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NHL: Icecrusher - Jagr macht die Penguins wütend

Im Icecrusher arbeitet sportal.de diese Woche das Geschehen auf dem NHL-Transfermarkt auf, wobei nicht nur die spektakuläre Rückkehr von Jaromir Jagr im Mittelpunkt steht, sondern auch nicht weniger als drei Deutsche, die bereits das Team gewechselt haben.

Hatte man sich als Fan nach dem Stanley Cup und dem Draft in der NHL auf einige ruhige Wochen und Monate eingestellt, so wurde man schnell eines Besseren belehrt. Die Teams wechselten Spieler en masse und eine Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Jaromir Jagr kehrt in die NHL zurück.

Im Icecrusher wollen wir diese Woche das Geschehen auf dem Transfermarkt aufarbeiten, wobei nicht nur Jagr im Mittelpunkt steht, sondern auch drei Deutsche, die bereits das Team gewechselt haben.

Jagr überrascht alle

Als sich andeutete, dass Jaromir Jagr nach drei Jahren in der russischen KHL-Liga kommende Saison wieder in der NHL spielen wollte, gab es eigentlich nur ein Team, das für sein Comeback in Frage kam: Die Pittsburgh Penguins, wo er an der Seite des heutigen Besitzers Mario Lemieux zwei Stanley Cups gewonnen hatte.

Die Detroit Red Wings und Montréal Canadiens stiegen in den Kreis der Interessenten ein, doch Jagr ließ sich Zeit mit der Entscheidung und so sahen die Penguins und die Red Wings von einer Verpflichtung ab und der 39-jährige Tscheche landete bei den Philadelphia Flyers. Ausgerechnet beim großen Rivalen der Penguins. Es gibt bessere Wege, bei den Fans in Pittsburgh in guter Erinnerung zu bleiben...

Jagr will spielen

Einen Tag nach seiner Verpflichtung durch die Flyers wendete er sich so auch an die Fans in Pittsburgh und sagte, dass er sich nicht für das höchste Angebot entschieden habe, sondern für das attraktivste. Allerdings waren die 3,3 Millionen Dollar aus Philadelphia meines Wissens nach das höchste bekannte Angebot, Pittsburgh hatte gerade einmal 2 Mio Dollar für eine Saison geboten. Wer also der anonyme Höchstbietende gewesen sein soll, wird wohl für immer Jagrs Geheimnis bleiben.

Viel wahrscheinlicher ist, dass er bei den Flyers größere Chancen auf mehr Eiszeiten sah, hatten doch mit Mike Richards (Los Angeles Kings), Jeff Carter (Columbus Blue Jackets) und Ville Leino (Buffalo Sabres) drei Topscorer gerade erst das Team verlassen.

Ehrhoff sahnt ab

Doch kommen wir nun zu den deutschen NHL-Spielern. Während Dennis Seidenberg noch mit dem Stanley Cup in den Armen schlief, waren andere Deutsche fleißig damit beschäftigt, das Team zu wechseln. Allen voran Christian Ehrhoff, der einen sagenhaften Zehnjahres-Vertrag bei den Buffalo Sabres unterschrieben hat.

Ehrhoff wäre am 1. Juli Unrestricted Free Agent geworden, das heißt, er konnte mit jedem Team der NHL ohne Beschränkungen einen neuen Vertrag aushandeln. Ehrhoff, einer der begehrtesten Free Agents auf dem Markt, wäre für sein bisheriges Team, die Vancouver Canucks, viel zu teuer geworden und so gaben die Kanadier die Rechte, mit Ehrhoff zu verhandeln, an die New York Islanders ab.

Islanders? No!

Doch das Angebot der Islanders fand nicht Ehrhoffs Zustimmung und so verkaufte das Team die Rechte an die Sabres. Die Sabres erreichten Ehrhoff telefonisch auf einem Golfplatz in Deutschland, wo der deutsche Verteidiger sofort mit den Sabres, die eigentlich nur einen Termin für ein Gespräch abmachen wollten, verhandeln wollte.

Schnell einigten sich Spieler und Club auf einen Zehnjahres-Vertrag, der Ehrhoff 40 Millionen Dollar einbringen wird, davon zehn Mio im ersten Jahr, acht im zweiten, vier in den folgenden vier Jahren und drei im siebten Jahr. In jedem der folgenden drei Jahre gibt es noch jeweils eine Million Dollar für Ehrhoff.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass Ehrhoff ein besseres Team als die Sabres hätte finden können, aber der neue Besitzer Terrence Pegula hat Großes mit den Sabres vor und der Eishockey-verrückte Milliardär ist auch bereit, kräftig für den Erfolg zu investieren. Und schließlich spielt Ehrhoff dann wieder an der Seite eines deutschen Landsmannes, nämlich Jochen Hecht.

Auch Goc und Sturm haben neue Teams

Etwas kleinere Brötchen backen muss Marcel Goc, aber die 1,7 Millionen Dollar, die der deutsche Center bei seinem neuen Arbeitgeber, den Florida Panthers, pro Saison in den kommenden drei Jahren verdienen wird, sind nun wahrlich auch nicht schlecht.

Und schließlich hat auch Marco Sturm ein neues Team. Nachdem der Dingolfinger in seinen ersten 13 NHL-Jahren nur für zwei Teams, die San Jose Sharks und die Boston Bruins spielte, hat Sturm nun mit den Vancouver Canucks nach den Los Angeles Kings und den Washington Capitals bereits das dritte Team innerhalb weniger Monate. Bei den Canucks unterschrieb Sturm einen Einjahres-Vertrag, der ihm 2,25 Mio Dollar einbringt.

Kaberle und Richards wechseln

Da zur Zeit wirklich kein Tag ohne großen Trade in der NHL vergeht, zum Schluss noch einige der wichtigsten Deals der vergangenen Tage. Verteidiger Tomas Kaberle, der in Boston nie die Erwartungen erfüllen konnte, verlässt die Bruins nach wenigen Wochen wieder und schließt sich die nächsten drei Jahre den Carolina Hurricanes an, die ihm dafür 12,75 Mio Dollar zahlen.

Brad Richards, Topcenter der Dallas Stars, spielt künftig für die New York Rangers. Richards unterschrieb im Big Apple einen Neunjahres-Vertrag, der ihm satte 60 Millionen Dollar einbringt.

Wir werden Sie über die wichtigsten Trades weiterhin auf dem Laufenden halten. Sollten Sie Anregungen oder Kritik äußern wollen, so ist dies über die Kommentarfunktion unter diesem Artikel oder per E-Mail an henning.schulz@sportal.de möglich.

Henning Schulz

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