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HANDBALL: Selbstvertrauen für die EM

Das kommt den deutschen Handballern gerade recht. Der vierte Gewinn des Supercups ist für das Nationalteam genau das Richtige, um Selbstvertrauen für die Europameisterschaft in Schweden zu tanken.

Das kommt den deutschen Handballern gerade recht. Der vierte Gewinn des Supercups ist für das Nationalteam genau das Richtige, um Selbstvertrauen für die Europameisterschaft in Schweden zu tanken. Die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) besiegte Olympiasieger Russland im Endspiel souverän mit 30:20 (15:7).

Mit Tempo- Handball dominierte das Team von Bundestrainer Heiner Brand das Finale vor 4.900 Zuschauern in der ausverkauften SachsenArena in Riesa nach Belieben. Bester deutscher Torschütze war Christian Schwarzer (Lemgo) mit sechs Treffern. Schon das Gruppenspiel gegen die Russen hatte die deutsche Mannschaft mit 27:21 gewonnen.

Schwächen beim Ersatz

In den vier Turnierspielen an fünf Tagen hat die deutsche Mannschaft zwei Gesichter gezeigt. Während die Stammformation ihre Reife für die Europameisterschaft nachwies, ließen die Ersatzleute zu viele Schwächen erkennen.

Vor allem beim glücklichen 27:26-Halbfinal- Erfolg gegen Kroatien zeigte sich, dass der zweite Anzug noch nicht sitzt. »Wir sind keine Konfektionsmannschaft«, sagte DHB- Sportdirektor Peter Sichelschmidt.

Zeitz überzeugte

Bundestrainer Heiner Brand verhehlte trotz der insgesamt guten Leistungen die Sorgen um seine Mannschaft nicht. »Wir haben uns verbessert. Die Einstellung und der Wille haben im Gegensatz zum Turnier in Schweden zu 100 Prozent gestimmt. Aber wir sind in einer Phase, in der wir uns kämpferisch viel erarbeiten müssen«, urteilte der Weltmeister von 1978.

Zufrieden war er vornehmlich mit dem erst 20-jährigen Rechtsaußen Christian Zeitz vom Zweitligisten TSV Östringen, der das Spiel des DHB-Teams belebte. »Er hat im Verlaufe dieses Turniers gezeigt, dass es sich lohnt, mit ihm zu arbeiten. Aber er muss solider werden«, sagte der Bundestrainer.

Tür steht Zerbe offen

Mit Blick auf die Europameisterschaft Ende Januar rechnet Brand damit, dass mit Daniel Stephan und Florian Kehrmann (beide Lemgo) zwei seiner derzeit erkrankten und verletzten Stammspieler zurückkehren.

Insgeheim hofft er zudem, dass der Lemgoer Volker Zerbe von seinen Mitspielern für ein Auswahl-Comeback überzeugt werden kann. »Ich habe ihm gesagt, dass ich ihn in Ruhe lasse. Dazu stehe ich auch. Aber alle kennen meine Einstellung, dass ich ihn sehr hoch schätze. Wenn er kommt, ist die Tür immer offen für ihn«, sagte der Bundestrainer.

Stabile Abwehr

Grundlage für die Erfolge beim Supercup war die stabile Abwehr, die sich auch im Finale beim zweiten Spiel gegen Russland als Prunkstück erwies. Damit zog die DHB-Auswahl den Russen den Nerv. Im Angriff überzeugte der Gastgeber mit attraktiven Spielzügen und einer verbesserten Ausnutzung der Tormöglichkeiten.

»Wir sind eine Mannschaft die sich Chancen herausspielt«, freute sich Brand über die gelungenen Aktionen, mit denen sein Team bis zur Pause mit 15:7 davonzog und in der zweiten Halbzeit den Sieg sicherte.

Wirtschaftlich wichtig

Verbandspräsident Ulrich Strombach bewertete den Supercup als »großen Erfolg, sowohl sportlich als auch wirtschaftlich«. Für den mitgliederstärksten Handball-Verband der Welt, der am Ende des Jahres 2002 schuldenfrei sein will, bleibt eine hohe fünfstellige Summe als Gewinn.

»Die Entscheidung nach Sachsen zu gehen hat sich aus Gründen der wirtschaftlichen Sicherheit als richtig erwiesen. Außerdem war das ein beträchtlicher Imagegewinn für den Handball. Wir kommen in diesem Turnier auf rund 20.000 Zuschauer. Das ist schon lange nicht mehr gewesen«, erklärte der Jurist aus Gummersbach.

Schweden Dritter

Das Spiel um Platz drei gewann Europameister Schweden glücklich mit 27:26 (15:11) gegen Kroatien. Rang fünf belegte Dänemark durch einen 34:30-Erfolg gegen Spanien. Henning Fritz (Kiel) wurde zum besten Torhüter des Turniers gewählt. Als bester Spieler wurde der Schwede Magnus Andersson ausgezeichnet.

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