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NFL: Mannings Ausfall zum NFL-Saisonstart sorgt für Spekulationen

Zum ersten Mal seit dem 6. September 1998 heißt der Stamm-Quarterback bei den Indianapolis Colts nicht Peyton Manning. Beim Auftakt der Saison eröffnet Kerry Collins für Manning, der wegen der Folgen seiner Halswirbel-OP passen muss. Und schon schießen Spekulationen über ein Saison-Aus ins Kraut.

Mit dem traurigen Ende einer beeindruckenden Serie starten die Indianapolis Colts in ihre neue Saison: Zum ersten Mal in den letzten 13 Jahren wird Peyton Manning nicht deren Starting Quarterback sein. Der musste aufgrund der Folgen seiner Halswirbel-Operation das erste Spiel bei den Houston Texans absagen, für ihn wird der erst vor zwei Wochen verpflichtete Kerry Collins auflaufen.

"Ich bin einfach nicht gesund genug, um zu spielen. Aber ich unternehme alles, um wieder gesund zu werden", hieß es in einem Statement auf der offiziellen Internetseite des Teams. "Das Team wird ohne mich zurechtkommen und ich weiß, dass ich sie mehr vermissen werde, als sie mich", zitierte colts.com den Spielmacher, der mit 208 regulären Saisonspielen ohne Verletzungsunterbrechung Platz zwei in der Ewigenliste hinter Brett Favre (297) besetzt. 

Noch nie hatte Manning als Profi einen Einsatz verpasst, in den vergangenen 13 Spielzeiten hatte er verletzungsbedingt lediglich 2001 einen Spielzug mit gebrochenem Kiefer aussetzen müssen, nach kurzer Behandlung ging er damals gegen Miami wieder auf das Feld. "Wir werden ohne Peyton etwas anders spielen müssen", erklärte Colts Headcoach Jim Caldwell, der seit neun Jahren mit Manning zusammenarbeitet, auf colts.com. "Er ist einzigartig!"

Droht das Saison-Aus?

Das Ende der Serie und das Fehlen im Eröffnungsspiel sind derzeit vielleicht sogar die kleinsten Sorgen, die Manning und die Colts beschäftigen. Wie Jake Query, Reporter vom Radiosender 1260 WNDE Radio in Indianapolis, auf twitter.com mitteilte, habe ihm "eine Quelle, der ich absolut vertraue", mitgeteilt, "dass Manning in dieser Saison nicht mehr spielen wird". Er hatte zuvor in seiner Sendung Query and Schultz eine angeblich ebenso verlässliche Quelle zitiert, die ihm von einer Bandscheibenoperation und damit einem dritten Eingriff am Anfang dieser Woche berichtet hatte.

Von diesen Gerüchten wollen die Colts laut ESPN-Experte Adam Schefter nichts wissen: "Ich habe eine SMS von einem Colts-Offiziellen bekommen, der mir schrieb: Wir wissen von den Gerüchten, können diese allerdings nicht bestätigen." Auch Will Caroll von Sports Illustrated wollte die Spekulationen Querys nicht unterstützen. "Wenn mich meine sehr gute Quelle nicht belügt, hatte Manning keine Operation seit Mai."

General Manager Bill Polian konnte laut Indianapolis Star jedoch nicht verhehlen, dass er selbst keine Antwort auf die Frage habe, wann sein Quarterback wieder auflaufen könne. "Die Ärzte sagen uns, dass er schnell fit wird, wenn die Nerven wieder regeniert sind", zitierte indystar.com Polian. "Aber keiner weiß, wann dies der Fall sein wird."

Das Ende einer Ära?

Sollte Manning tatsächlich bis zum Ende der Saison ausfallen und nicht nur ein bis zwei Spiele verpassen, droht den Colts zudem das Ende einer neunteiligen Serie von aufeinanderfolgenden Playoff-Teilnahmen. Dabei hatte Indianapolis mit seinem Superstar, der seinem Team immerhin einen Super Bowl-Sieg bescheren konnte, kurz nach der Aussperrung einen neuen Fünf-Jahres-Vertrag über 90 Millionen Dollar geschlossen.

Die Verletzungsgeschichte des Quarterbacks lässt bereits seit geraumer Zeit Platz für Spekulationen. Manning hatte sich im Mai einer zweiten Operation am Halswirbel unterziehen müssen, nachdem er bereits im Februar 2010 laut New York Daily News wegen eines eingeklemmten Nervs an selber Stelle operiert worden war.

Trotz aller Gerüchte um einen möglichen Ausfall hatten die Colts Manning vor gut einer Woche von der Liste der Ausfälle genommen. Wäre dies nicht Geschehen, hätte er – ungeachtet seiner Fitness - die ersten sechs Spiele gar nicht auflaufen dürfen. Wie lange Kerry Collins nun das Zepter in Indianapolis in der Hand hält, bleibt immer noch Spekulation.

Sven Kittelmann

sportal.de / sportal

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