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Handball-WM: Deutsche lösen Pflichtaufgabe souverän

Locker und leicht zu vielen Toren: Die Exoten aus Algerien waren für die deutschen Handballer kein echter Prüfstein. Dennoch waren selbst beim sicheren Kantersieg die vorhandenen Probleme nicht zu übersehen - zu oft flogen die Geschosse von Hens, Glandorf und Konsorten am gegnerischen Tor vorbei.

Die deutschen Handballer haben sich bei der WM in Kroatien mit einem Kantersieg auf die beiden Entscheidungsspiele um den Einzug in die Hauptrunde eingeworfen. Der neu formierte Titelverteidiger deklassierte am Montag in Varazdin den "Exoten" Algerien mit 32:20 (16:10) und übernahm mit 5:1 Punkten die Tabellenführung in der Vorrundengruppe C. Vor der Minuskulisse von nur rund 1500 Zuschauern überzeugte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) gegen die überforderten und punktlosen Algerier durch Teamgeist und geduldiges Spiel. Bester deutscher Torschütze war Torsten Jansen (6/4).

Nach einem Ruhetag an diesem Dienstag stehen die entscheidenden Partien um das Erreichen der zweiten Turnierphase auf dem Programm. Am Mittwoch trifft die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand auf das Überraschungsteam Mazedoniens und zum Abschluss der Vorrunde in der Neuauflage des WM-Finales von 2007 auf Polen.

"Wir dürfen nicht den Fehler machen, Algerien auf die leichte Schulter zu nehmen. Natürlich sind wir der Favorit. Und wenn es gut läuft, ist das genau der richtige Gegner, um uns Selbstvertrauen zu holen", sagte Spielmacher Michael Kraus, der wie angekündigt wie am Vortag gegen Russland nur Teileinsätze absolvierte. Seine Warnung vor Nachlässigkeiten erwies sich als berechtigt. Zwar führte der Weltmeister vom 1:0 (3.) an durchgehend. Doch die Nordafrikaner präsentierten sich insbesondere durch ihre offensive und aggressive Abwehr als unbequemer Widersacher.

Zehn Jahre nach dem letzten Aufeinandertreffen beider Teams bei der WM 1999 in Ägypten (28:17) musste sich die deutsche Mannschaft jedes Tor zum fünften Sieg im fünften Vergleich erstmal hart erarbeiten. Über 5:2 (9.) baute der Favorit seinen Vorsprung durch Hartnäckigkeit und überlegtes Spiel bis auf 16:9 (28.) aus, musste aber kurz vor der Pause noch einen Gegentreffer zum 16:10 hinnehmen.

Vor allem der zuletzt noch gehemmt wirkende Holger Glandorf sorgte zu Spielbeginn mit vier Toren nacheinander für ein komfortables Polster, ehe der Bundestrainer ihn durch Michael Müller ersetzte. "Die Truppe ist heiß und will gewinnen", sagte der Nordhorner und ging mit gutem Beispiel voran.

"Wir haben keinen Grund, die Bremse, die wir gerade gelöst haben, wieder anzuziehen. Da kommt der Gegner gerade recht", erklärte Linksaußen Dominik Klein. Richtig aufs Tempo aber konnte die deutsche Mannschaft nicht drücken, weil die Algerier fortwährend hielten und klammerten. Doch davon ließen sich die Mannen um Kapitän Kraus nicht provozieren. Mit Geduld im Angriff und energischer Deckung enteilte der Titelverteidiger zu Beginn der zweiten Halbzeit auf 21:11 (37.).

Danach war der Widerstand der Afrikaner gebrochen, zumal auch Torhüter Johannes Bitter nach seiner schwachen Leistung gegen Tunesien wieder ein sicherer Rückhalt war. Nach dem 25:12 (43.) wechselte der Bundestrainer mehrmals die Formation und gab auch den bisher weniger eingesetzten Spielern Bewährungschancen.

Deutschland - Algerien 32:20 (16:10)

Deutschland: Bitter (HSV Hamburg), Lichtlein (TBV Lemgo) - Hens (HSV Hamburg) 2, Roggisch (Rhein-Neckar Löwen) 1, Klein (THW Kiel) 3, Müller (TV Großwallstadt) 2, Strobel (TBV Lemgo) 1, Preiß (TBV Lemgo) 1, Tiedtke (TV Großwallstadt) 4, Glandorf (HSG Nordhorn) 5, Jansen (HSV Hamburg) 6/4, Kraus (TBV Lemgo) 2, Kaufmann (TBV Lemgo) 2, Schröder (HSV Hamburg) 3

Algerien: Rabir, Kerbouche - Omar Chehbour 2, Benkahla, Boudrali 1, Labane, Bouakaz, Boultif 3, Layadi 2, Riad Chehbour 3, Berriah 8, Toum 1, Yahia

Schiedsrichter: Krstic/Ljubic (Slowenien)

Zuschauer: 1500

Strafminuten: 12 / 6

DPA/jef / DPA

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