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Handball: Serbien schlägt Kroatien und steht im Finale der Heim-EM

Eine bärenstarke Leistung im zweiten Durchgang der serbischen Deckung und ihres Schlussmannes Darko Stanic haben den Gastgebern den Einzug ins Finale der Handball-EM gesichert. Im Finale wartet nun Dänemark.

Ein in Halbzeit zwei überragender Darko Stanic im Tor und acht Tore von Momir Ilic (4/4 Siebenmeter) haben Serbien ins Finale der Heim-WM gebracht. In einer engen Partie behielt am Ende die beste Defensive des Turniers die Oberhand, bislang gelangen keiner Mannschaft mehr als 22 Tore gegen die Serben. Auch Kroatien konnte beim 22:26 diese Marke nicht übertreffen. Die vor der Partie befürchteten Ausschreitungen – 5.000 Polizisten waren im Einsatz – fanden nicht statt.

Härte nur zu Beginn

Die mit Spannung erwartete Begegnung startete wie erwartet, bereits nach 34 Sekunden gab es die erste Zeitstrafe. Der Serbe Bojan Beljanski musste für zwei Minuten auf die Bank. Den fälligen Siebenmeter verwandelte Ivan Cupic. Auch auf der Gegenseite gab es sofort einen Strafwurf, Momir Ilic vom THW Kiel sorgte für das 1:1. In einer danach überraschend fairen Partie – nur drei Zeitstrefn in den ersten 30 Minuten – wechselte die Führung ständig, keines der Teams konnte sich absetzen. Nur in der zehnten Minue kochten die Emotionen kurz hoch, als sich Blazenko Lackovic vom HSV und Ivan Nikcevic um den Ball stritten, letztendlich war aber alles halb so wild.

Die erste Zwei-Tore-Führung im Spiel erarbeiteten sich die favorisierten Kroaten beim Stand von 11:9 nach 21:48 Minuten. Aber die Serben kamen zurück glichen zum 11:11 aus und am Ende gingen die Kroaten mit einer 14:13-Führung in die Kabinen. Während Kroatien auf eine geschlossene Mannschaftsleistung zurückgreifen konnte, lag die Last des serbischen Spiels in der ersten Hälfte vor allem auf zwei Spielern. Außen Nikcevic und Spielmacher Ilic erzielten beide vier Treffer, Ilic davon drei per Siebenmeter. Auffällig war, dass die serbischen Torhüter nur einen Wurf parieren konnten, ihr Gegenüber Mirko Alilovic konnte sich dagegen fünfmal auszeichnen.

Stanic dreht auf

Das änderte sich in Halbzeit zwei, Darko Stanic hielt sofort den ersten Ball der Kroaten. Drei Tore in Folge brachten den Gastgeber mit 16:14 in Führung und diese bauten sie zum 19:16 und 21:17 kontinuierlich aus, die Kroaten nahmen ihre Auszeit (46.). Die zeigte zunächst Wirkung, Kroatien verkürzte auf 21:19. Aber davon ließ sich Serbien nicht beeindrucken und ging sieben Minuten vor Schluss mit 25:20 in Front.

Aber Kroatien kämpfte sich zurück, beim Stand von 25:22 vergab Rechtsaußen Zlatko Horvat den möglichen Anschluss nach 57:15 Minuten, im Gegenzug sorgte Marko Vujin für die Entscheidung. Beim 26:22 blieb es bis Spielende, die serbische Abwehr, bei der Keeper Stanic in Hälfte zwei zur Hochform auflief und elf Bälle hielt, ließ damit schon wieder nicht mehr als 22 Gegentore bei dieser EM zu. Den Kroaten fiel im zweiten Durchgang zu wenig gegen die starke Deckung der Serben ein. Neben Ilic war Vujin mit sechs Toren erfolgreichster Schütze der Serben, die im Finale nun auf Dänemark treffen. Für Kroatien traf Marko Kopljar siebenmal.

Dänemark ringt Spanien nieder

Die Dänen stehen in ihren zweiten EM-Finale. Gegen Spanien hatte der Titelträger von 2008 in einer engen und intensiven Partie viel Mühe und lag bis zur 15. Minute bereits mit 3:7 zurück. Nach einer Auszeit konnte sich das Team um Star Mikkel Hansen aber herankämpfen und ging zur Pause mit einer 12:10-Führung in die Kabinen. Der ansonsten in der ersten Hälfte eher unauffällige Hansen warf das zwölfte Tor der Dänen per Freiwurf, nachdem die Spieluhr schon abgelaufen war: Eduardo Gurbindo ließ den Ball durch die Mauer, Keeper Jose Manuel Sierra hatte so keine Chance. 

In Durchgang zwei konnte Dänemark sich zunächst beim Stand von 17:12 eine fünf Tore Führung erarbeiten, ehe die Spanier ihrerseits nach einer Auszeit zum 19:19 ausgleichen konnten, wenig später aber wieder mit drei im Hintertreffen lagen. Aber Spanien gab nicht auf und kämpfte sich wieder ran, glich zum 23:23 aus. Letztendlich behielt Dänemark aber doch mit 25:24 die Oberhand, Hansen, der drei der letzten vier dänischen Tore erzielte, sorgte 51 Sekunden vor Schluss für den Siegtreffer der Skandinavier. 

Spanien hatte zwar noch die Chance sich in die Verlängerung zu retten, aber Linksaußen Cristian Ugalde vergab die Chance zum Ausgleich. Bester Werfer bei Dänemark war Rasmus Lauge Schmidt mit sechs Toren, für die Iberer war Julen Aguinagalde (5) am erfolgreichsten. Spanien spielt nun gegen Kroatien um den Gewinn der Bronzemedaille. 

Rekordmann Lazarov

Zuvor hatte Kiril Lazarov mit acht Treffen Mazedonien zu Platz fünf bei der EM geworfen. Mit dem 28:27 (16:12) gegen Slowenien buchten die Mazedonier den letzten Platz für eines der drei vorolympischen Qualifikationsturniere. Mit insgesamt 61 Toren stellte Lazarov einen neuen Rekord bei einer Handball-EM auf, er übertraf den Isländer Olafur Stefansson, dem 2002 58 Treffer gelungen waren. Mit 92 Toren hält er auch die Bestmarke für die meisten Tore einer der Handball-WM, nun soll Olympia folgen. Die deutsche Auswahl konnte sich nicht für die Spiele in London qualifizieren.

sportal.de / sportal

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