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NBA-Playoffs: Pleite für überragenden Nowitzki

Dirk Nowitzki hat erneut eine Top-Leistung gezeigt und doch reichte es nicht zum Sieg. Die Dallas Mavericks verloren auch das zweite Spiel der "best-of-seven"-Serie bei den Denver Nuggets. Nun hoffen die "Mavs" auf ihre Heimstärke.

Für Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks scheint das Saisonende nicht mehr weit. Die "Mavs" stoßen im Playoff-Halbfinale der Western Conference gegen die Denver Nuggets an ihre Grenzen und stehen nach der zweiten Pleite im zweiten Spiel vor dem Aus. Am Dienstag (Ortszeit) verloren die Texaner trotz einer erneut nicht enttäuschenden Leistung 105:117 und kassierten damit im sechsten Vergleich mit den Nuggets die sechste Pleite. "Diese Niederlage tut weh. Wir werden eine Weile brauchen, um sie zu verdauen", sagte der deutsche Basketball-Superstar, mit 35 Punkten erneut bester Werfer seines Teams.

Nuggets lassen Nowitzki gewähren

Anders als die San Antonio Spurs in der ersten Runde lassen die Nuggets den Würzburger gewähren. Während sich Nowitzki gegen die Spurs immer zwei Gegenspielern gegenüber sah, hat sich Denvers Trainer-Veteran George Karl dazu entschieden, den Fokus mehr auf die übrigen Dallas-Spieler zu legen. Das Ergebnis: Außer "Dirkules" kommt kein Mavericks-Akteur auf bessere Quoten als in der Hauptrunde. Am Dienstag trafen außer Nowitzki nur noch Jason Terry (21) und Antoine Wright (10) zweistellig - zu wenig, um die heiß gelaufenen Nuggets ernsthaft zu gefährden.

"Wir haben alle fünf Spieler, die treffen und eine Partie dominieren können", sagte Denvers brasilianischer Center Nene, der wie schon in der ersten Begegnung mit 25 Zählern der treffsicherste Schütze seines Teams war. Dieses Mal musste er sich die Ehre mit Carmelo Anthony teilen, der allein 15 seiner 25 Punkte im Schlussviertel erzielte. Dem hatten die "Mavs" nichts entgegen zu setzen, zumal mit Josh Howard einer der wichtigsten Profis bereits im ersten Viertel mit einer Knöchelverletzung vom Parkett humpelte.

Dallas kann nur drei Viertel lang mithalten

Wie bein Auftakt hielt Dallas die Partie drei Viertel lang offen und lag vor den abschließenden zwölf Minuten lediglich mit drei Punkten zurück (83:86). Doch dann drehten die Nuggets, die ihr 15. Heimspiel in Serie gewannen, auf und zogen mit einem 16:2-Lauf auf und davon. Nowitzki musste die entscheidende Phase der Partie von der Bank aus mitansehen, da ihm Dallas-Coach Rick Carlisle ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt eine Verschnaufpause verordnet hatte. "Ich hatte das Gefühl, Müdigkeit sei ein Grund für unsere erste Niederlage gewesen, deshalb habe ich öfters gewechselt", begründete Carlisle seinen Fehlgriff.

Als Nowitzki aufs Feld zurückkehrte hatten die Gastgeber ihren Vorsprung auf acht Punkte (91:83) ausgebaut und spielten sich in den verbleibenden zehn Minuten in einen Rausch. Wie am Sonntag wurden die "Mavs" im Schlussabschnitt vorgeführt und von 19 890 enthusiastischen Zuschauern im Pepsi Center verhöhnt. "Niemand kann uns schlagen", johlten die Fans, während Nowitzki und Co. mit hängenden Köpfen in die Kabine schlichen.

"Die Nuggets sind einfach zu stark, um zu glauben, die Serie würde noch länger als drei Spiele dauern", kommentierte die "Dallas Morning News" schonungslos. Zwar setzen die Mavericks nun auf ihre Heimstärke, schließlich haben sie im American Airlines Center seit dem All Star Game Mitte Februar 17 von 18 Spielen gewonnen. Dumm nur, dass die einzige Niederlage aus einem Duell mit den Nuggets resultierte.

Nowitzki trotzdem zuversichtlich

Nowitzki gab sich vor dem dritten Spiel am Samstag in Dallas dennoch zuversichtlich, auch wenn die Statistik gegen die Texaner spricht - erst 14 Teams konnten einen 0:2-Rückstand wettmachen. "Ich erinnere immer wieder an diese Serie gegen Houston, als wir zweimal zu Hause verloren und die Serie doch noch in sieben Partien gewonnen haben", sagte der 30-Jährige trotzig. Die "Dallas Morning News" hat ihre Hoffnung dagegen bereits aufgegeben. "Das Ende ist nah."

DPA/Lars Reinefeld / DPA

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