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Basketball NBA-Profi Enes Kanter ändert seinen Namen – und setzt damit ein politisches Statement

Enes Kanter
NBA-Profi Enes Kanter von den Boston Celtics heißt fortan Enes Kanter Freedom
© Darren Abate / AP / DPA
Basketballprofi Enes Kanter wird US-Bürger und ändert seinen Namen in Enes Kanter Freedom. Damit bekräftigt der NBA-Akteur noch einmal sein Engagement gegen autoritäre Staatssysteme.

Basketball-Fans ist der Name Enes Kanter als Center der Boston Celtics ein Begriff. Doch die Anhänger werden sich umgewöhnen müssen: Ab jetzt trägt der 29-Jährige offiziell den Namen Enes Kanter Freedom. Die Namensänderung, über die zuerst das Sportportal "The Athletic" berichtete, wurde von einem Gericht genehmigt.

Kanter nimmt den neuen Namen im Zuge seiner Einbürgerung als US-Amerikaner an. Der seit 2009 in den Vereinigten Staaten lebende Basketballer stammt ursprünglich aus der Türkei, galt aber jahrelang als staatenlos. 2017 hatte die Türkei seinen Pass eingezogen, nachdem Kanter nach dem gescheiterten Putschversuch gegen den Präsidenten Recep Tayyip Erdogan öffentlich Kritik an dem Staatschef geübt hatte. 

NBA-Basketballer Enes Kanter kritisiert Erdogan und China

Kanter ist Anhänger des Erdogan-Gegners Fethullah Gülen und seiner Bewegung, die laut Erdogan für den Putsch verantwortlich war. Nachdem er das Staatsoberhaupt via Twitter kritisiert hatte, hatte sich seine Familie von ihm losgesagt und ihm nahegelegt, einen anderen Nachnamen anzunehmen. Kanter antwortete damals, Gülen bedeute ihm "mehr als seine Familie" und benannte sich auf Twitter in Enes Gülen um.

Die Namensänderung in Enes Kanter Freedom – Kanter soll sein neuer Mittelname, Freedom der Nachname sein – ist ebenfalls als politisches Statement gemeint. Seit Monaten setzt er sich öffentlich für die Rechte der unterdrückten uigurischen Minderheit in China ein und kritisiert die Regierung im Reich der Mitte. In der chinesischen Hauptstadt Peking sollen im Februar die Olympischen Winterspiele stattfinden. Dagegen protestierte Kanter unter anderem mit Schuhen, auf denen "No Beijing 2022" oder "Free Tibet" stand. In China werden Berichte über den Basketball-Profi ebenso zensiert wie seine Social-Media-Auftritte. Den chinesischen Staatschef Xi Jinping bezeichnete Kanter dort als "brutalen Diktator".

Quellen: "The Athletic" / "Tagesschau"

epp

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