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Leichtathletik-WM: Deutsche Staffel verliert den Stab

Ein Debakel: Im Vorlauf hat die deutsche Sprintstaffel den Stab verloren und den Einzug ins Finale verpasst. Speerwerfer Mark Frank schaffte dagegen den Sprung in die Endrunde.

Die deutsche Männer-Staffel hat im Vorlauf über 4 x 100 Meter bei der WM in Berlin einen Wechsel verpatzt und ist ausgeschieden. Marius Broening (Tübingen) konnte am Freitagabend den Stab nicht an den zu schnell gestarteten Alexander Kosenkow (Wattenscheid) weiterreichen. Als Startläufer war Tobias Unger (Kornwestheim/Ludwigsburg) im Einsatz. Martin Keller (Chemnitz) kam als Schlussläufer gar nicht mehr zum Einsatz.

Den dritten Vorlauf gewann Italien in 38,52 Sekunden vor Jamaika. Das Quartett des Olympiasiegers rannte allerdings ohne den zweifachen Weltmeister Usain Bolt sowie Ex-Weltrekordler Asafa Powell. Die schnellste Zeit gelang Titelverteidiger USA auch ohne Tyson Gay in 37,97. Der Endlauf findet am (morgigen) Samstag (20.50 Uhr) statt.

Im Speerwerfen schaffte Mark Frank mit 80,85 Metern souverän seine Aufgabe in der Qualifikation und steht im Finale. Das Deutsche Weitsprungtrio um Bianca Kappler verpasste komplett das Finale und schob die Schuld danach auf die widrigen Bedingungen.

Frustriert war vor allem Bianca Kappler, die sich bei ihrem Comeback nach ihrem Achillessehnenriss vor einem Jahr viel mehr vorgenommen hatte. "6,52 Meter hätten für das Finale gereicht, das hätten wir alle drei schaffen müssen", meinte die WM-Fünfte von Osaka, nachdem sie in diesem Jahr schon 6,81 Meter gesprungen war. "Man merkt uns an, dass wir ziemlich traurig sind. Das war heute ein echtes Glücksspiel mit dem Gegenwind. Und dann hat auch noch der Himmel angefangen zu weinen", schimpfte die 32-Jährige aus Rehlingen. "Jetzt werde ich mich drei Tage im Frust vergraben."

Auch die beiden WM-Neulinge Melanie Bauschke (Berlin/6,32) und Beatrice Marscheck (Gießen/6,19) kamen unter diesen Umständen nicht annähernd an ihre gewohnten Leistungen heran. "Man kommt her mit Träumen - und dann kommen der Gegenwind, der Regen und die eigenen Nerven. Und dann geht gar nichts mehr", meinte U23-Europameisterin Bauschke.

Wie man es besser macht, demonstrierte den deutschen Damen der Speerwerfer Mark Frank. Der Rostocker legte gleich mal 79,04 Meter vor und nutzte dann aus, dass die Bedingungen auch beim zweiten Versuch noch akzeptabel waren. Damit lag der 22-Jährige auf einem beruhigenden zweiten Platz, als der sintflutartige Regen das Olympiastadion überschwemmte. Mehr als eine Stunde musste die Qualifikation unterbrochen werden.

DPA/tis

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