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NHL Icecrusher - Start mit einem Knall


Der Abstecher der NHL nach Europa war ein voller Erfolg, vor allem die Fans der Adler Mannheim machten Eindruck auf die NHL-Stars. Wir blicken auf die erste Woche der neuen Saison zurück.

Stell dir vor, du bist der Nummer-1-Pick des NHL-Drafts und schießt in deinem ersten Spiel für dein neues Team den späten Ausgleich gegen einen der Top-Favoriten der Liga, der schließlich den Sieg nach Penaltyschießen ermöglicht und einen erfolgreichen Saisonstart bedeutet - und das alles vor eigenem Publikum...

Dann weißt du, wie sich Ryan Nugent-Hopkins nach dem 2:1 seiner Edmonton Oilers über die Pittsburgh Penguins gefühlt hat. "Als ich in das Spiel ging, war ich richtig nervös", beschreibt Nugent-Hopkins auf espn.com seine Gefühle. "Aber ich habe versucht das zu meinem Vorteil auszunutzen. Es hat sich ziemlich gut angefühlt. Es war richtig aufregend. Aber ich bin noch aufgeregter wegen des Sieges."

Jets noch nicht wieder in der NHL angekommen

Weniger erfolgreich verlief die Rückkehr der Winnipeg Jets, die zum Saisonauftakt mit 1:5 gegen die Montréal Candiens unter die Räder kamen. Das Publikum in Winnipeg war aber trotzdem begeistert, dass es endlich wieder NHL-Eishockey sehen konnte und feuerte das Team ununterbrochen an.

Der Besuch der NHL-Teams in Europa war ein voller Erfolg und vor allem die Buffalo Sabres mit den beiden Deutschen Christian Ehrhoff und Jochen Hecht, der aber verletzt nicht spielen konnte, sowie dem Österreicher Thomas Vanek waren äußerst erfolgreich. Vanek erzielte in den beiden Spielen auf europäischen Boden zwei Tore und drei Assists. Da kann man nur sagen: Da fühlt sich einer "Daheim" richtig wohl.

Schön auch, dass espn.com die deutsche Wiedervereinigung noch nicht mitbekommen hat. Steht dort im Spielbericht als Spielstätte doch: O2 World, Berlin, East Germany... na dann.

Ansonsten war der Europa-Trip der Sabres ein voller Erfolg, fand auch Coach Lindy Ruff. "Wir haben dies als eine Möglichkeit genutzt, das Team enger zusammenzubringen", sagte er espn.com. "Ich denke, die Partie, die wir gegen Mannheim gespielt haben, war eine großartige Erfahrung, was die Fans angeht und wie laut es in der Arena war", sagte Ruff. "Die Fan-Interaktion war enorm. Einige unserer Spieler hatten sowas noch nie gesehen." Also Hut ab an die Adler-Fans, die in der Halle waren: Ihr habt Eindruck gemacht!

Peter Forsberg sagt hej då

Tränen in den Augen hatten die Anhänger der Colorado Avalanche nicht nur, weil sie wieder einmal eine Heimniederlage kassierten (0:3 gegen die Detroit Red Wings), sondern vor dem Spiel ihr ganz großes Idol Peter Forsberg seine Trikotnummer 21 unter das Hallendach gezogen bekam.

1996 und 2001 gewann Forsberg mit den Avs den Stanley Cup, 2003 wurde er Liga-MVP. Sogar Detroits Henrik Zetterberg hatte sich aus der Kabine geschlichen um an der Honorierung seines großen Landsmannes teilzuhaben. Nach seiner Karriere geht es nun zurück auf die Schulbank: Forsberg studiert Wirtschaftswissenschaften.

Penguins auch ohne Top-Duo stark

Kommen wir aber nun zurück zum sportlichen Geschehen. Einen sehr guten Saisonstart haben die Pittsburgh Penguins erwischt. Und das, obwohl sie ihre ersten drei Partien in der Fremde austragen mussten und neben Sidney Crosby sich auch Evgeni Malkin erneut verletzte und aktuell zuschauen muss.

Aber die Pens haben ja bereits in der vergangenen Saison in der zweiten Hälfte gezeigt, dass sie ihr Spiel umstellen können und ohne ihre beiden Superstars auch noch immer ein gefährlicher Gegner sind. Ein großes Lob gehört an dieser Stelle sicherlich Coach Dan Bylsma, der es schaffte, seine Mannschaft auf die neue Situation einzustellen.

Favoriten kommen gut aus den Startlöchern

Generell muss man sagen, dass sich die Top-Favoriten zum Saisonstart kaum ein Blöße gegeben haben. Einzig Titelverteidiger Boston Bruins ist mit nur einem Sieg aus den ersten drei Partien schwer in Gang gekommen. 

Bei den Spielern ist nach der ersten Woche tatsächlich ein Verteidiger Top-Scorer: Kris Letang von den Pittbusburgh Penguins erzielte einen Treffer selber und gab drei Assists. Großes Fachwissen, bewies der Autor dieser Kolumne, der Letang vor der Saison in sein Fantasy-Team draftete... 

Drei Spieler trafen bisher jeweils dreimal in das gegnerische Tor, Phil Kessel (Toronto Maple Leafs), Anze Kopitar (Los Angeles Kings) und Matt Cooke (Pittsburgh). Kopitar und Kessel gehören übrigens dem Team meines Auftakt-Gegners in unserer Redaktions-Liga an, was dazu führt, dass meine Mannschaft mit sage und schreibe 0:8 hinten liegt, soviel dann zum großen Fachwissen.

Ein eher unbekannter Spieler führte die Plus-Minus-Statistik an: Der Tscheche Jakub Kindl von den Detroit Red Wings kam in den ersten beiden siegreichen Spielen seines Teams auf Plus 5, vor dieser Saison absolvierte Kindl, der 2005 in der ersten Runde von den Red Wings gedraftet wurde, gerade einmal 51 NHL-Spiele, vielleicht schafft er dieses Jahr ja den Durchbruch, er ist erst 24 Jahre alt.

Bryzgalov beeindruckt die Flyers

Bereits nach zwei Partien deutet sich an, dass es Gold wert war, dass die Philadelphia Flyers den Geldkoffer für Goalie Ilya Bryzgalov von den Phoenix Coyotes so richtig aufgemacht haben. Die beiden Top-Stürmer Jeff Carter und Mike Richards wurden abgegeben, um den Weg für Bryzgalov frei zu machen, der in seinem Neun-Jahres-Vertrag - an dessen Ende er 40 Jahre alt ist - 51 Millionen US-Dollar verdienen soll.

Der Russe benötigte auf jeden Fall nur zwei Spiele, dass die Fans in Philadelphia den Abgang Carters und Richards vergaßen, denn bei den beiden Siegen gaben die Flyers nur einen Gegentreffer ab und Bryzgalov führt mit 0,5 Gegentoren pro Spiel und .977 gehaltenen Schüssen die NHL-Goalies an.

Henning Schulz

sportal.de sportal

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