akteure waren nach dem Einzug ins Final Four natürlich völlig aus dem Häuschen. 

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