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NBA: Mavericks verlieren gegen die Nets 92 -93

Es gibt einige Teams in der NBA, gegen die ein Spitzenteam auf keinen Fall eine Niederlage kassieren darf, wenn man nicht seine gute Position im Kampf um die Playoff-Plätze aufs Spiel setzen will. Gegen die New Jersey Nets erwischten die Dallas Mavericks einen rabenschwarzen Tag.

Die Dallas Mavericks sind zu langsam aus dem langen All-Star-Wochenende aufgewacht und mussten sich gegen die New Jersey Nets in eigener Halle mit 92:93 geschlagen geben. Vor allem die verschlafene erste Halbzeit sowie zu wenig Geduld am Ende der Partie sorgten dafür, dass Deron Williams Gastspiel in seiner Heimat mit einem Erfolg für die Nets endete.

Nets kappen 12 Jahre dauernde Serie

Nicht nur hatten die Nets seit dem Jahr 2000 nicht mehr in Dallas gewonnen, auch gilt das zweite Team aus der Region New York, im nächsten Jahr dann in Brooklyn beheimatet, als einer der wenigen dankbaren Gegner in dieser Saison. Die Verteidigung der Nets ist eine der schlechtesten der Liga, die Offensive lebt von Ausbrüchen ihres All-Stars Williams – eigentlich ein optimaler erster Gegner nach einem Wochenende wie dem des All-Star-Games.

Doch Brook Lopez, lange verletzter Center der Nets, hatte mit 38 Punkten einen tollen Abend erwischt, und auch Kris Humphries mit 10 Punkten und 15 Rebounds machte den Mavs das Leben unter den Körben schwer. Und dann war da ja noch Williams.

Kommt D-Will nach Hause?

Der Point-Guard, Spieler des letzten Dream Teams bei den Olympischen Spielen und im kommenden Sommer einer der Free Agents, die sich tatsächlich den Superstar-Stempel aufdrücken dürfen, kommt ursprünglich aus Dallas. Und natürlich wird in Texas seit Wochen spekuliert, ob der Spielraum bis zur Gehaltsobergrenze im Sommer ausreichen könnte, um nicht nur Williams, sondern auch noch Dwight Howard nach Dallas zu locken

Und so zeigte sich Williams dann auch gegen das Team, dessen Playoff-Spiele er im letzten Jahr noch regelmäßig mit seiner Familie besucht hatte, hellwach, immer auf der Suche nach dem freien Mitspieler und auch bei schwacher eigener Trefferquote immer der erste, der Verantwortung übernehmen wollte. Für die Mavericks wäre Williams sicher ein sensationeller Nachfolger für den in die Jahre gekommenen Spielmacher Jason Kidd.

Mavs verschlafen erste Hälfte

Während Dallas die erste Halbzeit komplett verschlief, waren die Nets auch in der Defensive da. Nur 16 von 45 Mavericks-Würfen fanden ihr Ziel, während New Jersey auf eine Trefferquote von 50 Prozent kam und zur Halbzeit folgerichtig mit elf Punkten führte. Nur ein kurzer Zwischenspurt von Nowitzki und dem überraschend stark agierenden Haywood nach der Pause verhinderten einen größeren Rückstand.

Aber Dallas tat alles, um im Spiel zu bleiben. Mit noch fünfeinhalb Minuten auf der Uhr lagen sie mit zehn Punkten hinten - und begriffen endlich den Ernst der Lage. Die Defensive wurde angezogen, den Nets kein Korb für fast vier Minuten erlaubt – und am anderen Ende des Courts waren es Nowitzki, Marion und Haywood, die die Mavs zurück in eine Verfolgerposition brachten.

Comeback – nein, doch nicht!

Das grandiose Ende des Comebacks schien wie gemalt, als sich Jason Kidd mit noch 48 Sekunden auf der Uhr mit einem Dreier seine allerersten Punkte des Spiels sicherte und die Mavs damit zum ersten mal seit dem Tip-Off in Führung brachte. Doch die hielt nicht lange, Brooke Lopez konnte im Gegenzug mit zwei Freiwürfen wieder die Nets nach vorne bringen und da die Mavericks zwar nach eigenem Ballverlust einen Steal holen konnten und zum letzten Wurf kamen, reichte es nicht für den Sieg. Jason Kidd vergab den Dreier, während die Nets bei diesem entscheidenden Ballbesitz eine tolle Defense zeigten.

Beste Scorer bei den Mavericks waren Nowitzki, der 24 Punkte erzielen konnte, dabei allerdings nur sieben seiner 19 Würfe traf, sowie Brendan Haywood, der nicht nur zehn Rebounds holen konnte, sondern mit 18 Punkten eine persönliche Saisonbestleistung aufstellte. Der entscheidende Genickbruch für Dallas waren aber die miserablen Statistiken von Jason Terry, Shawn Marion und Rodrigue Beaubois, die zusammen nur auf zwölf verwandelte Würfe bei 40 Versuchen kamen.

Dallas steht nach dieser Niederlage punktgleich mit den Houston Rockets auf den vierten Platz der Western Conference, mit den Los Angeles Lakers nur ein halbes Spiel dahinter.

Harte zwei Wochen für die Mavericks

Und einfacher werden auch die kommenden Wochen nicht für den Titelverteidiger aus Texas. Mit neun Spielen in zwölf Tagen haben die Mavericks ein hartes Programm zu bewältigen – in der Tat haben nur drei andere Clubs in dieser Saison eine solche Strecke hinter sich zu bringen, unter anderem die Chicago Bulls und die Boston Celtics.

Zunächst geht es für Dallas morgen gegen die Memphis Grizzlies, bevor mit New Orleans und Utah zwei eher einfach zu spielende Teams warten. Das erste Highlight dieser zwei Wochen dürfte dann am kommenden Montag das Spitzenspiel, das heiß erwartete Aufeinandertreffen mit den Oklahoma City Thunder, im letzten Jahr noch Dallas' Gegner in den Finals der Western Conference, sein – bevor es gegen die Knicks, die Suns und die Kings einige weitere Must-Win-Spiele gibt.

Rose rettet Bulls

Völlig ohne Post-Allstar-Pause sind die Chicago Bulls in den zweiten Teil der Saison gestartet. Beim 99:95-Heimsieg gegen die New Orleans Hornets waren vor allem MVP Derrick Rose, der nicht nur mit 32 Punkten sowie neun Assists glänzte, sondern von den letzten zehn Punkten seines Teams acht selber erzielen konnte, sowie Center Joakim Noah, der mit 15 Punkten, 16 Rebounds und fünf Assists einmal mehr seine Wichtigkeit für das Team aus der Windy City unter Beweis stellte.

Bei New Orleans war Chris Kaman, seines Zeichens deutscher Nationalspieler, der beste Akteur auf dem Parkett. Kaman, zu Saisonbeginn lange verletzt und mittlerweile einer der heißesten Trade-Kandidaten der Liga, zeigte mit 17 Punkten und 11 Rebounds, dass er noch nicht zum ganz alten Eisen gehört – und einem Titelkandidaten unter Umständen noch weiterhelfen könnte.

Chicago steht damit weiterhin auf Platz zwei der Eastern Conference, ein Spiel hinter den spielfreien Miami Heat, jedoch bereits 5 Spiele vor dem engsten Verfolger, den Indiana Pacers.

Oliver Stein

sportal.de / sportal

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