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LEICHTATHLETIK: Traumhafter Abschied für Sabine Braun

Die deutschen Leichtathleten holten am vorletzten Wettkampftag der Europameisterschaft fünf Medaillen. Sabine Braun gewann in ihrem letzten Siebenkampf die Silbermedaille.

Die deutschen Leichtathleten sind die »ewigen Zweiten« der Europameisterschaften in München. Im Beisein von Bundeskanzler und Schirmherr Gerhard Schröder bekamen am Samstag Stabhochspringer Lars Börgeling, Siebenkämpferin Sabine Braun und Marathonläuferin Luminita Zaituc die Silbermedaillen Nummer sechs, sieben und acht für das Team des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) überreicht. Zudem belegten Tim Lobinger im Stabhochsprung und Sonja Oberem im Marathonlauf 3. Plätze.

Gold im mit 46.200 Zuschauern besetzten Olympiastadion holten sich die Asse anderer Nationen. Über 110 m Hürden feierte der Brite Colin Jackson in 13,11 Sekunden seinen vierten Titel in Folge. Der Weltrekordler ist damit der fünfte Athlet nach seinem Landsmann Steve Backley (Speerwerfen) am Vortag, Heike Drechsler (Weitsprung), dem Letten Janis Lusis (Speerwerfen) und der Russin Nadjeschda Tichonowa (Kugelstoßen), dem dieses Kunststücke gelang. Florian Schwarthoff (Berlin) fehlten als Viertem in 13,37 Sekunden 5/100 zu einer Medaille. Fenner (Wattenscheid) wurde Fünfter in 13,39. Silber und Bronze sicherten sich der Lette Stanislavs Olijars (13,22) und der Pole Artur Kohoutek (13,32).

Im Stabhochsprung gewann Alex Averbuch mit 5,85 m die erste Goldmedaille für Israel. Börgeling (Leverkusen) und Lobinger (Frankfurt/Main) überquerten je 5,80 m. »Wir haben mit zwei Medaillen das Minimalziel erreicht«, sagte Lobinger. Den Marathon entschied die Italienerin Maria Guida in 2:26:05 Stunden für sich. Luminita Zaituc (Braunschweig) lief in 2:26:58 Stunden über den Zielstrich, Sonja Oberem (Leverkusen) nach 2:28:42 Stunden. In ihrem 66. und letzten Siebenkampf sammelte Sabine Braun (Wattenscheid) 6.434 Punkte und verabschiedete sich mit Silber. Besser war die Schwedin Carolina Kluft, die mit 6.542 Zählern einen Junioren-Weltrekord aufstellte. Platz drei belegte Natalja Sasanowitsch aus Weißrussland (6.341).

Kugelstoßen: Jahresweltbestleistung von Irina Korschanenko

Im ohne deutsche Beteiligung ausgetragenen Dreisprung siegte die Britin Ashia Hansen mit der Jahresweltbestleistung von 15,00 m vor der Finnin Heli Koivula (14,83) und der Russin Jelena Olejnikowa (14,54). Jeweils spanische Siege gab es auf zwei Laufstrecken: Antonio Jimenez gewann über 3.000 m Hindernis in 8:24,34 Minuten vor dem Niederländer Simon Vroeman (8:24,45) und seinem Landsmann Luis M. Martin (8:24,72). Im 5.000-m-Rennen der Frauen triumphierte Marta Dominguez in 15:14,76 Minuten vor der Irin Sonia O'Sullivan (15:14,85) und der Russin Jelena Sadoroschnaja (15:15,22). Melanie Schulz wurde 10. in 15:46,64 Minuten.

Im Kugelstoßen siegte die Russin Irina Korschanenko mit der Jahresweltbestleistung von 20,64 m vor Wita Pawlitsch (Ukraine/20,02) und ihrer Landsfrau Swetlana Kriweljowa (19,56). Beste Deutsche war die dreifache Weltmeisterin Astrid Kumbernuss (Neubrandenburg) als Vierte mit 19,22 m.

Zuvor hatte Heike Drechsler den Bundeskanzler auf dem Einlaufplatz im Namen der deutschen Mannschaft begrüßt. »Schön, dass Sie da sind«, sagte die vierfache Weitsprung-Europameisterin. Zu dem Zeitpunkt hatte Schröder den couragierten Marathonlauf des deutschen Duos schon verpasst. »Die Medaille war mein Traum. Mein Dank gilt den Zuschauern, ohne sie hätte ich es nicht geschafft«, sagte Sonja Oberem. Gemeinsam mit Ulrike Maisch (Rostock), die in 2:36:41 Stunden 8. wurde, und der 17. Melanie Kraus (Leverkusen/2:44:56) gewann das Medaillen-Duo den gleichzeitig ausgetragenen Europacup.

Keine Zweifel an seinem Ziel Titelverteidigung ließ Nils Schumann aufkommen. Der 800-m-Olympiasieger aus Großengottern spurtete nach 1:48,01 Minuten als Erster eines taktisch gelaufenen Halbfinals in den Endlauf. Anschließend folgte ihm der Pirnaer Rene Herms in 1:46,77 ins Finale. Ihre Medaillen-Ambitionen unterstrichen die deutschen Staffeln. Das Frauen-Quartett mit Melanie Paschke (Wattenscheid), Gabi Rockmeier, Sina Schielke (beide Dortmund) und Marion Wagner (Mainz) lief in 43,05 Sekunden als Schnellstes ins 4 x 100-m-Finale. Das Männer-Team Ronny Ostwald, Marc Blume, Alexander Kosenkow (alle Wattenscheid) und Christian Schacht (Kornwestheim) schaffte dies in 39,21 Sekunden ebenfalls.

Die von Europameister Ingo Schultz (Dortmund) angeführte 4 x 400- m-Staffel mit Bastian Swillims (Leverkusen), Jens Dautzenberg und Lars Figura (beide Wolfsburg) qualifizierte sich in 3:03,55 Minuten für das Finale. Das Runden-Team der Frauen mit Grit Breuer (Magdeburg), Nancy Kette (Erfurt), Claudia Marx (Berlin) und Florence Ekpo-Umoh (Mainz) war in 3:28,48 Minuten am schnellsten.

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