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Handball-WM 2017: Deutschlands Bad Boys spazieren ins Achtelfinale

Die deutschen Handballer stehen bei der WM vorzeitig im Achtelfinale. Gegen Saudi-Arabien reicht eine durchschnittliche Leistung zum dritten Sieg im dritten Gruppenspiel.

Patrick Wiencek vor dem Tor von Nawaf Almutairi

Patrick Wiencek vor dem Tor von Nawaf Almutairi: Obwohl die DHB-Auswahl im Angriff einige Chancen vergab, war ihr Sieg und damit der Einzug ins Achtelfinale der Handball-WM nie gefährdet.

Trotz einer teilweise schlampigen Abwehrleistung sind die deutschen Handballer im Schongang ins WM-Achtelfinale spaziert. Mit dem mühelosen 38:24 (21:13) gegen erreichte der Europameister am Dienstag vorzeitig die K.o.-Runde und übernahm in der Gruppe C wieder die Tabellenführung. Nächster Gegner der Bad Boys ist am Mittwoch (17.45 Uhr) Weißrussland, ehe es am Freitag gegen den punktgleichen EM-Dritten Kroatien um den Gruppensieg geht.

Vor 3700 Zuschauern in Rouen waren Steffen Fäth mit sechs Toren sowie Kai Häfner und Julius Kühn (beide 5) die besten Werfer für die DHB-Auswahl, die in der Defensive ungewohnte Schwächen offenbarte und auch im Angriff einiges liegen ließ. Der Schlendrian verhinderte ein ähnliches Schützenfest wie am vergangenen Sonntag beim 35:14-Erfolg gegen Chile.

Wolff platzt wegen schlampiger Abwehr der Kragen

Wie erwartet rückte , der nach seiner überragenden Leistung beim Auftaktsieg gegen Ungarn im zweiten Turnierspiel eine Verschnaufpause erhalten hatte, wieder zwischen die Pfosten. Der Berliner Keeper erlebte jedoch eine frustrierende Partie. Gleich die ersten drei Würfe der Saudis musste der 32-Jährige passieren lassen, und auch im weiteren Spielverlauf bekam er kaum einen Ball zu fassen.

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Das lag aber auch daran, dass die vorne von Beginn an auftrumpfenden Bad Boys hinten die Zügel arg locker ließen. Der Außenseiter nutzte die Lücken immer wieder zu leichten Toren. Nach gut 20 Minuten war dann Schluss für Heinevetter, der bis dahin nur zwei von elf Würfen pariert hatte.

Sigurdsson brachte EM-Held , doch auch der Kieler konnte die Fehler seiner Vorderleute oft nicht mehr ausbügeln. Angesichts der ungewohnten Schwächen platzte Wolff kurz vor der Pause der Kragen - laut motzend forderte er seine Mitspieler zu mehr Konzentration auf. Kurz vor Schluss humpelte er dann angeschlagen vom Parkett.

In Gefahr geriet der Europameister, der den Ausfall des verletzten Paul Drux locker verschmerzen konnte, dennoch in keiner Phase der einseitigen Partie. "Wir sind vom Papier her klar besser. Deswegen ist ein Sieg natürlich Pflicht, und wir werden das auch gewinnen", hatte Sigurdsson schon vor dem Spiel verkündet.

Sigurdsson schont Stammkräfte

Der Isländer sollte Recht behalten, auch wenn sich seine Schützlinge angesichts des Klassenunterschiedes schwer taten, die Konzentration hoch zu halten. Immerhin gingen die Bad Boys offensiv mit viel Spielfreude zu Werke und hebelten die Abwehr der Saudis mit gelungenen Kombinationen ein ums andere Mal aus.

Nach dem Wechsel schonte Sigurdsson einige Stammkräfte wie Kapitän Uwe Gensheimer, der wieder alle Siebenmeter sicher verwandelte, und Patrick Groetzki. Der Vorsprung des DHB-Teams wuchs dennoch stetig an, was der Bundestrainer an der Seitenlinie mit teilweise regungsloser Miene zur Kenntnis nahm. Auch Sigurdsson weiß: Das Turnier geht für seine Mannschaft erst am Freitag so richtig los.

Alle Vorrundenpartien der DHB-Auswahl im Überblick

Freitag, 13.01.2017: Deutschland -  27:23 (16:11)

Sonntag, 15.01.2017: Chile - Deutschland 14:35 (6:17)

Dienstag, 17.01.2017: Deutschland - Saudi-Arabien 38:24 (21:13)

Mittwoch, 18.01.2017: Weißrussland - Deutschland (17.45 Uhr)

Freitag, 20.01.2017: Deutschland - Kroatien (17.45 Uhr)


mad / DPA

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